Aktueller Kauf: Southern Company

Southern Company

Im Rahmen meiner Bewertungsserie berichte ich regelmäßig, warum es ein Unternehmen auf meine Watchlist oder gar in mein Depot geschafft hat. Grundlage hierfür bildet stets das Ergebnis meines eigenen Bewertungsmodells – der sogenannte „Jung in Rente“-Faktor. Diesmal im Fokus: Southern Company.

Southern Company

Am 2. Januar 2018 habe ich 100 Anteile des US-amerikanischen Unternehmens Southern Company erworben. Bei einem Kurs von 39,90 Euro ergaben sich für mich Anschaffungskosten von 3.990,00 Euro. Hinzu kamen Nebenkosten von 9,98 Euro für die Order über den Direkthandel der ING-DiBa.






Wer ist Southern Company?

Southern Company – oder kurz Southern Co – zählt zu den führenden Energieversorgern in den USA. Die Geschichte des aus Atlanta stammenden Unternehmens reicht zurück bis in die frühen 1920er Jahre. Heute versorgt Southern Co mehr als 9 Millionen US-Bürger mit Strom und Gas. Die Geschäftsaktivitäten konzentrieren sich dabei vor allem auf den Südosten des Landes.

Bereits seit einiger Zeit bemüht sich Southern Co um einen weniger kohlelastigen Energiemix. Künftig soll stattdessen verstärkt auf Erdgas, Kernkraft und Erneuerbare Energien gesetzt werden. Hierfür hat das Unternehmen in den letzten Jahren enorme Investitionen angestoßen. Der bisherige Fortschritt lässt sich gut anhand der folgenden Grafik erkennen.

Southern Company Energiemix

Doch nicht alle Investitionen waren auch von Erfolg gekrönt. Insbesondere zwei Großprojekte stellen Southern Co bisweilen vor enorme Herausforderungen. Zum einen scheiterte die geplante Errichtung des weltweit ersten „sauberen“ Kohlekraftwerks, da sich die vorgesehene Technologie schon während der Bauphase als unwirtschaftlich entpuppte. Zum anderen geriet die geplante Erweiterung eines AKWs in beträchtliche Schieflage, nachdem der für die Errichtung zuständige Kraftwerksbauer Insolvenz anmelden musste.

Nichtsdestotrotz verfügt Southern Co weiterhin über ein äußerst ertragreiches Geschäftsmodell. Zwar ist kurzfristig kein nennenswerter Wachstumstreiber in Sicht. Dank einer stetig größer werdenden Abnehmerschaft, regelmäßig stattfindender Preiserhöhungen und dem kontinuierlichen Ausbau der eigenen Geschäftsaktivitäten sollte das Unternehmen jedoch auch künftig in der Lage sein, seine geplanten Investitionen beizubehalten und somit langfristig weiter zu wachsen.

Warum Southern Company?

Doch wie attraktiv ist die Aktie von Southern Co tatsächlich? Dies muss sich erst anhand meines Bewertungsmodells zeigen. Also los geht’s!

Wie günstig ist Southern Co?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als dessen durchschnittliches KGV (seit 2004). Im Falle von Southern Co liegt das aktuelle KGV bei 16,5. Dies ist weniger als es in der Vergangenheit im Durchschnitt mit 17,1 der Fall war.

Southern Co Bewertungsfaktor 1

Die Aktie von Southern Co ist daher im Augenblick etwas günstiger zu haben als üblich. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 0,2 Pluspunkte.

Wie stark ist Southern Co?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seinen Gewinn sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern kann. Im Falle von Southern Co beträgt die geringere der beiden Wachstumsraten 3,3% p.a. Das Unternehmen weist somit sowohl mittel- als auch langfristig ein positives Gewinnwachstum auf.

Southern Co Bewertungsfaktor 2

Southern Co scheint daher ein recht starkes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 3,4 Pluspunkte.

Wie robust ist Southern Co?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern kann. Im Falle von Southern Co betrug der maximale Gewinneinbruch 31,3% (Geschäftsjahr 2013). Im Bewertungszeitraum kam es jedoch zu keiner Verlustsituation.

Southern Co Bewertungsfaktor 3

Southern Co scheint daher ein ziemlich robustes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 3,3 Minuspunkte.

Ist Southern Co derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt. Im Falle von Southern Co gestehe ich dem Unternehmen aufgrund seiner Robustheit ein KGV von 14,9 zu. Dies ist weniger als das aktuelle KGV (16,5).

Southern Co Bewertungsfaktor 4

Die Aktie von Southern Co scheint daher gegenwärtig noch kein echtes Schnäppchen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 10,2 Minuspunkte.

Jung in Rente-Faktor

Zur Berechnung meiner persönlichen Bewertungskennzahl – dem sogenannten „Jung in Rente“-Faktor (JiR-Faktor) – zähle ich abschließend sämtliche Plus- und Minuspunkte des Unternehmens zusammen. Im Falle von Southern Co komme ich so auf einen JiR-Faktor von -9,9 Punkten.

Southern Co Jung in Rente-Faktor

Unternehmen mit einem JiR-Faktor von unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf meiner Watchlist, geschweige denn in meinem Depot. Ab einem JiR-Faktor von -10 qualifiziert sich eine Aktie für meine engere Auswahl. Einen JiR-Faktor von 10 und höher deute ich sodann als Kaufsignal.

Southern Co kommt mit einem JiR-Faktor von -9,9 somit grundsätzlich für mich in Frage.

Dividende

Neben dem JiR-Faktor spielt bei meinen Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Daher prüfe ich vor jedem Kauf zusätzlich, wie es um Höhe, Stabilität und Wachstum der Dividende bestellt ist.

Southern Co Dividende

Southern Co verfolgte bislang eine überaus anlegerfreundliche Ausschüttungspolitik. So hat das US-amerikanische Unternehmen seine Dividende über den gesamten Bewertungszeitraum hinweg von Jahr zu Jahr erhöht. Gegenwärtig schüttet Southern Co rund 91% seiner Gewinne aus, was bei meinem Kaufkurs einer Dividendenrendite von 4,8% entsprach. Wenn man dem Analystenkonsens glauben darf, dürfte sich diese im kommenden Geschäftsjahr bis auf 5,0% erhöhen.

Fazit

Aufgrund des stabilen Geschäftsmodells und seiner anlegerfreundlichen Ausschüttungspolitik hatte sich Southern Company – ähnlich wie Japan Tobacco – bereits vor einigen Monaten für meine Watchlist qualifizieren können.

Nachdem das 52-Wochen-Tief (40,00 Euro) zuletzt markiert wurde und auch das nächste Ex-Dividende-Datum (Mitte Februar) allmählich näher rückte, habe ich mich – trotz des nicht ganz eindeutigen Kaufsignals – dazu entschlossen, die Aktie von Southern Company in mein Depot aufzunehmen.

Der Kauf von 100 Anteilen an Southern Company sichert mir nicht nur rund 200 Euro an zusätzlichen Kapitaleinkünften für 2018, sondern auch eine dauerhafte Erhöhung meines passives Einkommens in gleicher Höhe.






Was hältst du von Investitionen in Energieversorgungsunternehmen und Southern Company im Speziellen? Lass es mich wissen und schreib einen kurzen Kommentar oder kontaktiere mich auf Facebook oder Twitter!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Aktueller Kauf: Japan Tobacco

Japan Tobacco

Im Rahmen meiner Bewertungsserie berichte ich regelmäßig, warum es ein Unternehmen auf meine Watchlist oder gar in mein Depot geschafft hat. Grundlage hierfür bildet stets das Ergebnis meines eigenen Bewertungsmodells – der sogenannte „Jung in Rente“-Faktor. Diesmal im Fokus: Japan Tobacco.

Japan Tobacco

Am 20. Dezember 2017 habe ich 150 Anteile des japanischen Unternehmens Japan Tobacco erworben. Bei einem Kurs von 27,44 Euro ergaben sich für mich Anschaffungskosten von 4.116,00 Euro. Hinzu kamen Nebenkosten von 10,29 Euro für die Order über den Direkthandel der ING-DiBa.






Wer ist Japan Tobacco?

Japan Tobacco – oder kurz JT – zählt zu den größten Tabakkonzernen der Welt. Das im japanischen Tokio beheimatete Unternehmen geht historisch bis auf das im 19. Jahrhundert in Japan eingeführte Tabakmonopol zurück. Bekannt ist JT heute vor allem für seine Zigarettenmarken wie Camel, Benson & Hedges oder Winston. Es verfügt daneben jedoch auch über ein kleineres Nahrungs- und Arzneimittelgeschäft, wie die folgende Grafik zeigt.

JT Geschäftsaufteilung

Wie alle Zigarettenhersteller hat auch JT gegenwärtig mit enormen Herausforderungen zu kämpfen. Insbesondere der Trend hin zu einem immer gesünderen Lebensstil sowie die damit zusammenhängenden Werberestriktionen machen dem Unternehmen stark zu schaffen. So stecken sich gerade Menschen in westlichen Ländern immer seltener einen Glimmstängel an.

Gleichzeitig bieten sich der Tabakindustrie aber auch diverse Wachstumschancen. Nicht nur E-Zigaretten oder Marihuana könnten für JT zum nächsten Blockbuster werden. Auch die Emerging Markets weisen noch ein erhebliches Wachstumspotenzial auf. Zwar liegt die dort zu erzielende Profitabilität nicht auf einem Niveau mit den entwickelten Ländern. Doch das rasante Bevölkerungswachstum und der deutlich höhere – teils sogar zunehmende – Raucheranteil versprechen, künftig zu einem neuen Standbein für das Unternehmen zu werden.

Warum Japan Tobacco?

Doch wie attraktiv ist die Aktie von JT tatsächlich? Dies muss sich erst anhand meines Bewertungsmodells zeigen. Also los geht’s!

Wie günstig ist JT?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als dessen durchschnittliches KGV (seit 2004). Im Falle von JT liegt das aktuelle KGV bei 15,1. Dies ist weniger als es in der Vergangenheit im Durchschnitt mit 15,8 der Fall war.

JT Bewertungsfaktor 1

Die Aktie von JT ist daher gegenwärtig etwas günstiger zu haben als üblich. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 0,2 Pluspunkte.

Wie stark ist JT?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seinen Gewinn sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern kann. Im Falle von JT beträgt die geringere der beiden Wachstumsraten 8,9% p.a. Das Unternehmen weist somit sowohl mittel- als auch langfristig ein deutlich positives Gewinnwachstum auf.

JT Bewertungsfaktor 2

JT scheint daher ein überaus starkes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 8,9 Pluspunkte.

Wie robust ist JT?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern kann. Im Falle von JT betrug der maximale Gewinneinbruch 48,3% (Geschäftsjahr 2008/09). Im Bewertungszeitraum kam es jedoch zu keiner Verlustsituation.

JT Bewertungsfaktor 3

JT scheint daher ein einigermaßen robustes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 7,8 Minuspunkte.

Ist JT derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt. Im Falle von JT gestehe ich dem Unternehmen aufgrund seiner Robustheit ein KGV von 13,2 zu. Dies ist weniger als das aktuelle KGV (15,1).

JT Bewertungsfaktor 4

Die Aktie von JT scheint daher gegenwärtig noch kein echtes Schnäppchen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 11,0 Minuspunkte.

Jung in Rente-Faktor

Zur Berechnung meiner persönlichen Bewertungskennzahl – dem sogenannten „Jung in Rente“-Faktor (JiR-Faktor) – zähle ich abschließend sämtliche Plus- und Minuspunkte des Unternehmens zusammen. Im Falle von JT komme ich so auf einen JiR-Faktor von -9,6 Punkten.

JT Jung in Rente-Faktor

Unternehmen mit einem JiR-Faktor von unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf meiner Watchlist, geschweige denn in meinem Depot. Ab einem JiR-Faktor von -10 qualifiziert sich eine Aktie für meine engere Auswahl. Einen JiR-Faktor von 10 und höher deute ich sodann als Kaufsignal.

JT kommt mit einem JiR-Faktor von -9,6 somit grundsätzlich für mich in Frage.

Dividende

Neben dem JiR-Faktor spielt bei meinen Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Daher prüfe ich vor jedem Kauf zusätzlich, wie es um Höhe, Stabilität und Wachstum der Dividende bestellt ist.

JT Dividende

JT verfolgte bislang eine überaus anlegerfreundliche Ausschüttungspolitik. So hat das japanische Unternehmen seine Dividende über den gesamten Bewertungszeitraum hinweg von Jahr zu Jahr erhöht. Gegenwärtig schüttet JT rund 55% seiner Gewinne aus, was bei meinem Kaufkurs einer Dividendenrendite von 3,6% entsprach. Wenn man dem Analystenkonsens glauben darf, dürfte sich diese im kommenden Geschäftsjahr bis auf 4,1% erhöhen.

Fazit

Aufgrund des stabilen Geschäftsmodells und seiner anlegerfreundlichen Ausschüttungspolitik hatte sich Japan Tobacco bereits vor einigen Monaten für meine Watchlist qualifizieren können.

Nachdem das 52-Wochen-Tief (27,07 Euro) zuletzt in Sichtweite kam und auch das Ex-Dividende-Datum (27.12.) immer näher rückte, habe ich mich – trotz des nicht ganz eindeutigen Kaufsignals – dazu entschlossen, die Aktie von Japan Tobacco in mein Depot aufzunehmen.

Der Kauf von 150 Anteilen an Japan Tobacco sichert mir nicht nur 75 Euro an zusätzlichen Kapitaleinkünften für 2017, sondern auch eine Erhöhung meines passives Einkommen um voraussichtlich etwas mehr als 150 Euro im Jahr.






Was denkst du über Investitionen in Tabak-Aktien und Japan Tobacco im Speziellen? Lass es mich wissen und schreib einen kurzen Kommentar oder kontaktiere mich auf Facebook oder Twitter!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Wie viel Sparen ist genug?

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Der Weg in ein selbstbestimmtes Leben führt stets über das eigene Konsum- und Sparverhalten. Sind die eigenen Ansprüche zu hoch, reicht selbst ein überdurchschnittlich starkes Einkommen kaum aus, um ein nennenswertes Vermögen aufzubauen. Die finanzielle Freiheit bleibt so meist bloß ein frommer Wunsch.

So gibt es viele Menschen, die es trotz eines ansehnlichen Verdienstes nicht schaffen, einigermaßen gut über die Runden zu kommen. Die Ursache hierfür liegt so gut wie immer in einem überbordenden Lebensstil. Denn auch das höchste Einkommen hilft nichts, wenn man permanent über seinen Verhältnissen lebt.

Doch selbst wenn die persönlichen Einkommens- und Ausgabenverhältnisse in einigermaßen geregelten Bahnen verlaufen, ist ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Arbeitsleben noch lange kein Selbstläufer. Wie viel und vor allem wie lange man letztlich sparen muss, um nicht mehr tagein, tagaus zur Arbeit gehen zu müssen, möchte ich daher im vorliegenden Artikel klären.






Sparziel definieren

Zu diesem Zweck habe ich mir bereits vorab die beiden folgenden Fragen gestellt:

Dank meines Haushaltsbuchs weiß ich inzwischen, dass mein künftiges Ausgabenniveau bei etwa 2.250 Euro im Monat liegen wird. Ich müsste also über mindestens ebenso hohe Kapitaleinkünfte verfügen, um nicht mehr auf mein Arbeitseinkommen angewiesen zu sein. Um solch ein passives Einkommen zu generieren, wären voraussichtlich Ersparnisse in Höhe von insgesamt 450.000 Euro erforderlich. Doch dies ist eine ganze Stange Geld. Wie lange man benötigt, um solch ein Vermögen aufzubauen, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:

Wie viel …
… hat man bereits gespart?
… kann man künftig zurücklegen?
… tragen Kapitaleinkünfte zum Sparziel bei?

Da sich die erste Frage jeder selbst beantworten kann, möchte ich im Folgenden klären, wie sich das eigene Sparverhalten auf den Rentenbeginn auswirkt. Der Rolle der Kapitaleinkünfte habe ich mich in einem separaten Artikel gewidmet.

Einnahmen- und Ausgabenverhältnisse prüfen

Dank unseres aktuellen Arbeitseinkommens von rund 6.000 Euro im Monat darf sich meine Familie in Deutschland zur einkommensstarken Mittelschicht zählen. Gemäß den aktuellen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gehören hierzu alle Paarhaushalte mit einem Kind, die gemeinsam mindestens über ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 4.750 Euro verfügen.

Mit solch einem Verdienst lässt sich zweifellos gut über die Runden kommen. Zwar wird man so nicht gleich zum nächsten Rockefeller. Dies steht einem frühzeitigen Rentenbeginn jedoch auch überhaupt nicht im Wege. Denn nicht das eigene Einkommen ist hierfür die entscheidende Variable. Der Weg zur finanziellen Freiheit ist vielmehr eine Frage der eigenen Ausgaben und was am Ende jeden Monats vom Gehalt noch übrigbleibt.

Die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland betrug in den vergangenen Jahren durchschnittlich stets knapp unter 10%. Anders formuliert geben wir Deutschen im Durchschnitt also 90% des uns zur Verfügung stehen Einkommens aus. Dass es aber auch deutlich besser geht, habe ich mir in den vergangenen zweieinhalb Jahren selbst bewiesen. So komme ich seit Wiederaufnahme meiner Haushaltsbuchführung auf eine Sparquote von rund 33%. Ich schaffe es also, gut jeden dritten verdienten Euro auf die Seite zu legen.

Zweifellos ist dies noch nicht das Ende der Fahnenstange. Schließlich finden sich im Netz viele „early retirees“, die es in ihrer Ansparphase auf Sparquoten von bis zu 80% gebracht haben. Dies ist mir trotz meiner gefühlt bereits recht sparsamen Lebensweise zwar noch nicht gelungen. Dennoch lässt sich an meinem Beispiel prima illustrieren, dass ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Arbeitsleben selbst mit einem Mittelschichtseinkommen durchaus realisierbar ist.





Sparpotenzial ermitteln

Startpunkt dieser Beispielrechnung ist der aktuelle Stand des eigenen Vermögens. Um eine möglichst hohe Vergleichbarkeit zu gewährleisten, ziehe ich hierfür das sogenannte Netto-Vermögen heran.  Hierzu sind die bereits vorhandenen Ersparnisse zunächst um die gegebenenfalls noch vorhandenen Schulden zu reduzieren.

⇒ Gegenwärtiges Netto-Vermögen: 125.000 Euro – 0 Euro = 125.000 Euro

Als Nächstes wird ermittelt, wie hoch das eigene Sparpotenzial ist. Dabei sorgen zwei Faktoren für eine Steigerung des Netto-Vermögens: Der Sparbetrag – d. h. die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben – und die Kapitaleinkünfte.

Beim Sparbetrag ist zu beachten, dass sich Einkommen und Ausgaben im Laufe der Ansparphase durch Gehaltssteigerungen und Inflation verändern können. So gehe ich persönlich davon aus, dass mein Gehalt jährlich um 4% steigen wird und mit einer durchschnittlichen Inflation von 2% zu rechnen ist. Meine momentane Sparquote von 33% sollte sich daher künftig noch weiter erhöhen.

⇒ Monatlicher Sparbetrag: 6.000 Euro – 4.000 Euro = 2.000 Euro

Zur Berechnung meiner Kapitaleinkünfte setze ich zunächst die langfristige Aktienmarktrendite von 8% pro Jahr an. Anschließend ziehe ich die an den deutschen Fiskus zu entrichtende Abgeltungssteuer von gegenwärtig 25% ab. Meine Ersparnisse erfahren demnach eine jährliche Kapitalverzinsung von rund 6% nach Steuern.

⇒ Monatliche Kapitaleinkünfte: 125.000 Euro x 0,5% p. M. = 625 Euro

Im Augenblick erhöht sich mein Netto-Vermögen somit um insgesamt 2.625 Euro im Monat. Da ich jedoch annehme, dass meine Gehaltssteigerungen die Inflation dauerhaft übertreffen werden und meine Kapitaleinkünfte parallel zum Netto-Vermögen stetig zunehmen, dürfte auch mein Sparpotenzial in Zukunft noch weiter wachsen.

In 3 Schritten zum Rentenbeginn

Wie die unten stehende Tabelle zeigt, hätte ich mein ursprüngliches Sparziel von 450.000 Euro somit bereits nach 7 Jahren erreicht. Allerdings wird die Inflation aller Voraussicht nach dafür Sorge tragen, dass sich auch mein künftiges Ausgabenniveau erhöhen wird. Folglich muss ich über entsprechend höhere Ersparnisse verfügen, um meine Lebenshaltungskosten vollständig über Kapitaleinkünfte finanzieren zu können. Vor diesem Hintergrund verzögert sich mein voraussichtlicher Rentenbeginn zwar noch um ein weiteres Jahr. Dennoch könnte ich bereits in 8 Jahren finanziell frei sein.

MonatBeginnSparbetragKapitalerträgeEndeErforderlich
1125.000,002.000,00625,00127.625,00<450.000,00
2127.625,002.013,33638,13130.276,46<450.750,00
3130.276,462.026,72651,38132.954,56<451.501,25
94510.389,053.506,312.551,95516.447,30<525.378,29
95516.447,303.525,782.582,24522.555,31<526.253,92
96522.555,313.545,332.612,78528.713,41527.131,01

 

Was die obige Tabelle noch nicht verrät ist, inwiefern sich eine Veränderung meines Sparverhaltens auf die Dauer der Ansparphase auswirken würde. Daher habe ich ebenfalls getestet, wie sich eine niedrigere oder höhere Sparquote jeweils bemerkbar machen würde. Das Ergebnis lässt sich anhand der nachfolgenden Abbildung gut ablesen.

Sparquote
Auswirkungen unterschiedlicher Sparquoten

Demnach würde eine Steigerung meiner Sparquote von derzeit 33% auf 50% den Zeitraum bis zum Rentenbeginn um ganze 20 Monate verkürzen. Demgegenüber wäre eine Verringerung meiner Sparquote auf den bundesdeutschen Durchschnitt von 10% mit einer Verlängerung der Ansparphase um über 4 Jahre verbunden. Dies zeigt deutlich, wie eng das eigene Sparverhalten mit dem Erreichen der finanziellen Freiheit verknüpft ist.






Fazit: Auf die Sparquote kommt es an

„Wie lange muss ich wohl noch sparen, bevor ich nicht mehr arbeiten muss?“ Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jedem, der sich frühzeitig aus dem Arbeitsleben verabschieden möchte. Eine allgemeingültige Aussage zu treffen ist zwar schwierig, da sich die individuellen Situationen stark voneinander unterscheiden. Dennoch wird anhand meines Beispiels bereits eines klar: Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit kommt es vor allem auf eine hohe Sparquote an!

Wer also wie ich beabsichtigt, bereits jung in Rente zu gehen, sollte sich zuallererst daranmachen, seine Konsumgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. So können bereits kleinere Ausgabenkürzungen den Ausstieg aus dem Arbeitsleben drastisch beschleunigen. Denn nur wer genügend spart, kann auch ausreichend investieren und so früher oder später ein selbstbestimmtes Leben führen. Nicht umsonst lautet mein Motto: „sparen. investieren. frei sein.


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Was kostet die Freiheit?

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Monat für Monat etwas auf die hohe Kante zu legen, vermittelt zweifellos ein wohliges Gefühl der finanziellen Sicherheit. Doch wenn man wie ich irgendwann an den Punkt gelangt, längst mehr Dinge zu besitzen, als man überhaupt nutzen kann, stellt sich zwangsläufig die Frage, wofür man eigentlich noch spart.

Zwar brauchte es eine ganze Weile bis ich erkannte, dass mich die ewige Jagd nach immer größeren Immobilien, schnelleren Autos und teurerer Kleidung auf Dauer nicht glücklich machen würde. Doch erst im Laufe der Zeit wurde mir auch bewusst, woran es mir im Leben wirklich fehlte: Freiheit. Freiheit all das zu tun, was ich will, wann ich will und wo will.

Doch wie konnten meine Ersparnisse hieran etwas ändern? Selbstverständlich hätte ich schlicht weniger arbeiten können, um meine Work-Life-Balance ein Stück weit zu verbessern. Schließlich war ich angesichts meiner Sparmöglichkeiten augenscheinlich nicht auf mein volles Gehalt angewiesen. Doch mir schwebte da etwas Größeres vor.

Ließen sich meine stetig wachsenden Ersparnisse nicht einfach dazu verwenden, irgendwann gänzlich von diesen zu leben? Bestand vielleicht sogar die Möglichkeit, die Arbeit und all die damit verbundenen Pflichten früher als erwartet hinter mir zu lassen? Nach langem Grübeln fasste ich so schließlich mein ultimatives Sparziel: Die finanzielle Freiheit in jungen Jahren.






 Finanzielle Freiheit: Eine Frage der Ausgaben

Aber was bedeutet es eigentlich, finanziell frei zu sein? Finanzielle Freiheit heißt für mich, nicht mehr auf mein Arbeitseinkommen angewiesen zu sein. Finanziell frei wäre ich also ab dem Zeitpunkt, ab dem mir meine Ersparnisse ein arbeitsfreies Leben ermöglichen würden. Doch wie viel müsste man letztlich gespart haben, um sich tatsächlich ein für alle Mal aus dem Arbeitsleben verabschieden zu können? Um dies zu beantworten, stellte ich mir die beiden folgenden Fragen:

  • Wie hoch würden meine Ausgaben sein, wenn ich einmal nicht mehr arbeiten gehen würde?
  • Wie viel Geld müsste ich gespart haben, damit meine Ersparnisse diese Ausgaben decken würden?

Nachdem ich mich der ersten Frage bereits in meinem letzten Artikel gewidmet habe, werde ich im Folgenden nun auch der zweiten Frage auf den Grund gehen.

So wären in meinem Fall bei geschätzten Ausgaben von etwa 2.250 Euro im Monat und einer mir theoretisch noch verbleibenden Restlebensdauer von ungefähr 50 Jahren Ersparnisse in Höhe von sage und schreibe 1.350.000 Euro (= 50 Jahre × 12 Monate × 2.250 Euro) von Nöten, um bereits heute in Rente gehen zu können! Um solch eine immense Summe zusammenzutragen, würde ich wahrscheinlich jedoch noch ein paar Jahrzehnte benötigen.





In 3 Schritten zum erforderlichen Vermögen

Aus diesem Grund habe ich mich bereits vor einiger Zeit dazu entschieden, meine Ersparnisse am Kapitalmarkt anzulegen. Auf diese Weise soll mein bisheriges Arbeitseinkommen nach und nach durch die Vereinnahmung von Kapitaleinkünften ersetzt werden. Wenn ich davon ausgehen darf, dass die Vergangenheit auch nur ein halbwegs guter Indikator für die Zukunft ist, werden mir meine Ersparnisse so nicht bloß erhalten bleiben, sondern im Gegensatz zu mir auch weiter hart arbeiten und fleißig Zinsen, Dividenden und Kurszuwächse generieren.

Da ich mich also für die Anlage meiner Ersparnisse am Kapitalmarkt entschieden hatte, musste ich dies auch bei meiner Berechnung entsprechend berücksichtigen. Hierzu habe ich zunächst meine zuvor geschätzten Ausgaben annualisiert.

⇒ Jährliche Ausgaben: 2.250 Euro × 12 Monate = 27.000 Euro

Anschließend habe ich bestimmt, wie hoch meine Ersparnisse sein müssten, damit ein jährliches Kapitaleinkommen in entsprechender Größenordnung generiert werden würde.

⇒ Erforderliche Netto-Ersparnisse: 27.000 Euro ÷ 8% p. a. = 337.500 Euro

Die dabei zur Anwendung kommende Kapitalrendite basiert selbstverständlich auf meiner persönlichen Einschätzung. Da der Aktienmarkt in der Vergangenheit jedoch auf lange Sicht durchschnittlich rund 8% pro Jahr abwarf, ziehe ich diesen Wert auch als Grundlage für meine Berechnung heran.

Im dritten und letzten Schritt musste ich dann noch die an den deutschen Fiskus abzuführende Abgeltungssteuer von gegenwärtig 25% abziehen. Schließlich lässt einem der Staat am Ende immer nur 75% der ursprünglichen Kapitaleinkünfte übrig.

⇒ Erforderliche Brutto-Ersparnisse: 337.500 Euro ÷ 75% = 450.000 Euro

Damit mein Kapitaleinkommen meine Ausgaben deckt, müsste ich also über Ersparnisse in Höhe von 450.000 Euro verfügen. Nach wie vor eine enorme Summe! Aber immerhin kann ich mein Sparziel nun nicht mehr nur in Worte, sondern auch in Zahlen fassen.

Persönliches Szenario der erforderlichen Ersparnisse
Persönliches Ersparnisszenario





Fazit: Der Freiheit einen Preis geben

Natürlich stellt mein Fall nur eines von vielen denkbaren Szenarien dar. Zum besseren Überblick habe ich daher zusätzlich das folgende Diagramm erstellt. Dieses gibt die erforderlichen Ersparnisse für verschiedene Ausgabenniveaus von 500 Euro bis 5.000 Euro im Monat an. Der besseren Einordnung halber habe ich die Berechnungen anhand von verschiedenen Kapitalmarktrenditen zwischen 1% (sehr konservativ) und 10% (sehr ambitioniert) durchgeführt. Die Abgeltungssteuer wurde dabei wie zuvor mit 25% berücksichtigt.

Alternative Szenarien der erforderlichen Ersparnisse
Alternative Ersparnisszenarien

Dank dieser einfachen Berechnung lässt sich relativ gut nachvollziehen, wie viele Ersparnisse für einen erfolgreichen Ausstieg aus dem Arbeitsleben benötigt werden. Dieses Wissen half mir enorm, mich auf den Weg zur finanziellen Freiheit einzulassen. Denn mit einer konkreten Zahl vor Augen, rückt das Sparziel nicht nur in greifbare Nähe, es motiviert auch ungemein, dieses so schnell wie möglich zu erreichen!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema: