Nintendo – Spielend Geld verdienen?

Ich stoße immer wieder auf Unternehmen, bei denen es sich um wahre Ikonen handelt, deren Aktie aber nie auf meinem Investmentradar auftauchte.

Ein solches Unternehmen ist auch Nintendo.

Denn obwohl Game Boy und Super Nintendo sicherlich zu den tollsten Weihnachtsgeschenken meiner Kindheit gehörten, habe ich das Unternehmen bis dato nie als Investmentmöglichkeit begriffen.

Umso mehr freue ich mich, dass das Euch bereits aus meinem diesjährigen Aktienplausch bekannte Blogger-Duo von Bavarian Value nun ihre Aktienanalyse zu Nintendo mit uns teilt.

Viel Spaß also beim nächsten Gastbeitrag auf Jung in Rente.

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Ein Gastbeitrag von Bavarian Value.

Servus zusammen,

nachdem wir zu Nintendo bereits im Oktober eine ausführliche Inside-Analyse auf unserem Blog veröffentlicht haben, dürfen wir Euch heute hier eine überarbeitete und aktualisierte Fassung davon präsentieren.

Nintendo Logo

Überblick

Nintendo K.K. ist ein japanisches Unternehmen mit Hauptsitz in Kyoto und hat sich auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Unterhaltungsprodukten spezialisiert.

Dabei unterteilt der Konzern seine Produkte in die Sparten

  • Dedicated video game platforms,
  • Playing cards,
  • Karuta (japanische Spielkarten) und
  • Other products.

Das Hauptgeschäft der Japaner ist die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von stationären Videospielkonsolen, Handheld-Spielkonsolen und den dazugehörigen Spielen. Diese Aktivitäten werden in der Sparte Dedicated video game platforms zusammengefasst.

Der Bereich Dedicated video game platforms war 2021 für knapp 97% des Konzernumsatzes verantwortlich.

Daher können wir uns hauptsächlich auf diesen Geschäftsbereich konzentrieren und die anderen Sparten etwas vernachlässigen.

Nintendo ist genau hierfür weltweit bekannt – für seine Spielkonsolen und die dazugehörigen Videospiele.

Jede Generation hatte „ihre“ Nintendo-Konsole, früher der Gameboy, dann der Super Nintendo oder der Nintendo 64 und heute eben die Nintendo Switch.

Nintendo's Switch to Success
Konsolenverkäufe Nintendo von 1998 – 2020
Quelle: Visual Capitalist

Und wohl jeder kennt die ikonischen Charaktere aus dem Hause Nintendo, allen voran: „It’s-a Me, Mario!“

Mario ist seit über 40 Jahren (seit dem Arcade-Spiel Donkey Kong aus dem Jahre 1981) auf der Welt und wahrscheinlich die bekannteste Figur, die Nintendo geschaffen hat.

Er ist der Star in vielen bekannten Nintendo-Spielereihen wie Super MarioMario Kart und Mario Party.

Aber das Unternehmen hat noch weitere weltbekannte Spielereihen im Portfolio wie bspw. Donkey KongThe Legend of ZeldaAnimal Crossing und die Exklusivrechte der Pokémon-Spiele (man ist zu 32% direkt an The Pokémon Company beteiligt).

Mario Kart 8 Deluxe – Nintendo Switch Presentation 2017 Trailer
Quelle: YouTube

Unternehmensgeschichte von Nintendo

  • 1889 – Fusajiro Yamauchi beginnt mit der Herstellung und dem Verkauf japanischer Spielkarten
  • 1951 – Umbenennung in Nintendo Playing Card Co., Ltd.
  • 1962 – Börsengang in der Second Section der Osaka Securities Exchange und an der Kyoto Stock Exchange
  • 1963 – Umbenennung von Nintendo Playing Card Co., Ltd. in Nintendo Co., Ltd.
  • 1973 – Entwicklung des Unterhaltungssystem Laser Clay Shooting System (Simulationsspiel zum Schießen mit Lichtpistolen für Freizeiteinrichtungen)
  • 1977 – Launch der Heimvideospielkonsolen TV Game 15 und TV Game 6
  • 1978 – Beginn der Entwicklung und des Verkaufs von Arcade-Videospielautomaten
  • 1980 – Gründung der amerikanischen Tochtergesellschaft Nintendo of America Inc. und Launch der Handheld-Spielkonsole Game & Watch
  • 1981 – Entwicklung und Release des Arcade-Videospiels Donkey Kong
  • 1983 – Launch des Heimvideospielsystems Family Computer System (außerhalb Japans Nintendo Entertainment System (NES))
  • 1985 – Release des Spiels Super Mario Bros. für das NES
  • 1989 – Launch der Handheld-Spielkonsole Game Boy
  • 1990 – Launch der Videospielkonsole Super Famicom (außerhalb Japans Super Nintendo Entertainment System (Super Nintendo))
  • 1996 – Launch der Videospielkonsole Nintendo 64
  • 2001 – Launch der Handheld-Spielkonsole Game Boy Advance und der Videospielkonsole GameCube
  • 2004 – Launch der Handheld-Spielkonsole Nintendo DS
  • 2006 – Launch der Videospielkonsole Wii
  • 2011 – Launch der Handheld-Spielkonsole Nintendo 3DS
  • 2012 – Launch der Videospielkonsole Wii U
  • 2017 – Launch der Nintendo Switch (hybride Videospielkonsole, die sowohl als stationäre als auch als tragbare Handheld-Konsole genutzt werden kann)
  • 2018 – Start des Online-Service Nintendo Switch Online

Aktuelle Unternehmensentwicklung

Nun werfen wir einen Blick auf das erste Halbjahr 2022 (01.04.-30.09.21) des japanischen Gaming-Unternehmens.

Und die Zahlen sehen zunächst nicht so berauschend aus.

Der Umsatz ging um 18,9% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 auf ¥624.272 Mio. zurück.

Auch das EBIT gab um 24,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf ¥219.959 Mio. nach.

Aber setzen wir die Zahlen mal etwas ins Verhältnis.

Das erste Halbjahr 2021 lief hervorragend.

Nintendo konnte den Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um 73,3% auf ¥769.524 Mio. und das EBIT um 209,3% auf ¥291.424 Mio. steigern.

Diese hervorragenden Zahlen des letzten Jahres wurden allen voran durch Animal Crossing: New Horizons möglich.

Von diesem Spiel wurden im ersten Quartal 10,63 Mio. Einheiten und im zweiten Quartal nochmals 14,27 Mio. Einheiten verkauft.

Bis zum Ende des ersten Halbjahres 2021 hatten die Japaner 20 Million-Sellers (Spiele, die in diesem Zeitraum mehr als eine Million Mal verkauft wurden) zu Buche stehen.

Vergleicht man die Zahlen mit dem aktuellen Halbjahr, sieht dieses gar nicht mehr so verkehrt aus.

Es deutet aber schon auf ein wichtiges Thema hin, welches Investoren berücksichtigen sollten.

Die Ergebnisse von Nintendo sind schwankend und hängen stark von der Beliebtheit der jeweils aktuellen Konsolengeneration und den dazugehörigen Spielen ab.

So gab es zwar im ersten Halbjahr 2022 erfolgreiche Neustarts mit The Legend of Zelda: Skyward Sword HD (3,60 Mio. Einheiten), New Pokémon Snap (2,19 Mio. verkaufte Einheiten) und Mario Golf: Super Rush (1,94 Mio. verkaufte Einheiten) und man kommt aktuell auf insgesamt 18 Million-Sellers.

Doch die Ergebnisse aus 2021 konnte man trotzdem nicht halten.

New Pokémon Snap
Quelle: Nintendo Deutschland
New Pokémon Snap
Quelle: Nintendo Deutschland

Animal Crossing: New Horizons, welches im März 2020 startete, lieferte dieses Jahr „nur“ noch 2,22 Mio. verkaufte Einheiten im Vergleich zu 24,90 Mio. verkauften Einheiten im ersten Halbjahr 2021 (01.04.-30.09.).

Der große Erfolg von Animal Crossing: New Horizons, welches damals frisch auf den Markt kam, ist auch „schuld“ daran, dass dieses Jahr die Hardware-Verkäufe (Konsolen, primär Nintendo Switch) um 34,0% und die Software-Verkäufe (Videospiele, downloadbare Versionen von verpackten Spielen/Software, „download-only“ Spiele/Software, Add-Ons und Nintendo Switch Online) um 6,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen sind.

Um diesen Schwankungen entgegenzuwirken wurde 2018 der Online-Service Nintendo Switch Online gestartet.

Ab €3,99 im Monat kann man z.B. in Deutschland auf den Service zugreifen.

Die Nintendo of Europe GmbH beschreibt diesen als:

Bezahlservice, mit dem Mitglieder Online-Spiele mit kompatibler Software genießen, auf eine Auswahl klassischer NES™- und Super NES™-Spiele mit neuen Online-Funktionen zugreifen, Speicherdaten für fast alle Spiele sichern und zusätzliche Funktionen der Smart-Geräte-App von Nintendo Switch Online nutzen können.

Nintendo Switch Online
Nintendo Switch Online
Quelle: Nintendo Deutschland

Innerhalb der Kategorie Dedicated video game platform werden die Digital Sales – zu denen bspw. die Nintendo Switch Online Mitgliedschaften, „download-only“ Spiele/Software und downloadbare Versionen von verpackten Spielen/Software gehören – nochmals separat betrachtet.

Vor allem die schwächelnden Verkäufe der downloadbaren Versionen von verpackten Spielen/Software haben dazu geführt, dass hier die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,9% gesunken sind.

Umsatzverteilung Nintendo H1 2022 2021
Umsatzverteilung 1. Halbjahr: 2022 vs. 2021
Quelle: Nintendo

Nintendo hat in seinem Halbjahresbericht die Umsätze sowohl nach Produktkategorie als auch nach Region aufgeteilt:

Dedicated video game platform enthält, wie schon erwähnt, Hardware- (Konsolen) und Software-Verkäufe (Videospiele, downloadbare Versionen von verpackten Spielen/Software, „download-only“ Spiele/Software, Add-Ons und Nintendo Switch Online).

Die Umsätze aus dieser Kategorie sind für knapp 96% des kompletten Konzernumsatzes des ersten Halbjahres 2022 verantwortlich.

Davon entfielen über 97% auf die Nintendo Switch (inkl. Videospiele, etc.) und knapp 3% auf andere Konsolen (inkl. Videospiele, etc.) sowie amiibo (interaktive Figuren und Karten, die mit Nintendo Switch-/Nintendo 3DS/Wii U-Spielen interagieren).

Somit ist die Nintendo Switch für ca. 93% des Umsatzes verantwortlich (1. Halbjahr 2021: ca. 95%).

Die anderen beiden Kategorien Mobile, IP related income, etc. (enthält bspw. Einnahmen aus Mobile Games wie Super Mario Run, Mario Kart Tour und Pokémon Go) und Playing cards, etc. sind mit ihren Anteilen von ca. 4% bzw. knapp 0,2% eher zweitrangig. 

Geografisch ist die Region Americas mit einem Umsatzanteil von knapp 44% führend gefolgt von Europe mit über 24% und Japan mit knapp 22%.

Die restlichen etwas mehr als 10% entfallen auf Other.

Im Vorjahreszeitraum war die Reihenfolge identisch, jedoch war der Anteil von Americas nicht ganz so hoch – Americas 40,5%, Europe 24,5%, Japan 22,5%.

Im Oktober haben die Japaner das neue Modell der Nintendo Switch mit OLED-Bildschirm und die Spiele Metroid Dread und Mario Party Superstars auf den Markt gebracht.

Für das restliche Geschäftsjahr sind zudem noch vielversprechende Spiele wie Pokémon Brilliant Diamond & Pokémon Shining Pearl (November), Big Brain Academy: Brain vs. Brain (Dezember) und Pokémon Legends: Arceus (Januar) in der Pipeline.

Außerdem wird Nintendo Switch Online um ein Expansion Pack mit Nintendo 64-Spielen und SEGA Mega Drive-Spielen erweitert.

Und auch für 2022 haben die Japaner schon Pläne:

Im Dezember 2022 soll Super Mario Bros. als Animationsfilm mit Chris Pratt (Guardians of the Galaxy, Jurassic World) als Stimme von Mario in die Kinos kommen.

Nintendo Super Mario Bros Movie Poster
Super Mario Bros. Movie Poster
Quelle: Comic Book Movie

Kennzahlenanalyse

Kennzahlenanalyse Nintendo
Kennzahlenanalyse Nintendo
Eigene Berechnungen

Ein Blick auf die Eigenkapitalquote zeigt uns, dass Nintendo hier sehr gut aufgestellt ist.

Zwar sank die Eigenkapitalquote von knapp 90% in 2016 auf 76% in 2021, diese ist aber immer noch überragend.

Der dynamische Verschuldungsgrad wiederum hat sich über die Jahre eher positiv entwickelt.

2021 liegt er bei knapp 96%, sprich das Unternehmen könnte seine Schulden mithilfe des operativen Cashflows innerhalb eines Jahres zurückzahlen.

Dieser Wert schwankt zwar relativ stark, war innerhalb der letzten 4 Jahre aber zumindest immer unter 250%.

Die EBIT-Marge zeigt sehr schön, dass sich die derzeitige Konsolengeneration, also die Nintendo Switch, sehr profitabel verkauft.

Im Jahr 2021 belief sich die EBIT-Marge auf stolze 36%.

Diese ist aber sehr stark abhängig von der jeweils aktuellen Konsolengeneration.

So gab es bspw. in den letzten Jahren der Wii U eine EBIT-Marge von ziemlich mageren 6%

Für Dividendenjäger bietet Nintendo eine über die Jahre etwas schwankende Dividende.

Qualitative Analyse

Das Geschäftsmodell von Nintendo lässt sich kurz und knapp wie folgt zusammenfassen:

Die Japaner entwickeln, produzieren und vertreiben Unterhaltungsprodukte für das Home Entertainment.

Dazu gehören Hardware (Konsolen, wie die Nintendo Switch) und Software (Videospiele, downloadbare Versionen von verpackten Spielen/Software, „download-only“ Spiele/Software, Add-Ons und Nintendo Switch Online).

Und wie verdient das Unternehmen sein Geld? Ein Wort: Switch.

Im Jahr 2021 gingen knapp 97% aller Umsätze auf das Konto der Switch, welche die Konsole selbst, Spiele und sämtliche Services beinhalten.

Den Rest des Geschäfts kann man dadurch, wie schon erwähnt, eher vernachlässigen

Einen interessanten und nicht ganz so offensichtlichen Punkt bei Nintendo gibt es zudem noch.

Den Japanern gehört quasi The Pokémon Company.

Diese formt sich aus drei Unternehmen:

  • Nintendo,
  • Creatures und 
  • GameFreak.

Zwar gehören Nintendo direkt „nur“ 32% der Anteile von The Pokémon Company, die Japaner besitzen darüber hinaus aber noch eine in ihrer Höhe nicht offiziell bestätigte Menge von Anteilen an Creatures.

Dadurch ist es möglich, dass dem Unternehmen insgesamt über 50% der The Pokémon Company gehören. 

Damit sind wir auch schon beim Thema Marken angelangt.

Nintendo IP
Nintendos Marken
Quelle: nintendolife

Es gibt wenige Marken, die so gut wie jeder auf dieser Welt kennt.

Zu diesen gehören aber sicherlich MarioYoshiDonkey Kong oder Link aus The Legend of Zelda.

Diese Figuren sind felsenfest in der Popkultur integriert und bieten somit einen realen Vermögenswert.

Da sie eine etablierte Fanbase haben, verkaufen sich neue Spiele mit ihnen wie warme Semmeln (bayrisch für „Brötchen“).

Das zeugt von der Qualität und Sorgfalt, die Nintendo in das Branding seiner Figuren steckt.

Und bei der Bekanntheit und Markenstärke von Pokémon, sind wir uns wohl alle einig, dass diese ihresgleichen sucht.

Daher können wir Nintendo sehr guten Gewissens einen Burggraben aufgrund von Markenstärke zuschreiben.

Super Mario ist übrigens nicht das größte Franchise des Unternehmens.

Nintendo Franchise Value
Franchise Gesamtumsatz verschiedener Marken
Quelle: Statista

Denn Pokémon liegt mit einem bisher erzielten Gesamtumsatz von $100 Mrd. noch weit vor Super Mario mit „nur“ $34,6 Mrd.

Damit stellt Pokémon sogar Mickey Mouse ($80,3 Mrd.) und das Marvel Cinematic Universe ($35,3 Mrd.) in den Schatten

Werfen wir nun einen Blick auf die verkauften Konsolen des Unternehmens.

Nintendo Sales per Unit
Verkaufte Einheiten pro Konsole und Software
Quelle: Nintendo

Die Switch ist mit derzeit rund 93 Mio. verkauften Einheiten drauf und dran die bisher erfolgreichste stationäre Nintendo-Konsole Wii vom Thron zu stoßen.

Weltweit meistverkaufte Spielekonsolen
Weltweit meistverkaufte Spielekonsolen (Stand September 2021)
Quelle: Statista

Insgesamt hat die Switch wohl die Hälfte ihrer Lebensdauer erreicht und wird nicht mehr jährlich Rekorde brechen.

Somit wäre wohl noch ein Platz in Top 3 der meistverkauften Spielekonsolen möglich, aber die PlayStation 2 dürfte uneinholbar sein.

2020 betrug der Anteil aller Konsolen und deren zugehöriger Spiele am globalen Gaming Markt rund 28% oder $45,2 Mrd.

Lediglich der Bereich Mobile (Smartphone, Tablet & Co.) hatte einen noch größeren Anteil mit $77,2 Mrd.

Der Bereich PC und physische Spiele kam auf $36,9 Mrd.

Bis 2024 soll der Markt insgesamt auf ca. $219 Mrd. anwachsen, was einem jährlichen Wachstum von 2019 bis 2024 von 8,7% entsprechen würde.

Nintendo ist also in einen stark wachsenden Markt tätig.

Vor allem China und die USA werden das Bild hier weiterhin prägen und die wichtigsten Märkte bleiben.

Top 10 Gaming-Märkte weltweit
Top 10 Gaming-Märkte weltweit
Quelle: Statista

CEO von Nintendo ist seit 2018 Shuntarō Furukawa.

Der Japaner war vorher in der Finanzabteilung des Konzerns tätig.

Er legt großen Wert darauf, dass die einzigartige Kultur des Unternehmens erhalten bleibt und legte das auch in der offiziellen Business Policy fest:

Nintendo places the highest emphasis on providing customers with a „world of fun“, which is both innovative and entertaining with creative elements that have never been experienced.


Konkurrenz- und Wettbewerbsanalyse

Konkurrenzanalyse Nintendo
Konkurrenzanalyse Nintendo
Eigene Berechnungen

Die Hauptkonkurrenten auf dem Konsolenmarkt sind Sony (PlayStation) und Microsoft (Xbox).

Aber auch die Tech-Giganten Apple (Apple Arcade) und Alphabet (Stadia) haben gewisse Anteile am Gaming-Markt.

Danach folgen noch einige Spieleentwickler, welche für verschiedene Plattformen Spiele produzieren und somit teils Konkurrent und teils Kunde sein können.

Dazu zählen

  • Tencent (Fortnite),
  • Activision Blizzard (Call of Duty, World of Warcraft, Overwatch),
  • Electronic Arts (Battlefield, The Sims, FIFA) und
  • Ubisoft (Assassin’s Creed).

Bezogen auf den Umsatz kann Nintendo natürlich mit seinen €10 Mrd. in 2020 nicht mit Apple (€233 Mrd.), Alphabet (€155 Mrd.) oder Microsoft (€122 Mrd.) mithalten.

Man darf aber nicht vergessen, dass diese Unternehmen kein reines Gaming-Geschäft wie Nintendo betreiben.

Vergleicht man nur die Umsätze aus den Konsolenverkäufen und den dazugehörigen Spielen konnte Microsoft 2020 in diesem Bereich einen Umsatz von €9,9 Mrd. und Sony €21,4 Mrd. verzeichnen, was die Kräfteverhältnisse ins richtige Licht rückt.

Bei einer Eigenkapitalquote von fast 80% können lediglich Alphabet (70%), Activision Blizzard (65%) und Electronic Arts (67%) einigermaßen mithalten.

Bei der EBIT-Marge sind alle im Tech-Club relativ gut unterwegs. Nintendo befindet sich mit knapp 27% eher im Mittelfeld.

Mit einer Eigenkapitalrendite von ca. 17% braucht sich Nintendo – vor allem im Hinblick auf die sehr hohe Eigenkapitalquote – nicht verstecken, auch wenn hier Unternehmen wie Apple (88%), EA (41%) oder Microsoft (37%) nochmals andere Maßstäbe setzen.

Nintendo Konsolenverkäufe im Konkurrenzvergleich
Nintendo Konsolenverkäufe im Konkurrenzvergleich
Quelle: Statista

Wie wir schon das ein oder andere Mal erwähnt hatten, verkauft sich die Switch wie warme Semmeln und steht auf der ewigen Rangliste aller Konsolenverkäufe auf derzeit Platz 5.

Platz 2 scheint noch in Reichweite, wenn man bedenkt, dass die Switch wahrscheinlich erst ca. die Hälfte ihrer Lebenszeit hinter sich hat.

Die unangefochtene Nummer 1 ist nach wie vor die PlayStation 2 von Sony und diese wird auch so schnell keiner vom Thron stoßen.

Allerdings sieht man, dass die Switch bei der aktuellen Konsolengeneration die Nase deutlich vor Microsoft‘s XBOX ONE hat und lediglich Sony‘s PlayStation 4 ein wenig hinterherhinkt.

Aber da es bereits die PlayStation 5 gibt, sollte die PS4 noch in Reichweite sein. 

Kommen wir zu den Marktanteilen:

Marktanteil Vergleich
Marktanteile am globalen Konsolenmarkt von 2004 – 2020
Quelle: Statista

Die Verteilung lässt gut auf die derzeitige Wettbewerbslandschaft blicken.

Seit 2019 ist die Nintendo Switch die meistverkaufte Konsole der Welt und das noch vor der PlayStation 4.

Man sieht aber auch schon das „Problem“ der Japaner.

Bei dem kleinen blauen Balken in den Jahren 2012 bis 2016 handelt es sich um die Wii U.

Diese floppte gelinde gesagt massiv, was erneut Nintendo‘s Abhängigkeit vom Erfolg der jeweils aktuellen Konsolengeneration zeigt.

Für die Switch siehts sehr gut aus, wie die nächste Konsolengeneration einschlägt steht natürlich noch in den Sternen.

Risiken bei Nintendo

Das größte Risiko bei Nintendo bleibt die Abhängigkeit von der jeweils aktuellen Konsolengeneration und deren Beliebtheit.

Dies kann man über die Jahre auch am Aktienkurs ablesen:

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Während Anfang der 2000er der Game Boy Advance noch recht erfolgreich war, konnte sich der Game Cube kaum gegen die Xbox von Microsoft und die PlayStation 2 von Sony durchsetzen.

Ab 2006 ging es aber mit der erfolgreichen Handheld-Spielkonsole Nintendo DS und der stationären Konsole Wii wieder steil bergauf ,bevor es mit dem mittelmäßig erfolgreichen Nintendo 3DS und dem Flop Wii U wieder zurück ins Tal der Tränen ging.

Mit der Nintendo Switch ist den Japanern aktuell wieder ein Kassenschlager gelungen, was sich auch im Aktienkurs widerspiegelt.

Natürlich versucht Nintendo mit Services wie Nintendo Switch Online eine gewisse Kontinuität in die Einnahmen zu bringen, was aber bisher noch nicht so wirklich gelingt.

Trotzdem schaffen es die Japaner immer wieder, sich neu zu erfinden und hat vor allem dank seiner populären Charaktere und Spielreihen eine treue Fangemeinde im Rücken, die auch nach Jahren die Games des japanischen Unternehmens immer wieder mit Begeisterung kauft und spielt.

Bewertung der Nintendo-Aktie

Wir gehen von einer langfristigen Wachstumsrate der Owner Earnings von 4,5% aus.

Diese setzt sich aus einer Inflationsrate von 2,0% und einem angenommen organischen Wachstum von 2,5% zusammen.

Bei aktuellen Owner Earnings von €1.048 Mio. (2021) ergeben sich folgende Werte:

  • Fairer Wert: €476
  • 10% Sicherheitsmarge: €429
  • 20% Sicherheitsmarge: €381
  • 30% Sicherheitsmarge: €333
  • 40% Sicherheitsmarge: €286

Fazit: Nintendo ist ein zyklisches Unternehmen

SWOT Nintendo
SWOT-Analyse Nintendo

Nintendo ist nicht so einfach zu beurteilen.

Der große Pluspunkt des Unternehmens sind die beliebten Charaktere und deren treue Fangemeinde.

Denn es gibt nur wenige „Marken“, die ihre Kunden über Jahrzehnte derart fesseln.

Trotzdem schwankt der Unternehmenserfolg der Japaner, wie schon mehrmals erwähnt, mit der Beliebtheit und dem Erfolg der jeweils aktuellen Konsolengeneration.

Dies macht Nintendo in gewisser Weise zu einem sehr zyklischen Unternehmen.

Man versucht mit Nintendo Switch Online die Schwankungen etwas zu glätten, aber so wirklich erfolgreich ist das (noch) nicht.

Die Switch ist ein Renner, aber schlägt die nächste Generation wieder so ein? Who knows? Daher ist die nächste Konsolengeneration, wie immer bei Nintendo, sowohl Chance als auch Risiko.

Das ist wohl der wichtigste Punkt, den es bei Nintendo zu berücksichtigen gibt.

Sonst haben wir hier nicht viel auszusetzen.

Weil der Unternehmenserfolg der Japaner in gewisser Weise zyklisch ist, sollte man unserer Meinung nach sehr darauf achten, nicht zu viel für Nintendo zu bezahlen.

Da der Aktienkurs der Japaner in den letzten Monaten deutlich eingebrochen ist, haben wir uns mal eine erste kleine Position ins wikifolio und in unsere privaten Portfolios geholt.

In diesem Sinne und mit den Worten des beliebtesten italienischen Klempners der Welt:

„Here we go!“

Jetzt seid ihr gefragt:

Wie schätzt ihr Nintendo ein? Welche Nintendo-Spiele spielt ihr bzw. habt ihr früher gespielt? Wir freuen uns über Eure Fragen, Meinungen und Euer Feedback.

Abschließend wünschen wir Euch wie immer noch einen schönen Tag und viel Spaß und Erfolg beim Investieren!

Eure freundlichen Value Investoren aus der bayrischen Nachbarschaft

Andreas & Daniel

Disclaimer: Hinweis nach §34b WpHG: Wir können teilweise selbst direkt oder indirekt im Besitz der angesprochenen Wertpapiere sein. Die Unternehmensanalyse stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Risikohinweis: Die analysierten Aktien unterliegen Kursschwankungen. Im Extremfall ist auch ein Totalverlust möglich.


Wenn ihr mehr über das Blogger-Duo hinter Bavarian Value erfahren wollt, schaut gerne auch mal in unseren Aktienplausch rein:

Aktienplausch mit Andreas und Daniel von Bavarian Value

Außerdem weise ich Euch hier gerne auf die neueste App von Andi und Dani hin.

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3 Antworten auf „Nintendo – Spielend Geld verdienen?“

  1. Meine Einschätzung zu Nintendo: der Aktienkurs von Nintendo verhält sich analog zum Lebenszyklus ihres aktuellen Hauptproduktes. Zyklischer geht es kaum. Man kann auch nicht pauschal mit 4,5% mehr Earnings rechnen, weil der Lebenszyklus der Switch schon in der abnehmenden Phase ist.

    Was bedeutet das für den Kurs: der wird höchstwahrscheinlich mit sinkenden Switch-Verkäufen auch zurückgehen, bis die neue Generation wieder zum Verkaufsschlager wird.

    Die Bestrebungen, die Erlöse stabiler zu gestalten, haben noch nicht wirklich gefruchtet, aber das muss der Weg sein, unabhängiger von der Hardware und mit einem Sockel als laufendem Einkommen (Apple hat vorgemacht wie es geht).

    Mein Fazit: Der Kurs ist aktuell auf dem Höhepunkt und wird sehr wahrscheinlich wieder ein gutes Stück zurückkommen in nächster Zeit. Und dann ist die Aktie aufgrund der sehr starken Marken und der Innovationskraft ein klarer Kauf.

  2. Hallo David,

    danke für die Analyse. Die Dividendenrendite stimmt allerdings nicht. Nintendo hat schon vor 2016 Dividende bezahlt und die momentane Dividende liegt auch nicht bei 4,8% sondern deutlich darunter.

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