Rückblick: AT&T

Im Rahmen unserer Bewertungsserie berichte ich regelmäßig, warum es ein Unternehmen auf unsere Watchlist oder gar in unser Depot geschafft hat. Diesmal blicke ich zurück auf unseren Kauf von AT&T.

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Am 13. Oktober 2017 hatten wir 135 Anteile des US-amerikanischen Unternehmens AT&T erworben. Bei einem Kurs von 29,93 Euro ergaben sich Anschaffungskosten von 4.040,55 Euro. Hinzu kamen Nebenkosten von 10,10 Euro für die Order über den Direkthandel der ING-DiBa.






Wer ist AT&T?

AT&T ist das größte Telekommunikationsunternehmen der Welt. Die Geschichte des nordamerikanischen Telekommunikationsriesens lässt sich bis ins späte 19. Jahrhundert zurückverfolgen, als Alexander Graham Bell – der Erfinder des modernen Telefons – das Unternehmen 1885 gründete.

Heute ist AT&T vom texanischen Dallas aus vor allem in Nordamerika aktiv. Das operative Geschäft teilt sich dabei auf die 5 Bereiche Consumer Mobility (Mobilfunkdienste), Entertainment Group (Video, Internet, Sprachkommunikation sowie interaktive und zielgerichtete Werbung), Business Solutions (Kommunikationsdienste für Unternehmen), WarnerMedia (Medieninhalte) und International (Mobilfunkdienste und Videoentertainment in Lateinamerika) auf.

AT&T Umsatz 2017 in Mrd. US$
AT&T Umsatz 2017 in Mrd. US$

Der Telekommunikationssektor befindet sich bereits seit Jahrzehnten im ständigen Wandel. Haben sich die Unternehmen früher ausschließlich um ihre Festnetzleitungen kümmern müssen, sieht sich die Branche heute mit einem ganzen Wust an zu unterhaltenden Netzwerken konfrontiert (Telefon, Kabel, Satellit, Mobilfunk, usw.). Dabei hat AT&T seine eigene Kundenbasis zuletzt durch die Übernahme des US-amerikanischen TV-Satellitenbetreibers DirecTV nochmals massiv erweitert. Ob sich die Kosten für die $67 Milliarden schwere Transaktion jedoch jemals rechnen werden, ist gegenwärtig eher fraglich. Denn immer mehr DirecTV-Kunden wechseln mittlerweile zu Streaming-Anbietern wie Netflix, die ihre Dienste zum Teil deutlich günstiger anbieten.

AT&T sieht dem Kundenschwund jedoch nicht tatenlos zu. Denn um den eigenen Kunden nicht mehr bloß den passende Netzanschluss, sondern auch ein entsprechendes Medienangebot bereitstellen zu können, hat man fast 2 Jahre lang dafür gekämpft, den US-amerikanischen Mediengiganten Time Warner (heute: WarnerMedia) übernehmen zu dürfen. Der $85 Milliarden teure Kauf hebt die Unternehmensschulden zwar auf ein bislang unbekanntes Niveau. Dafür stehen AT&T jedoch absofort die Inhalte von HBO (Game of Thrones), Warner Bros. (Harry Potter), DC Comics (Batman), The CW (Supernatural), CNN (Nachrichten) und vielen mehr zur freien Verfügung. Dies dürfte das Unternehmen künftig wieder deutlich wettbewerbsfähiger machen.

Warum AT&T?

Als wir uns im Oktober 2017 für den Kauf von AT&T-Aktien entschieden, war an der Börse die Unsicherheit über den Ausgang der Time Warner-Übernahme noch massiv zu spüren. So befand sich der Kurs der Aktie seinerzeit auf einem 2-Jahrestief.

Der Kurseinbruch erschien angesichts des vom US-Justizministerium angestoßenen Kartellverfahrens zwar durchaus gerechtfertigt. Der Kursverfall sorgte jedoch auch dafür, dass die Dividendenrendite in Richtung 6% anstieg. Inwiefern diese auch ohne die inzwischen erfolgte Übernahme langfristig hätte aufrechterhalten werden können, weiß natürlich niemand mit Gewissheit vorherzusagen. Allerdings hatte AT&T seine Dividende bis dato seit 33 Jahren stetig gesteigert. Und eben diese Dividendenhistorie gab uns – wie bereits bei unseren Shell-Aktienkäufen – die nötige Sicherheit, um vor der finalen Verkündung des Gerichtsurteils im Juni 2018 eine Position zu eröffnen.

Wie hat sich AT&T entwickelt?

Obwohl die Aktie also schon Ende 2017 verhältnismäßig günstig erschien, hat sich der Kurs seither noch weiter reduziert. Angesichts des gegenwärtigen Wandels im Telekommunikationsgeschäft sowie des immensen Schuldenbergs infolge der oben genannten Unternehmenszukäufe sind AT&T-Aktien seither von 29,93 Euro auf zeitweise 25,79 Euro gefallen, was einem Abschlag von 13,8% gegenüber unserem damaligen Kaufkurs entspricht. Derzeit notiert der Aktienkurs wieder etwas höher bei 27,94 Euro, womit im Augenblick nur noch ein Minus von 6,6% zu Buche steht. Hinzu kommen bisher vereinnahmte Dividendeneinnahmen von knapp 170 Euro.

Kursverlauf AT&T
Kursverlauf AT&T

Ist AT&T weiterhin ein Kaufkandidat?

Doch wie attraktiv ist die Aktie von AT&T heute? Dies muss sich anhand unseres Bewertungsmodells zeigen. Also los geht’s!

Wie günstig ist AT&T?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als dessen durchschnittliches KGV (seit 2004). Im Falle von AT&T liegt das aktuelle KGV bei 10,9. Dies ist weniger als es in der Vergangenheit im Durchschnitt mit 14,9 der Fall war.

AT&T Bewertungsfaktor 1
AT&T Bewertungsfaktor 1

Die Aktie von AT&T ist daher im Augenblick deutlich günstiger als üblich. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 10,9 Pluspunkte.

Wie stark ist AT&T?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seinen Gewinn sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern kann. Im Falle von AT&T beträgt die geringere der beiden Wachstumsraten 2,3% p.a. Das Unternehmen weist somit sowohl mittel- als auch langfristig ein positives Gewinnwachstum auf.

AT&T Bewertungsfaktor 2
AT&T Bewertungsfaktor 2

AT&T scheint daher ein recht starkes Unternehmen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 2,3 Pluspunkte.

Wie robust ist AT&T?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern kann. Im Falle von AT&T betrug der maximale Gewinneinbruch 100% (Geschäftsjahr 2008). Im Bewertungszeitraum kam es einmalig zu solch einer Verlustsituation.

AT&T Bewertungsfaktor 3
AT&T Bewertungsfaktor 3

AT&T scheint daher kein robustes Unternehmen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 33,3 Minuspunkte.

Ist AT&T derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt. Im Falle von AT&T gestehe ich dem Unternehmen aufgrund seiner Robustheit ein KGV von 8,0 zu. Dies ist weniger als das aktuelle KGV (10,9).

AT&T Bewertungsfaktor 4
AT&T Bewertungsfaktor 4

Die Aktie von AT&T scheint daher gegenwärtig kein echtes Schnäppchen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 15,5 Minuspunkte.

Jung in Rente-Faktor

Zur Berechnung unserer persönlichen Bewertungskennzahl – dem sogenannten „Jung in Rente“-Faktor (JiR-Faktor) – zähle ich abschließend sämtliche Plus- und Minuspunkte des Unternehmens zusammen. Im Falle von AT&T komme ich so auf einen JiR-Faktor von 35,6 Minuspunkten.

AT&T Jung in Rente-Faktor
AT&T Jung in Rente-Faktor

Unternehmen mit einem JiR-Faktor von unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf unserer Watchlist, geschweige denn in unserem Depot. Ab einem JiR-Faktor von -10 qualifiziert sich eine Aktie für die engere Auswahl. Einen JiR-Faktor von 10 und höher deute ich sodann als Kaufsignal.

AT&T kommt mit einem JiR-Faktor von -35,6 somit derzeit also nicht für einen (Nach-)Kauf in Frage.

Dividende

Neben dem JiR-Faktor spielt bei unseren Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Daher prüfe ich vor jedem Kauf, wie es um Höhe, Stabilität und Wachstum der Dividende bestellt ist.

AT&T Dividende
AT&T Dividende

AT&T verfolgte bislang eine äußerst anlegerfreundliche Ausschüttungspolitik. So hat das US-amerikanische Unternehmen seine Dividende über den gesamten Bewertungszeitraum von Jahr zu Jahr erhöht. Genau genommen reicht die positive Dividendenhistorie sogar bereits bis ins Jahr 1984 zurück. Gegenwärtig schüttet AT&T etwa 67% seiner Gewinne aus, was einer Dividendenrendite von 6,3% entspricht.

Fazit

Aufgrund der bereits seinerzeit hohen Dividendenrendite sowie der beeindruckenden Dividendenhistorie hatten wir AT&T Ende 2017 zum Kurs von 29,93 Euro in unser Depot aufgenommen.

Etwas zu früh, wie sich später herausstellte. Denn trotz der geglückten Übernahme des Time Warner-Konzerns wurde der Aktienkurs zeitweise bis auf ein 4-Jahrestief (26 Euro) gedrückt. Dies dürfte insbesondere am massiv gestiegenen Schuldenberg liegen.

Dennoch sehe ich AT&T nicht mit unlösbaren Herausforderungen konfrontiert. Natürlich benötigt das Unternehmen nun zunächst einmal ein wenig Zeit, um die angehäuften Verbindlichkeiten nach und nach abzubauen. Allerdings stellt der Kauf von Time Warner – trotz des hohen Kaufpreises – einen äußerst vielversprechenden Ansatz dar, eine nie da gewesene vertikale Integration im amerikanischen Telekommunikations- und Medienbereich zu erreichen. Die teuer erkaufte Wettbewerbsposition sucht daher gegenwärtig ihresgleichen.

Aus diesen Gründen glaube ich auch weiterhin an AT&T und halte trotz des geringfügigen Kursabschlags weiter am Unternehmen fest. Sollte der Aktienkurs kurzfristig deutlich nachgeben, ziehe ich gegebenenfalls sogar in Erwägung, unsere bestehende Position weiter auszubauen.






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Rückblick: Royal Dutch Shell

Royal Dutch Shell_logo

Im Rahmen unserer Bewertungsserie berichte ich regelmäßig, warum es ein Unternehmen auf unsere Watchlist oder gar in unser Depot geschafft hat. Grundlage hierfür bildet stets das Ergebnis unseres eigenen Bewertungsmodells – der sogenannte „Jung in Rente“-Faktor. Diesmal werfe ich einen Blick zurück auf unsere Käufe von Royal Dutch Shell.

Royal Dutch Shell_logo

Am 26. August 2015, 16. Dezember 2015 und 22. Juni 2017 hatten wir insgesamt 560 Anteile des britisch-niederländischen Unternehmens Royal Dutch Shell erworben. Bei einem durchschnittlichen Kurs von 22,00 Euro ergaben sich seinerzeit Anschaffungskosten von insgesamt 12.318,00 Euro. Hinzu kamen Nebenkosten von 40,95 Euro für die Orders über XETRA bzw. den Direkthandel der ING-DiBa.






Wer ist Royal Dutch Shell?

Royal Dutch Shell – oder kurz Shell – ist einer der weltweit größten Mineralöl- und Erdgaskonzerne. Die Geschichte des aus London stammenden Energieunternehmens begann bereits Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Handel von dekorativen Muscheln (englisch: „Shell“).

Heute ist Shell vom niederländischen Den Haag aus in weltweit mehr als 70 Ländern aktiv. Das operative Geschäft teilt sich dabei im Wesentlichen auf die 3 Bereiche Upstream (Exploration und Förderung von Erdgas und Erdöl), Downstream (Raffination, Lieferung und Handel mit Rohöl sowie Produktion und Vermarktung von Produkten wie Kraftstoffen, Heizöl und Schmierstoffen) und Integrated Gas (Geschäft mit Flüssiggas und Erneuerbaren Energien) auf.

Royal Dutch Shell Ergebnis 2017 in Mrd. US$
Royal Dutch Shell Ergebnis 2017 in Mrd. US$

Der Schiefergasboom in den Vereinigten Staaten hat in den vergangenen Jahren jedoch zu einer kräftigen Verschiebung der globalen Kräfteverhältnisse geführt. Angesichts ihrer schwindenden Marktmacht sah sich die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) – angeführt von Saudi-Arabien – genötigt, in einen Preiskrieg gegen die amerikanische Schiefergasindustrie zu ziehen. Der anschließende Ölpreisverfall endete erst Anfang 2016 bei Barrelpreisen von unter 30 US-Dollar und brachte die großen Ölmultis – einschließlich Shell – in arge Bedrängnis.

Kursverlauf Brent-Öl
Kursverlauf Brent-Öl

Doch damit nicht genug. Mitten im Abwärtssog kündigte Shell an, das drittgrößte britische Energieunternehmen BG Group übernehmen zu wollen. Mit der Übernahme des auf Flüssiggas spezialisierten Unternehmens beabsichtigte man vor allem, sich kurzfristig unabhängiger vom Ölgeschäft zu machen.

Um die $70 Milliarden schwere Transaktion zu stemmen und gleichzeitig die Schwächeperiode am Öl- und Gasmarkt zu überwinden, legte sich Shell einen rigorosen Sparkurs auf. Hierunter fiel vor allem die Straffung des eigenen Projektportfolios, einschließlich der Veräußerung von Geschäftsanteilen im Wert von $30 Milliarden. Im Gegenzug sollen künftig vor allem die profitableren Geschäftszweige gestärkt werden. So sind unter anderem Investitionen in Höhe von jährlich $1 bis $2 Milliarden im Bereich der Erneuerbaren Energien geplant.

Warum Royal Dutch Shell?

Als wir uns im August 2015 erstmalig für den Kauf von Shell-Aktien entschieden, war der Preisverfall am Ölmarkt noch im vollen Gange. Allerdings war der Kurs der Aktie bis dato auch schon binnen Jahresfrist um mehr als 30% eingebrochen und notierte nahe des 5-Jahrestiefs.

Der Kurseinbruch erschien angesichts des um zwei Drittel reduzierten Ölpreises zwar durchaus gerechtfertigt. Der Kursverfall sorgte jedoch auch dafür, dass die Dividendenrendite auf bis zu 8% anstieg. Inwiefern diese in einem langjährigen Krisenszenario aufrechterhalten werden würde, wusste seinerzeit natürlich niemand mit Gewissheit vorherzusagen. Allerdings hatte Shell seine Dividende seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie gekürzt. Und eben diese Dividendenhistorie gab uns die Sicherheit, um bereits inmitten der Krise eine erste Position zu eröffnen.

Wie hat sich Royal Dutch Shell entwickelt?

Nachdem wir also im August 2015 erstmals Shell-Aktien erworben hatten (160 Stück à 22,00 Euro), stockten wir unsere Position im Dezember 2015 (200 Stück à 20,00 Euro) und Juni 2017 (200 Stück à 24,00 Euro) noch zwei weitere Male auf, sodass wir heute über insgesamt 560 Aktien des britisch-niederländischen Öl- und Gaskonzerns verfügen.

Im Hinblick auf den seither eingetretenen Kursverlauf haben wir bei allen drei Käufen natürlich ein glückliches Händchen bewiesen. So bescherte uns die Steigerung von unserem durchschnittlichen Kaufpreis (22,00 Euro) auf den heutigen Aktienkurs (30,00 Euro) bislang ein Plus von 36,4%. Hinzu kommen Dividendeneinnahmen von bisweilen etwas mehr als 1.600 Euro.

Kursverlauf Royal Dutch Shell
Kursverlauf Royal Dutch Shell

Ist Royal Dutch Shell weiterhin ein Kaufkandidat?

Doch wie attraktiv ist die Aktie von Shell heute? Dies muss sich anhand unseres Bewertungsmodells zeigen. Also los geht’s!

Wie günstig ist Shell?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als dessen durchschnittliches KGV (seit 2004). Im Falle von Shell liegt das aktuelle KGV bei 21,6. Dies ist mehr als es in der Vergangenheit im Durchschnitt mit 13,3 der Fall war.

Royal Dutch Shell Bewertungsfaktor 1

Die Aktie von Shell ist daher im Augenblick deutlich teurer als üblich. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 58,9 Minuspunkte.

Wie stark ist Shell?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seinen Gewinn sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern kann. Im Falle von Shell beträgt die geringere der beiden Wachstumsraten -12,6% p.a. Das Unternehmen weist somit sowohl mittel- als auch langfristig ein negatives Gewinnwachstum auf.

Royal Dutch Shell Bewertungsfaktor 2

Shell scheint daher ein recht schwaches Unternehmen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 12,6 Minuspunkte.

Wie robust ist Shell?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern kann. Im Falle von Shell betrug der maximale Gewinneinbruch 85,6% (Geschäftsjahr 2015). Im Bewertungszeitraum kam es jedoch zu keiner Verlustsituation.

Royal Dutch Shell Bewertungsfaktor 3

Shell scheint daher kein sehr robustes Unternehmen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 24,4 Minuspunkte.

Ist Shell derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt. Im Falle von Shell gestehe ich dem Unternehmen aufgrund seiner Robustheit ein KGV von 8,4 zu. Dies ist weniger als das aktuelle KGV (21,6).

Royal Dutch Shell Bewertungsfaktor 4

Die Aktie von Shell scheint daher gegenwärtig überhaupt kein Schnäppchen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 43,6 Minuspunkte.

Jung in Rente-Faktor

Zur Berechnung unserer persönlichen Bewertungskennzahl – dem sogenannten „Jung in Rente“-Faktor (JiR-Faktor) – zähle ich abschließend sämtliche Plus- und Minuspunkte des Unternehmens zusammen. Im Falle von Shell komme ich so auf einen JiR-Faktor von -139,5 Punkten.

Royal Dutch Shell Jung in Rente-Faktor

Unternehmen mit einem JiR-Faktor von unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf unserer Watchlist, geschweige denn in unserem Depot. Ab einem JiR-Faktor von -10 qualifiziert sich eine Aktie für die engere Auswahl. Einen JiR-Faktor von 10 und höher deute ich sodann als Kaufsignal.

Shell kommt mit einem JiR-Faktor von -139,5 somit derzeit nicht für einen weiteren (Nach-)Kauf in Frage.

Dividende

Neben dem JiR-Faktor spielt bei unseren Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Daher prüfe ich vor jedem Kauf zusätzlich, wie es um Höhe, Stabilität und Wachstum der Dividende bestellt ist.

Dividende Royal Dutch Shell
Dividende Royal Dutch Shell

Shell verfolgte bislang eine sehr anlegerfreundliche Ausschüttungspolitik. So hat das britisch-niederländische Unternehmen seine Dividende über den gesamten Bewertungszeitraum keinmal gesenkt. Gegenwärtig schüttet Shell etwa 121% seiner Gewinne aus, was einer Dividendenrendite von 5,2% entspricht.

Fazit

Aufgrund der seinerzeit sehr hohen Dividendenrendite sowie der beeindruckenden Dividendenhistorie hatten wir Royal Dutch Shell seit Mitte 2015 im Rahmen von 3 Käufen zu einem Durchschnittskurs von 22,00 Euro in unser Depot aufgenommen.

Das Risiko trotz des starken Absturzes des Ölpreises in eines der größten Mineralöl- und Erdgasunternehmen der Welt zu investieren, hat sich bislang für uns bezahlt gemacht. Neben den unrealisierten Buchgewinnen sind hier vor allem die bereits vereinnahmten Dividendeneinkünfte hervorzuheben, über die ans uns inzwischen rund 13% der Anschaffungskosten zurückgeflossen sind.

Die Ölpreis-Rally der vergangenen 12 Monate schlägt sich jedoch auch in unserem Bewertungsmodell nieder. Denn durch den starken Preisanstieg notiert die Shell-Aktie mittlerweile wieder nahe des Allzeithochs (32,50 Euro). Da sich diese Entwicklung jedoch (noch) nicht vollends auf die Geschäftszahlen des Unternehmens niedergeschlagen hat, erscheint die Aktie derzeit überteuert, sodass für uns im Augenblick ein Nachkauf nicht in Frage kommt.






Wie beurteilst du Investitionen im Öl- und Gasbereich und Royal Dutch Shell im Speziellen? Lass es mich wissen und schreib einen kurzen Kommentar oder kontaktiere mich auf Facebook oder Twitter!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Rückblick: CVS Health

CVS Health

Im Rahmen unserer Bewertungsserie berichte ich regelmäßig, warum es ein Unternehmen auf unsere Watchlist oder gar in unser Depot geschafft hat. Grundlage hierfür bildet stets das Ergebnis unseres eigenen Bewertungsmodells – der sogenannte „Jung in Rente“-Faktor. Diesmal werfe ich einen Blick zurück auf unseren Kauf von CVS Health.

CVS Health

Am 27. Januar 2017 hatten wir 35 Anteile des US-amerikanischen Unternehmens CVS Health erworben. Bei einem Kurs von 72,50 Euro ergaben sich seinerzeit Anschaffungskosten von 2.537,50 Euro. Hinzu kamen Nebenkosten von 9,90 Euro für die Order über den Direkthandel der ING-DiBa.






Wer ist CVS Health?

CVS Health – oder kurz CVS – ist der größte Gesundheitsdienstleister im US-amerikanischen Pharmaziebereich. Die Geschichte der aus Rhode Island stammenden Apotheken- und Drogeriekette begann in den früheren 1960er Jahren mit der Eröffnung der ersten Filiale im US-Bundesstaat Massachusetts.

Nach jahrzehntelanger Expansion und zahlreichen Umstrukturierungen verfügt CVS heute über ein landesweites Filialnetz mit über 9.800 Standorten sowie 1.100 Ambulanzen (Retail/LTC). Darüber hinaus ist das Unternehmen als sogenannter Pharmacy Benefit Manager (PBM) unter anderem dafür verantwortlich, für mehr als 94 Millionen Krankenversicherte die Preise von verschreibungspflichtigen Medikamenten auszuhandeln.

CVS Health Umsatz in Mrd. US$
CVS Health Umsatz 2017 in Mrd. US$

Wie alle Einzelhändler hat auch CVS seit geraumer Zeit mit dem „Amazon-Effekt“ zu kämpfen, da ein Großteil der in den eigenen Filialen angebotenen Produkte wie Drogerieartikel, Haushaltswaren und Nahrungsmittel auch beim Onlineriesen zu haben sind – und dies meist zu deutlich niedrigeren Preisen. Darüber hinaus beabsichtigt Amazon, sich künftig verstärkt im Pharmabereich zu engagieren. So wurde der weltgrößte Versandhändler bisweilen nicht nur für den Großhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zugelassen, sondern hat auch gemeinsam mit Berkshire Hathaway und JP Morgan ein Joint Venture zur „Revolution“ des amerikanischen Gesundheitswesens gegründet, wodurch gerade die margenstarken Geschäftsbereiche von CVS in Gefahr geraten könnten.

Doch CVS steht diesen Entwicklungen nicht tatenlos gegenüber. Um sich gegen die abzeichnende Bedrohung zu wappnen, beabsichtigt das Unternehmen, die vertikale Integration weiter voranzutreiben. Wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die 2017 bekanntgegebene Übernahme des drittgrößten US-Krankenversicherers Aetna. Die $77 Milliarden schwere Transaktion soll neben jährliche Synergien über $750 Millionen auch neue Wachstumsmöglichkeiten generieren, indem man als erstes Unternehmen das gesamte Spektrum an Gesundheitsdienstleistungen aus einer Hand anbieten kann.

Warum CVS Health?

Als wir uns im Januar 2017 für den Kauf von CVS entschieden, war vom Amazon-Effekt noch nicht wirklich die Rede. Zwar gab es erste Spekulationen über einen eventuellen Einstieg ins Onlinegeschäft mit Arzneimitteln, doch diese hatten sich noch keineswegs konkretisiert. Dennoch befand sich der Kurs der Aktie seinerzeit bereits nahe des 2-Jahrestiefs.

Demgegenüber sprachen die finanziellen Kennzahlen eine ganz andere Sprache. Nicht nur der Gewinn je Aktie konnte seit mehr als 10 Jahren kontinuierlich gesteigert werden, auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 erschien vergleichsweise günstig. Darüber hinaus hatte das Unternehmen seine Dividende seit 2003 jedes Jahr erhöht und dies mit einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von 23% pro Jahr.

Wie hat sich CVS Health entwickelt?

Obwohl die Aktie also schon Anfang 2017 verhältnismäßig günstig erschien, kannte der Kurs seither weitestgehend nur eine Richtung: Abwärts. Angesichts der vermeintlichen Bedrohung des unternehmenseigenen Geschäftsmodells durch Amazon ist die CVS-Aktie seither von 72,50 Euro auf zeitweise unter 49,75 Euro gefallen, was einem Abschlag von 31,4% gegenüber unserem damaligen Kaufkurs entspricht. Derzeit notiert der Aktienkurs zwar wieder etwas höher bei 51,65 Euro, dies entspricht aber immer noch einem Minus von 28,8%.

Kursverlauf CVS Health
Kursverlauf CVS Health

Da es sich bei CVS um ein Unternehmen aus den USA handelt, müssen jedoch auch etwaige Wechselkurseffekte in die Betrachtung einbezogen werden. So hat der US-Dollar gegenüber dem Euro seit unserem Kaufzeitpunkt von 0,935 um 13,4% auf 0,810 abgewertet. Ohne diesen Währungseffekt stände unsere Position also „nur“ mit 17,8% im Minus. Dennoch keine schöne Entwicklung. Und es zeigt, dass auch ein Aktienkauf nahe einem temporären Tief keine Garantie für baldige Kursgewinne ist.

Kursverlauf USD/EUR
Kursverlauf USD/EUR

Ist CVS Health weiterhin ein Kaufkandidat?

Doch wie attraktiv ist die Aktie von CVS heute? Dies muss sich anhand unseres Bewertungsmodells zeigen. Also los geht’s!

Wie günstig ist CVS?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als dessen durchschnittliches KGV (seit 2004). Im Falle von CVS liegt das aktuelle KGV bei 11,1. Dies ist weniger als es in der Vergangenheit im Durchschnitt mit 15,2 der Fall war.

CVS Health Bewertungsfaktor 1

Die Aktie von CVS ist daher im Augenblick deutlich günstiger zu haben als üblich. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 10,6 Pluspunkte.

Wie stark ist CVS?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seinen Gewinn sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern kann. Im Falle von CVS beträgt die geringere der beiden Wachstumsraten 10,9% p.a. Das Unternehmen weist somit sowohl mittel- als auch langfristig ein positives Gewinnwachstum auf.

CVS Health Bewertungsfaktor 2

CVS scheint daher ein überaus starkes Unternehmen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 10,9 Pluspunkte.

Wie robust ist CVS?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern kann. Im Falle von CVS betrug der maximale Gewinneinbruch 26,1% (Schätzung für Geschäftsjahr 2018). Im Bewertungszeitraum kam es jedoch zu keiner Verlustsituation.

CVS Health Bewertungsfaktor 3

CVS scheint daher ein ziemlich robustes Unternehmen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 2,3 Minuspunkte.

Ist CVS derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt. Im Falle von CVS gestehe ich dem Unternehmen aufgrund seiner Robustheit ein KGV von 15,4 zu. Dies ist mehr als das aktuelle KGV (11,1).

CVS Health Bewertungsfaktor 4

Die Aktie von CVS scheint daher gegenwärtig ein echtes Schnäppchen zu sein. Im Rahmen unserer Bewertung vergebe ich hierfür 4,3 Minuspunkte.

Jung in Rente-Faktor

Zur Berechnung unserer persönlichen Bewertungskennzahl – dem sogenannten „Jung in Rente“-Faktor (JiR-Faktor) – zähle ich abschließend sämtliche Plus- und Minuspunkte des Unternehmens zusammen. Im Falle von CVS komme ich so auf einen JiR-Faktor von +14,9 Punkten.

CVS Health Jung in Rente-Faktor

Unternehmen mit einem JiR-Faktor von unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf unserer Watchlist, geschweige denn in unserem Depot. Ab einem JiR-Faktor von -10 qualifiziert sich eine Aktie für die engere Auswahl. Einen JiR-Faktor von 10 und höher deute ich sodann als Kaufsignal.

CVS empfiehlt sich mit einem JiR-Faktor von +14,9 somit dringend für einen (Nach-)Kauf.

Dividende

Neben dem JiR-Faktor spielt bei unseren Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Daher prüfe ich vor jedem Kauf zusätzlich, wie es um Höhe, Stabilität und Wachstum der Dividende bestellt ist.

CVS Health Dividende

CVS verfolgte bislang eine überaus anlegerfreundliche Ausschüttungspolitik. So hat das US-amerikanische Unternehmen seine Dividende über den gesamten Bewertungszeitraum hinweg von Jahr zu Jahr erhöht. Gegenwärtig schüttet CVS etwa 31% seiner Gewinne aus, was einer Dividendenrendite von 3,2% entspricht.

Das Unternehmen kündigte jedoch an, die Dividende im Zuge der Aetna-Übernahme vorübergehend einzufrieren und nicht weiter zu erhöhen, bis die durch die Transaktion neu hinzugekommenen Schulden wieder auf ein einigermaßen tragfähiges Niveau reduziert werden konnten.

Fazit

Aufgrund des stabilen Geschäftsmodells, der starken Gewinnentwicklung sowie der anlegerfreundlichen Ausschüttungspolitik hatten wir CVS Health bereits Anfang 2017 zum Kurs von 72,50 Euro in unser Depot aufgenommen.

Zu früh, wie sich herausstellen sollte. Denn die immer konkreter werdenden Spekulationen über eine Amazonisierung des amerikanischen Apotheken- und Drogeriewesens trieben den Aktienkurs zuletzt bis auf ein 4-Jahrestief (50 Euro).

Bislang schlägt sich diese Entwicklung jedoch (noch) nicht auf die Geschäftszahlen des Unternehmens nieder. Dementsprechend positiv schneidet CVS Health derzeit in unserem Bewertungsmodell ab.

Auch perspektivisch sehe ich den Untergang des Unternehmens keineswegs als ausgemacht an. Vielmehr stellt die beabsichtigte Übernahme von Aetna – trotz des hohen Kaufpreises – einen interessanten Ansatz dar, eine nie da gewesene vertikale Integration im amerikanischen Gesundheitswesen zu schaffen.

Aus diesen Gründen glaube ich auch weiterhin an CVS Health und halte trotz des bisherigen Kursabschlags weiter am Unternehmen fest. Sollte der Aktienkurs kurzfristig noch weiter nachgeben, ziehe ich sogar in Erwägung, unsere bestehende Position weiter auszubauen.






Was denkst du CVS Health, den Amazon-Effekt und die geplante Übernahme von Aetna? Lass es mich wissen und schreib einen kurzen Kommentar oder kontaktiere mich auf Facebook oder Twitter!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Aktueller Kauf: Southern Company

Southern Company

Im Rahmen meiner Bewertungsserie berichte ich regelmäßig, warum es ein Unternehmen auf meine Watchlist oder gar in mein Depot geschafft hat. Grundlage hierfür bildet stets das Ergebnis meines eigenen Bewertungsmodells – der sogenannte „Jung in Rente“-Faktor. Diesmal im Fokus: Southern Company.

Southern Company

Am 2. Januar 2018 habe ich 100 Anteile des US-amerikanischen Unternehmens Southern Company erworben. Bei einem Kurs von 39,90 Euro ergaben sich für mich Anschaffungskosten von 3.990,00 Euro. Hinzu kamen Nebenkosten von 9,98 Euro für die Order über den Direkthandel der ING-DiBa.






Wer ist Southern Company?

Southern Company – oder kurz Southern Co – zählt zu den führenden Energieversorgern in den USA. Die Geschichte des aus Atlanta stammenden Unternehmens reicht zurück bis in die frühen 1920er Jahre. Heute versorgt Southern Co mehr als 9 Millionen US-Bürger mit Strom und Gas. Die Geschäftsaktivitäten konzentrieren sich dabei vor allem auf den Südosten des Landes.

Bereits seit einiger Zeit bemüht sich Southern Co um einen weniger kohlelastigen Energiemix. Künftig soll stattdessen verstärkt auf Erdgas, Kernkraft und Erneuerbare Energien gesetzt werden. Hierfür hat das Unternehmen in den letzten Jahren enorme Investitionen angestoßen. Der bisherige Fortschritt lässt sich gut anhand der folgenden Grafik erkennen.

Southern Company Energiemix

Doch nicht alle Investitionen waren auch von Erfolg gekrönt. Insbesondere zwei Großprojekte stellen Southern Co bisweilen vor enorme Herausforderungen. Zum einen scheiterte die geplante Errichtung des weltweit ersten „sauberen“ Kohlekraftwerks, da sich die vorgesehene Technologie schon während der Bauphase als unwirtschaftlich entpuppte. Zum anderen geriet die geplante Erweiterung eines AKWs in beträchtliche Schieflage, nachdem der für die Errichtung zuständige Kraftwerksbauer Insolvenz anmelden musste.

Nichtsdestotrotz verfügt Southern Co weiterhin über ein äußerst ertragreiches Geschäftsmodell. Zwar ist kurzfristig kein nennenswerter Wachstumstreiber in Sicht. Dank einer stetig größer werdenden Abnehmerschaft, regelmäßig stattfindender Preiserhöhungen und dem kontinuierlichen Ausbau der eigenen Geschäftsaktivitäten sollte das Unternehmen jedoch auch künftig in der Lage sein, seine geplanten Investitionen beizubehalten und somit langfristig weiter zu wachsen.

Warum Southern Company?

Doch wie attraktiv ist die Aktie von Southern Co tatsächlich? Dies muss sich erst anhand meines Bewertungsmodells zeigen. Also los geht’s!

Wie günstig ist Southern Co?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als dessen durchschnittliches KGV (seit 2004). Im Falle von Southern Co liegt das aktuelle KGV bei 16,5. Dies ist weniger als es in der Vergangenheit im Durchschnitt mit 17,1 der Fall war.

Southern Co Bewertungsfaktor 1

Die Aktie von Southern Co ist daher im Augenblick etwas günstiger zu haben als üblich. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 0,2 Pluspunkte.

Wie stark ist Southern Co?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seinen Gewinn sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern kann. Im Falle von Southern Co beträgt die geringere der beiden Wachstumsraten 3,3% p.a. Das Unternehmen weist somit sowohl mittel- als auch langfristig ein positives Gewinnwachstum auf.

Southern Co Bewertungsfaktor 2

Southern Co scheint daher ein recht starkes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 3,4 Pluspunkte.

Wie robust ist Southern Co?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern kann. Im Falle von Southern Co betrug der maximale Gewinneinbruch 31,3% (Geschäftsjahr 2013). Im Bewertungszeitraum kam es jedoch zu keiner Verlustsituation.

Southern Co Bewertungsfaktor 3

Southern Co scheint daher ein ziemlich robustes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 3,3 Minuspunkte.

Ist Southern Co derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt. Im Falle von Southern Co gestehe ich dem Unternehmen aufgrund seiner Robustheit ein KGV von 14,9 zu. Dies ist weniger als das aktuelle KGV (16,5).

Southern Co Bewertungsfaktor 4

Die Aktie von Southern Co scheint daher gegenwärtig noch kein echtes Schnäppchen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 10,2 Minuspunkte.

Jung in Rente-Faktor

Zur Berechnung meiner persönlichen Bewertungskennzahl – dem sogenannten „Jung in Rente“-Faktor (JiR-Faktor) – zähle ich abschließend sämtliche Plus- und Minuspunkte des Unternehmens zusammen. Im Falle von Southern Co komme ich so auf einen JiR-Faktor von -9,9 Punkten.

Southern Co Jung in Rente-Faktor

Unternehmen mit einem JiR-Faktor von unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf meiner Watchlist, geschweige denn in meinem Depot. Ab einem JiR-Faktor von -10 qualifiziert sich eine Aktie für meine engere Auswahl. Einen JiR-Faktor von 10 und höher deute ich sodann als Kaufsignal.

Southern Co kommt mit einem JiR-Faktor von -9,9 somit grundsätzlich für mich in Frage.

Dividende

Neben dem JiR-Faktor spielt bei meinen Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Daher prüfe ich vor jedem Kauf zusätzlich, wie es um Höhe, Stabilität und Wachstum der Dividende bestellt ist.

Southern Co Dividende

Southern Co verfolgte bislang eine überaus anlegerfreundliche Ausschüttungspolitik. So hat das US-amerikanische Unternehmen seine Dividende über den gesamten Bewertungszeitraum hinweg von Jahr zu Jahr erhöht. Gegenwärtig schüttet Southern Co rund 91% seiner Gewinne aus, was bei meinem Kaufkurs einer Dividendenrendite von 4,8% entsprach. Wenn man dem Analystenkonsens glauben darf, dürfte sich diese im kommenden Geschäftsjahr bis auf 5,0% erhöhen.

Fazit

Aufgrund des stabilen Geschäftsmodells und seiner anlegerfreundlichen Ausschüttungspolitik hatte sich Southern Company – ähnlich wie Japan Tobacco – bereits vor einigen Monaten für meine Watchlist qualifizieren können.

Nachdem das 52-Wochen-Tief (40,00 Euro) zuletzt markiert wurde und auch das nächste Ex-Dividende-Datum (Mitte Februar) allmählich näher rückte, habe ich mich – trotz des nicht ganz eindeutigen Kaufsignals – dazu entschlossen, die Aktie von Southern Company in mein Depot aufzunehmen.

Der Kauf von 100 Anteilen an Southern Company sichert mir nicht nur rund 200 Euro an zusätzlichen Kapitaleinkünften für 2018, sondern auch eine dauerhafte Erhöhung meines passives Einkommens in gleicher Höhe.






Was hältst du von Investitionen in Energieversorgungsunternehmen und Southern Company im Speziellen? Lass es mich wissen und schreib einen kurzen Kommentar oder kontaktiere mich auf Facebook oder Twitter!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Aktueller Kauf: Japan Tobacco

Japan Tobacco

Im Rahmen meiner Bewertungsserie berichte ich regelmäßig, warum es ein Unternehmen auf meine Watchlist oder gar in mein Depot geschafft hat. Grundlage hierfür bildet stets das Ergebnis meines eigenen Bewertungsmodells – der sogenannte „Jung in Rente“-Faktor. Diesmal im Fokus: Japan Tobacco.

Japan Tobacco

Am 20. Dezember 2017 habe ich 150 Anteile des japanischen Unternehmens Japan Tobacco erworben. Bei einem Kurs von 27,44 Euro ergaben sich für mich Anschaffungskosten von 4.116,00 Euro. Hinzu kamen Nebenkosten von 10,29 Euro für die Order über den Direkthandel der ING-DiBa.






Wer ist Japan Tobacco?

Japan Tobacco – oder kurz JT – zählt zu den größten Tabakkonzernen der Welt. Das im japanischen Tokio beheimatete Unternehmen geht historisch bis auf das im 19. Jahrhundert in Japan eingeführte Tabakmonopol zurück. Bekannt ist JT heute vor allem für seine Zigarettenmarken wie Camel, Benson & Hedges oder Winston. Es verfügt daneben jedoch auch über ein kleineres Nahrungs- und Arzneimittelgeschäft, wie die folgende Grafik zeigt.

JT Geschäftsaufteilung

Wie alle Zigarettenhersteller hat auch JT gegenwärtig mit enormen Herausforderungen zu kämpfen. Insbesondere der Trend hin zu einem immer gesünderen Lebensstil sowie die damit zusammenhängenden Werberestriktionen machen dem Unternehmen stark zu schaffen. So stecken sich gerade Menschen in westlichen Ländern immer seltener einen Glimmstängel an.

Gleichzeitig bieten sich der Tabakindustrie aber auch diverse Wachstumschancen. Nicht nur E-Zigaretten oder Marihuana könnten für JT zum nächsten Blockbuster werden. Auch die Emerging Markets weisen noch ein erhebliches Wachstumspotenzial auf. Zwar liegt die dort zu erzielende Profitabilität nicht auf einem Niveau mit den entwickelten Ländern. Doch das rasante Bevölkerungswachstum und der deutlich höhere – teils sogar zunehmende – Raucheranteil versprechen, künftig zu einem neuen Standbein für das Unternehmen zu werden.

Warum Japan Tobacco?

Doch wie attraktiv ist die Aktie von JT tatsächlich? Dies muss sich erst anhand meines Bewertungsmodells zeigen. Also los geht’s!

Wie günstig ist JT?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als dessen durchschnittliches KGV (seit 2004). Im Falle von JT liegt das aktuelle KGV bei 15,1. Dies ist weniger als es in der Vergangenheit im Durchschnitt mit 15,8 der Fall war.

JT Bewertungsfaktor 1

Die Aktie von JT ist daher gegenwärtig etwas günstiger zu haben als üblich. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 0,2 Pluspunkte.

Wie stark ist JT?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seinen Gewinn sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern kann. Im Falle von JT beträgt die geringere der beiden Wachstumsraten 8,9% p.a. Das Unternehmen weist somit sowohl mittel- als auch langfristig ein deutlich positives Gewinnwachstum auf.

JT Bewertungsfaktor 2

JT scheint daher ein überaus starkes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 8,9 Pluspunkte.

Wie robust ist JT?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern kann. Im Falle von JT betrug der maximale Gewinneinbruch 48,3% (Geschäftsjahr 2008/09). Im Bewertungszeitraum kam es jedoch zu keiner Verlustsituation.

JT Bewertungsfaktor 3

JT scheint daher ein einigermaßen robustes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 7,8 Minuspunkte.

Ist JT derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt. Im Falle von JT gestehe ich dem Unternehmen aufgrund seiner Robustheit ein KGV von 13,2 zu. Dies ist weniger als das aktuelle KGV (15,1).

JT Bewertungsfaktor 4

Die Aktie von JT scheint daher gegenwärtig noch kein echtes Schnäppchen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 11,0 Minuspunkte.

Jung in Rente-Faktor

Zur Berechnung meiner persönlichen Bewertungskennzahl – dem sogenannten „Jung in Rente“-Faktor (JiR-Faktor) – zähle ich abschließend sämtliche Plus- und Minuspunkte des Unternehmens zusammen. Im Falle von JT komme ich so auf einen JiR-Faktor von -9,6 Punkten.

JT Jung in Rente-Faktor

Unternehmen mit einem JiR-Faktor von unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf meiner Watchlist, geschweige denn in meinem Depot. Ab einem JiR-Faktor von -10 qualifiziert sich eine Aktie für meine engere Auswahl. Einen JiR-Faktor von 10 und höher deute ich sodann als Kaufsignal.

JT kommt mit einem JiR-Faktor von -9,6 somit grundsätzlich für mich in Frage.

Dividende

Neben dem JiR-Faktor spielt bei meinen Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Daher prüfe ich vor jedem Kauf zusätzlich, wie es um Höhe, Stabilität und Wachstum der Dividende bestellt ist.

JT Dividende

JT verfolgte bislang eine überaus anlegerfreundliche Ausschüttungspolitik. So hat das japanische Unternehmen seine Dividende über den gesamten Bewertungszeitraum hinweg von Jahr zu Jahr erhöht. Gegenwärtig schüttet JT rund 55% seiner Gewinne aus, was bei meinem Kaufkurs einer Dividendenrendite von 3,6% entsprach. Wenn man dem Analystenkonsens glauben darf, dürfte sich diese im kommenden Geschäftsjahr bis auf 4,1% erhöhen.

Fazit

Aufgrund des stabilen Geschäftsmodells und seiner anlegerfreundlichen Ausschüttungspolitik hatte sich Japan Tobacco bereits vor einigen Monaten für meine Watchlist qualifizieren können.

Nachdem das 52-Wochen-Tief (27,07 Euro) zuletzt in Sichtweite kam und auch das Ex-Dividende-Datum (27.12.) immer näher rückte, habe ich mich – trotz des nicht ganz eindeutigen Kaufsignals – dazu entschlossen, die Aktie von Japan Tobacco in mein Depot aufzunehmen.

Der Kauf von 150 Anteilen an Japan Tobacco sichert mir nicht nur 75 Euro an zusätzlichen Kapitaleinkünften für 2017, sondern auch eine Erhöhung meines passives Einkommen um voraussichtlich etwas mehr als 150 Euro im Jahr.






Was denkst du über Investitionen in Tabak-Aktien und Japan Tobacco im Speziellen? Lass es mich wissen und schreib einen kurzen Kommentar oder kontaktiere mich auf Facebook oder Twitter!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema: