Rückblick, Ausblick und Ziele 2018

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Der Jahreswechsel ist inzwischen zwar schon wieder über einen Monat her. Dennoch möchte ich noch einmal kurz auf das Jahr 2017 zurückblicken, bevor ich einen Ausblick auf das laufende Jahr werfe und sodann meine Jahresziele für 2018 neu definiere.






Ein Blick in den Rückspiegel

2017 war in finanzieller Hinsicht das bislang erfolgreichste Jahr der „Jung in Rente“-Familie. Wie die folgende Tabelle zeigt, haben sich unsere Vorjahreswerte in jeglicher Hinsicht verbessert. Unser Weg in die finanzielle Freiheit läuft also auf Hochtouren. Dabei freut mich besonders die deutlich höhere Sparquote sowie das mehr als verdoppelte passive Einkommen.

 

Dennoch sollte man am Ende ehrlich mit sich selbst sein. Denn trotz der tollen Entwicklung hat es für unser letztjähriges Ziel, ein passives Einkommen von 2.400 Euro zu generieren, letztlich nicht ganz gereicht. Ursache hierfür war vor allem meine Kaufzurückhaltung angesichts der übers Jahr hinweg allgemein sehr hohen Aktienkurse.

Ein Blick in die Glaskugel

Ob sich der Bullenmarkt an der Börse auch 2018 fortsetzt oder die gegenwärtige Kurskorrektur eine Trendumkehr an den Märkten einläutet, lässt sich heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Zum Glück gibt es aber eine ganze Reihe anderer Faktoren, die man selber in der Hand hat.

Sparquote

Nachdem die Sparquote der „Jung in Rente“-Familie zuletzt bereits von 22,9% auf 38,3% gestiegen ist, bleibt hier nicht mehr allzu viel Luft nach oben. Dennoch haben wir uns vorgenommen, noch einmal eine Schüppe drauf zu legen und 2018 eine Sparquote von mindestens 40% zu erreichen. Der Januar war hier mit 40,0% auf jeden Fall schon einmal eine Punktlandung!

Investitionen

Gegenwärtig besteht unser Depot aus 11 Unternehmen.  Diese bilden 8 Branchen und 5 Länder ab. Zwar bin ich kein Freund der Überdiversifizierung (hierfür habe ich ja bereits mein ETF-Portfolio). Dennoch würde ich 2018 gerne die Branchen- und Ländervielfalt meines Aktien-Portfolios noch ein wenig erhöhen. Potenzielle Kandidaten für eine derartige Portfolio-Erweiterung finden sich in der folgenden Übersicht.

Passives Einkommen

Ich gebe zu, dass mein letztjähriges Ziel, ein passives Einkommen von 2.400 Euro zu erzielen, bereits ziemlich ehrgeizig war. Doch wie sagte schon die österreichische Dirigenten-Legende Herbert von Karajan:

Wer all seine Ziele erreicht, hat sie wahrscheinlich zu niedrig gewählt.

Daher möchte ich mir auch dieses Jahr kein weniger ambitioniertes Ziel setzen und strebe für 2018 ein passives Einkommen von insgesamt 3.000 Euro – oder durchschnittlich 250 Euro pro Monat – an.

Fazit: Meine Ziele für 2018

Anstatt sich zu viel auf einmal vorzunehmen, habe ich dieses Jahr lieber bewusst eine kleine aber feine Auswahl getroffen. Für 2018 setze ich mir insofern lediglich die folgenden 3 Ziele:

  • Sparquote von mindestens 40%
  • Erhöhung der Branchen- und Ländervielfalt im Aktien-Portfolio
  • passives Einkommen von 3.000 Euro

Zwar sind alle drei Ziele bereits eine Herausforderung für sich. Besonders gespannt bin ich jedoch, ob wir es tatsächlich schaffen, unsere Sparquote noch einmal zu steigern. Denn nur wer genügend spart, kann auch ausreichend investieren und so früher oder später ein selbstbestimmtes Leben führen. Nicht umsonst lautet unser Motto: „sparen. investieren. frei sein.






Welche Ziele hast du dir für 2018 vorgenommen? Lass es mich wissen und schreib einen kurzen Kommentar oder kontaktiere mich auf Facebook oder Twitter!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Wie viel Sparen ist genug?

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Der Weg in ein selbstbestimmtes Leben führt stets über das eigene Konsum- und Sparverhalten. Sind die eigenen Ansprüche zu hoch, reicht selbst ein überdurchschnittlich starkes Einkommen kaum aus, um ein nennenswertes Vermögen aufzubauen. Die finanzielle Freiheit bleibt so meist bloß ein frommer Wunsch.

So gibt es viele Menschen, die es trotz eines ansehnlichen Verdienstes nicht schaffen, einigermaßen gut über die Runden zu kommen. Die Ursache hierfür liegt so gut wie immer in einem überbordenden Lebensstil. Denn auch das höchste Einkommen hilft nichts, wenn man permanent über seinen Verhältnissen lebt.

Doch selbst wenn die persönlichen Einkommens- und Ausgabenverhältnisse in einigermaßen geregelten Bahnen verlaufen, ist ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Arbeitsleben noch lange kein Selbstläufer. Wie viel und vor allem wie lange man letztlich sparen muss, um nicht mehr tagein, tagaus zur Arbeit gehen zu müssen, möchte ich daher im vorliegenden Artikel klären.






Sparziel definieren

Zu diesem Zweck habe ich mir bereits vorab die beiden folgenden Fragen gestellt:

Dank meines Haushaltsbuchs weiß ich inzwischen, dass mein künftiges Ausgabenniveau bei etwa 2.250 Euro im Monat liegen wird. Ich müsste also über mindestens ebenso hohe Kapitaleinkünfte verfügen, um nicht mehr auf mein Arbeitseinkommen angewiesen zu sein. Um solch ein passives Einkommen zu generieren, wären voraussichtlich Ersparnisse in Höhe von insgesamt 450.000 Euro erforderlich. Doch dies ist eine ganze Stange Geld. Wie lange man benötigt, um solch ein Vermögen aufzubauen, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:

Wie viel …
… hat man bereits gespart?
… kann man künftig zurücklegen?
… tragen Kapitaleinkünfte zum Sparziel bei?

Da sich die erste Frage jeder selbst beantworten kann, möchte ich im Folgenden klären, wie sich das eigene Sparverhalten auf den Rentenbeginn auswirkt. Der Rolle der Kapitaleinkünfte habe ich mich in einem separaten Artikel gewidmet.

Einnahmen- und Ausgabenverhältnisse prüfen

Dank unseres aktuellen Arbeitseinkommens von rund 6.000 Euro im Monat darf sich meine Familie in Deutschland zur einkommensstarken Mittelschicht zählen. Gemäß den aktuellen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gehören hierzu alle Paarhaushalte mit einem Kind, die gemeinsam mindestens über ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 4.750 Euro verfügen.

Mit solch einem Verdienst lässt sich zweifellos gut über die Runden kommen. Zwar wird man so nicht gleich zum nächsten Rockefeller. Dies steht einem frühzeitigen Rentenbeginn jedoch auch überhaupt nicht im Wege. Denn nicht das eigene Einkommen ist hierfür die entscheidende Variable. Der Weg zur finanziellen Freiheit ist vielmehr eine Frage der eigenen Ausgaben und was am Ende jeden Monats vom Gehalt noch übrigbleibt.

Die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland betrug in den vergangenen Jahren durchschnittlich stets knapp unter 10%. Anders formuliert geben wir Deutschen im Durchschnitt also 90% des uns zur Verfügung stehen Einkommens aus. Dass es aber auch deutlich besser geht, habe ich mir in den vergangenen zweieinhalb Jahren selbst bewiesen. So komme ich seit Wiederaufnahme meiner Haushaltsbuchführung auf eine Sparquote von rund 33%. Ich schaffe es also, gut jeden dritten verdienten Euro auf die Seite zu legen.

Zweifellos ist dies noch nicht das Ende der Fahnenstange. Schließlich finden sich im Netz viele „early retirees“, die es in ihrer Ansparphase auf Sparquoten von bis zu 80% gebracht haben. Dies ist mir trotz meiner gefühlt bereits recht sparsamen Lebensweise zwar noch nicht gelungen. Dennoch lässt sich an meinem Beispiel prima illustrieren, dass ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Arbeitsleben selbst mit einem Mittelschichtseinkommen durchaus realisierbar ist.





Sparpotenzial ermitteln

Startpunkt dieser Beispielrechnung ist der aktuelle Stand des eigenen Vermögens. Um eine möglichst hohe Vergleichbarkeit zu gewährleisten, ziehe ich hierfür das sogenannte Netto-Vermögen heran.  Hierzu sind die bereits vorhandenen Ersparnisse zunächst um die gegebenenfalls noch vorhandenen Schulden zu reduzieren.

⇒ Gegenwärtiges Netto-Vermögen: 125.000 Euro – 0 Euro = 125.000 Euro

Als Nächstes wird ermittelt, wie hoch das eigene Sparpotenzial ist. Dabei sorgen zwei Faktoren für eine Steigerung des Netto-Vermögens: Der Sparbetrag – d. h. die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben – und die Kapitaleinkünfte.

Beim Sparbetrag ist zu beachten, dass sich Einkommen und Ausgaben im Laufe der Ansparphase durch Gehaltssteigerungen und Inflation verändern können. So gehe ich persönlich davon aus, dass mein Gehalt jährlich um 4% steigen wird und mit einer durchschnittlichen Inflation von 2% zu rechnen ist. Meine momentane Sparquote von 33% sollte sich daher künftig noch weiter erhöhen.

⇒ Monatlicher Sparbetrag: 6.000 Euro – 4.000 Euro = 2.000 Euro

Zur Berechnung meiner Kapitaleinkünfte setze ich zunächst die langfristige Aktienmarktrendite von 8% pro Jahr an. Anschließend ziehe ich die an den deutschen Fiskus zu entrichtende Abgeltungssteuer von gegenwärtig 25% ab. Meine Ersparnisse erfahren demnach eine jährliche Kapitalverzinsung von rund 6% nach Steuern.

⇒ Monatliche Kapitaleinkünfte: 125.000 Euro x 0,5% p. M. = 625 Euro

Im Augenblick erhöht sich mein Netto-Vermögen somit um insgesamt 2.625 Euro im Monat. Da ich jedoch annehme, dass meine Gehaltssteigerungen die Inflation dauerhaft übertreffen werden und meine Kapitaleinkünfte parallel zum Netto-Vermögen stetig zunehmen, dürfte auch mein Sparpotenzial in Zukunft noch weiter wachsen.

In 3 Schritten zum Rentenbeginn

Wie die unten stehende Tabelle zeigt, hätte ich mein ursprüngliches Sparziel von 450.000 Euro somit bereits nach 7 Jahren erreicht. Allerdings wird die Inflation aller Voraussicht nach dafür Sorge tragen, dass sich auch mein künftiges Ausgabenniveau erhöhen wird. Folglich muss ich über entsprechend höhere Ersparnisse verfügen, um meine Lebenshaltungskosten vollständig über Kapitaleinkünfte finanzieren zu können. Vor diesem Hintergrund verzögert sich mein voraussichtlicher Rentenbeginn zwar noch um ein weiteres Jahr. Dennoch könnte ich bereits in 8 Jahren finanziell frei sein.

Monat Beginn Sparbetrag Kapitalerträge Ende Erforderlich
1 125.000,00 2.000,00 625,00 127.625,00 < 450.000,00
2 127.625,00 2.013,33 638,13 130.276,46 < 450.750,00
3 130.276,46 2.026,72 651,38 132.954,56 < 451.501,25
94 510.389,05 3.506,31 2.551,95 516.447,30 < 525.378,29
95 516.447,30 3.525,78 2.582,24 522.555,31 < 526.253,92
96 522.555,31 3.545,33 2.612,78 528.713,41 527.131,01

 

Was die obige Tabelle noch nicht verrät ist, inwiefern sich eine Veränderung meines Sparverhaltens auf die Dauer der Ansparphase auswirken würde. Daher habe ich ebenfalls getestet, wie sich eine niedrigere oder höhere Sparquote jeweils bemerkbar machen würde. Das Ergebnis lässt sich anhand der nachfolgenden Abbildung gut ablesen.

Sparquote
Auswirkungen unterschiedlicher Sparquoten

Demnach würde eine Steigerung meiner Sparquote von derzeit 33% auf 50% den Zeitraum bis zum Rentenbeginn um ganze 20 Monate verkürzen. Demgegenüber wäre eine Verringerung meiner Sparquote auf den bundesdeutschen Durchschnitt von 10% mit einer Verlängerung der Ansparphase um über 4 Jahre verbunden. Dies zeigt deutlich, wie eng das eigene Sparverhalten mit dem Erreichen der finanziellen Freiheit verknüpft ist.






Fazit: Auf die Sparquote kommt es an

„Wie lange muss ich wohl noch sparen, bevor ich nicht mehr arbeiten muss?“ Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jedem, der sich frühzeitig aus dem Arbeitsleben verabschieden möchte. Eine allgemeingültige Aussage zu treffen ist zwar schwierig, da sich die individuellen Situationen stark voneinander unterscheiden. Dennoch wird anhand meines Beispiels bereits eines klar: Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit kommt es vor allem auf eine hohe Sparquote an!

Wer also wie ich beabsichtigt, bereits jung in Rente zu gehen, sollte sich zuallererst daranmachen, seine Konsumgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. So können bereits kleinere Ausgabenkürzungen den Ausstieg aus dem Arbeitsleben drastisch beschleunigen. Denn nur wer genügend spart, kann auch ausreichend investieren und so früher oder später ein selbstbestimmtes Leben führen. Nicht umsonst lautet mein Motto: „sparen. investieren. frei sein.


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Was kostet die Freiheit?

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Monat für Monat etwas auf die hohe Kante zu legen, vermittelt zweifellos ein wohliges Gefühl der finanziellen Sicherheit. Doch wenn man wie ich irgendwann an den Punkt gelangt, längst mehr Dinge zu besitzen, als man überhaupt nutzen kann, stellt sich zwangsläufig die Frage, wofür man eigentlich noch spart.

Zwar brauchte es eine ganze Weile bis ich erkannte, dass mich die ewige Jagd nach immer größeren Immobilien, schnelleren Autos und teurerer Kleidung auf Dauer nicht glücklich machen würde. Doch erst im Laufe der Zeit wurde mir auch bewusst, woran es mir im Leben wirklich fehlte: Freiheit. Freiheit all das zu tun, was ich will, wann ich will und wo will.

Doch wie konnten meine Ersparnisse hieran etwas ändern? Selbstverständlich hätte ich schlicht weniger arbeiten können, um meine Work-Life-Balance ein Stück weit zu verbessern. Schließlich war ich angesichts meiner Sparmöglichkeiten augenscheinlich nicht auf mein volles Gehalt angewiesen. Doch mir schwebte da etwas Größeres vor.

Ließen sich meine stetig wachsenden Ersparnisse nicht einfach dazu verwenden, irgendwann gänzlich von diesen zu leben? Bestand vielleicht sogar die Möglichkeit, die Arbeit und all die damit verbundenen Pflichten früher als erwartet hinter mir zu lassen? Nach langem Grübeln fasste ich so schließlich mein ultimatives Sparziel: Die finanzielle Freiheit in jungen Jahren.






 Finanzielle Freiheit: Eine Frage der Ausgaben

Aber was bedeutet es eigentlich, finanziell frei zu sein? Finanzielle Freiheit heißt für mich, nicht mehr auf mein Arbeitseinkommen angewiesen zu sein. Finanziell frei wäre ich also ab dem Zeitpunkt, ab dem mir meine Ersparnisse ein arbeitsfreies Leben ermöglichen würden. Doch wie viel müsste man letztlich gespart haben, um sich tatsächlich ein für alle Mal aus dem Arbeitsleben verabschieden zu können? Um dies zu beantworten, stellte ich mir die beiden folgenden Fragen:

  • Wie hoch würden meine Ausgaben sein, wenn ich einmal nicht mehr arbeiten gehen würde?
  • Wie viel Geld müsste ich gespart haben, damit meine Ersparnisse diese Ausgaben decken würden?

Nachdem ich mich der ersten Frage bereits in meinem letzten Artikel gewidmet habe, werde ich im Folgenden nun auch der zweiten Frage auf den Grund gehen.

So wären in meinem Fall bei geschätzten Ausgaben von etwa 2.250 Euro im Monat und einer mir theoretisch noch verbleibenden Restlebensdauer von ungefähr 50 Jahren Ersparnisse in Höhe von sage und schreibe 1.350.000 Euro (= 50 Jahre × 12 Monate × 2.250 Euro) von Nöten, um bereits heute in Rente gehen zu können! Um solch eine immense Summe zusammenzutragen, würde ich wahrscheinlich jedoch noch ein paar Jahrzehnte benötigen.





In 3 Schritten zum erforderlichen Vermögen

Aus diesem Grund habe ich mich bereits vor einiger Zeit dazu entschieden, meine Ersparnisse am Kapitalmarkt anzulegen. Auf diese Weise soll mein bisheriges Arbeitseinkommen nach und nach durch die Vereinnahmung von Kapitaleinkünften ersetzt werden. Wenn ich davon ausgehen darf, dass die Vergangenheit auch nur ein halbwegs guter Indikator für die Zukunft ist, werden mir meine Ersparnisse so nicht bloß erhalten bleiben, sondern im Gegensatz zu mir auch weiter hart arbeiten und fleißig Zinsen, Dividenden und Kurszuwächse generieren.

Da ich mich also für die Anlage meiner Ersparnisse am Kapitalmarkt entschieden hatte, musste ich dies auch bei meiner Berechnung entsprechend berücksichtigen. Hierzu habe ich zunächst meine zuvor geschätzten Ausgaben annualisiert.

⇒ Jährliche Ausgaben: 2.250 Euro × 12 Monate = 27.000 Euro

Anschließend habe ich bestimmt, wie hoch meine Ersparnisse sein müssten, damit ein jährliches Kapitaleinkommen in entsprechender Größenordnung generiert werden würde.

⇒ Erforderliche Netto-Ersparnisse: 27.000 Euro ÷ 8% p. a. = 337.500 Euro

Die dabei zur Anwendung kommende Kapitalrendite basiert selbstverständlich auf meiner persönlichen Einschätzung. Da der Aktienmarkt in der Vergangenheit jedoch auf lange Sicht durchschnittlich rund 8% pro Jahr abwarf, ziehe ich diesen Wert auch als Grundlage für meine Berechnung heran.

Im dritten und letzten Schritt musste ich dann noch die an den deutschen Fiskus abzuführende Abgeltungssteuer von gegenwärtig 25% abziehen. Schließlich lässt einem der Staat am Ende immer nur 75% der ursprünglichen Kapitaleinkünfte übrig.

⇒ Erforderliche Brutto-Ersparnisse: 337.500 Euro ÷ 75% = 450.000 Euro

Damit mein Kapitaleinkommen meine Ausgaben deckt, müsste ich also über Ersparnisse in Höhe von 450.000 Euro verfügen. Nach wie vor eine enorme Summe! Aber immerhin kann ich mein Sparziel nun nicht mehr nur in Worte, sondern auch in Zahlen fassen.

Persönliches Szenario der erforderlichen Ersparnisse
Persönliches Ersparnisszenario





Fazit: Der Freiheit einen Preis geben

Natürlich stellt mein Fall nur eines von vielen denkbaren Szenarien dar. Zum besseren Überblick habe ich daher zusätzlich das folgende Diagramm erstellt. Dieses gibt die erforderlichen Ersparnisse für verschiedene Ausgabenniveaus von 500 Euro bis 5.000 Euro im Monat an. Der besseren Einordnung halber habe ich die Berechnungen anhand von verschiedenen Kapitalmarktrenditen zwischen 1% (sehr konservativ) und 10% (sehr ambitioniert) durchgeführt. Die Abgeltungssteuer wurde dabei wie zuvor mit 25% berücksichtigt.

Alternative Szenarien der erforderlichen Ersparnisse
Alternative Ersparnisszenarien

Dank dieser einfachen Berechnung lässt sich relativ gut nachvollziehen, wie viele Ersparnisse für einen erfolgreichen Ausstieg aus dem Arbeitsleben benötigt werden. Dieses Wissen half mir enorm, mich auf den Weg zur finanziellen Freiheit einzulassen. Denn mit einer konkreten Zahl vor Augen, rückt das Sparziel nicht nur in greifbare Nähe, es motiviert auch ungemein, dieses so schnell wie möglich zu erreichen!


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema:

Wo ist nur das Geld geblieben?

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Da stand ich also nun. Beflügelt von dem Gedanken an ein Leben ohne Arbeit, malte ich mir bereits in den buntesten Farben aus, wie ich mein Büro verlassen und all die damit verbundenen Pflichten ein für alle Mal hinter mir lassen würde. Nie wieder frühes Aufstehen, lästiges Pendeln oder nervenaufreibende Deadlines. Denn statt wie bisher den Großteil meiner Zeit ans Büro gefesselt zu sein und dort die schönsten Tage des Jahres zu verpassen, würde ich mir künftig nie wieder auch nur den kleinsten Sonnenstrahl entgehen lassen.

Oh, wie würde ich meine neu gewonnene Freiheit zelebrieren! Ungestörtes Sonnenbaden am einsamen Elbstrand, endlose Sparziergänge an der menschenleeren Alster und spontane Badetrips nach Sankt Peter-Ording und den Timmendorfer Strand. Und das alles unbehelligt von der üblichen Schar an Wochenendausflüglern. Welch eine Aussicht!






Schritt 1: Der Ausgabencheck

Zurück in der Realität wollte ich meinen Wunsch nach finanzieller Freiheit so schnell wie möglich in die Tat umsetzen. Doch bevor ich mein ultimatives Sparziel in Angriff nehmen konnte, galt es sich zunächst darüber klar zu werden, wie lang der Weg dorthin eigentlich sein würde. Schließlich wollte ich ja wissen, wie viel Geld ich sparen musste, bevor ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Arbeitsleben überhaupt in Frage kam.

Damit es also nicht bloß beim Traum vom arbeitsfreien Leben blieb, machte ich mich daran, mir einen Überblick über mein Sparvorhaben zu verschaffen. Schritt 1: Der Ausgabencheck. Verbunden mit der Frage, wie viel Geld ich zum Leben benötigen würde, wenn ich einst nicht mehr arbeiten ginge. Doch was anfangs noch so einfach klang, entpuppte sich schnell als wahre Sisyphusarbeit.

Denn es ist gar nicht mal so einfach zu sagen, wie viel Geld man monatlich im Durchschnitt so ausgibt. Schließlich fallen viele Kosten nicht jeden Monat, sondern nur einmal viertel-, halb- oder ganzjährig an. Daher lassen sich die durchschnittlichen Ausgaben für Dinge wie Kleidung, Möbel oder Versicherungen nicht mal eben aus dem Stehgreif bestimmen. Wie war es also möglich, meine künftigen Kosten dennoch valide zu schätzen?





Mittel zum Zweck: Das Haushaltsbuch

Ich griff hierfür zur einzig mir bekannten Methode und begann zum ersten Mal seit Ewigkeiten, wieder Haushaltsbuch zu führen. Doch statt sich wie früher einem altmodischen Notizbuch oder – wie heute eher üblich – einer digitalen App à la Mint oder Personal Capital zu bedienen, bastelte ich mir lieber fix meine eigene kleine Excel-Tabelle zusammen.

Ausgabenerfassung im Haushaltsbuch
Ausgabenerfassung in Microsoft Excel 2016

Denn nichts ist einfacher als das: Jede Spalte entspricht einem Monat, jede Zeile einer Ausgabenart. Jetzt nur noch die getätigten Ausgaben entsprechend eintragen und schon geht Excel ans Werk. Berechnungen, Auswertungen, Prognosen? Einstmals tagesfüllende Aufgaben sind heute nur noch einen Wimpernschlag entfernt. Und das alles vollkommen automatisiert und garantiert ohne Rechenfehler.

Ausgabenauswertung im Haushaltsbuch
Ausgabenauswertung in Microsoft Excel 2016

Ist solch ein Haushaltsbuch erst einmal angelegt, lassen sich die künftigen Ausgaben deutlich leichter prognostizieren als zuvor. Ich persönlich konzentriere mich dabei insbesondere auf jene Kosten, um die ich später einmal keinesfalls herumkommen werde (oder herumkommen will). Kosten, die beispielsweise im Zusammenhang mit meiner Arbeit stehen oder variabel sind, berücksichtige ich nicht, da diese entweder künftig entfallen werden (z.B. Arbeitskleidung) oder für mich nicht „überlebensnotwendig“ sind (z.B. Fernreisen). Auf diese Weise lässt sich relativ genau veranschlagen, wie viel Geld man im Frühruhestand noch unbedingt benötigt. Nach nunmehr gut zweieinhalb Jahren der Haushaltsbuchführung komme ich so auf unvermeidbare Ausgaben von rund 2.250 Euro im Monat (Stand: April 2017).






Fazit: Die eigenen Ausgaben im Griff

Die eigenen Ausgaben nachzuvollziehen, bildet meiner Erfahrung nach den ersten Schritt für einen erfolgreichen Ausstieg aus dem Arbeitsleben. So habe ich dank den Erkenntnissen aus der Haushaltsbuchführung schnell begriffen, wie viel und vor allem wofür ich mein Geld eigentlich so ausgebe. Dies eröffnete mir nicht nur die Möglichkeit, meine Sparpläne hinreichend zu konkretisieren, sondern auch mir bislang verborgen gebliebene Einsparpotenziale zu identifizieren. In meinen Augen ein absolutes Muss auf dem Weg zur finanziellen Freiheit!

Ich kann daher nur jedem angehenden Jungrentner ans Herz legen, sich ebenfalls ein Haushaltsbuch anzulegen. Der Aufwand hierfür ist geringer als man zunächst erwartet und mit einer Excel-basierten Lösung auch im Handumdrehen erledigt.


Mein persönlicher Buchtipp passend zum Thema: