Tractor Supply Company – Der ländliche Lifestyle-Einzelhändler

Bei der Tractor Supply Company handelt es sich um ein Unternehmen, in das ich im Corona-Crash massiv investiert hatte.

Doch obwohl ich meine Anteile zwischenzeitlich wieder mit sattem Gewinn verkauft habe, halte ich die Tractor Supply Company weiterhin für ein äußerst spannendes Unternehmen.

Umso mehr freut es mich nun, dass sich mein geschätzter Blogger-Kollege Daniel, aka Whirlwind erneut bereiterklärt hat, seine aktuelle Analyse zur Tractor Supply Company hier mit Euch zu teilen.

Viel Spaß also beim nächsten Gastbeitrag auf Jung in Rente.

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Ein Gastbeitrag von Whirlwind.

Hallo allerseits,

heute folgt nach Church & Dwight bereits mein zweiter Gastbeitrag für die „Jung in Rente“-Community.

Nach Rücksprache mit David habe ich mich dieses Mal für die Tractor Supply Company (Ticker: TSCO) entschieden. Hierbei handelt es sich um eine der größten Einzelhandelsketten in den USA mit Produkten und Dienstleistungen speziell für Rancher, Farmer und Viehzüchter.

Wie bei meinen kennzahlenbasierten Analysen üblich, gehe ich im Beitrag auf das Unternehmen, sein Geschäftsmodell und seine wesentlichen Kennzahlen ausführlich ein.

Hierzu werden anhand von ausgewählten Fundamentaldaten die finanzielle Stabilität, die Profitabilität und das Wachstum näher betrachtet.

Zur Beurteilung des Risikos schaue ich weiterhin, wie sich das Unternehmen in der letzten Krise geschlagen hat und welche Drawdowns für die Aktie üblich sind.

Zum Schluss erfolgt eine Einschätzung der aktuellen Bewertung – auch im Vergleich zur eigenen historischen Bewertung auf Basis des KGVs sowie bei dividendenzahlenden Unternehmen zusätzlich auf Basis der Dividendenrendite.

Los geht’s…

Tractor Supply Company Logo

Hintergründe zum Unternehmen und Allgemeines zur Aktie

Hinweis: Die folgenden Zeilen zur Unternehmensvorstellung stammen aus der Feder meines Lesers Hermann-Josef, welcher bereits seit Anfang der 1980er Jahre an der Börse aktiv ist und im Zuge eines Leserbeitrages hier seinen Werdegang als Anleger und Investor sowie sein persönliches Depot vorgestellt hat.


Das Unternehmen – Tractor Supply Company – sieht sich selbst als ländlichen Lifestyle-Einzelhändler und drückt dies mit seinem Slogan For Life Out Here aus.

Tractor Supply hat sich in den letzten 80 Jahren zum größten Einzelhändler für den ländlichen Lebensstil in den Vereinigten Staaten entwickelt und konzentriert sich mit seinem Geschäftsmodell auf die Bedürfnisse der Rancher, Farmer und all jene, die den ländlichen Lebensstil (Out-Here-Lifestyle) genießen, sowie auf Viehzüchter, Hobbygärtner und Handwerker.

Die Geschäfte befinden sich hauptsächlich in ruralen (ländlichen) Gebieten und den Vororten der Metropolen. Der stationäre Handel wird betrieben unter den Namen Tractor Supply Company, Del’s Feed & Farm Supply und Petsense. Mit Petsense wurde im Jahr 2016 für etwa 116 Mio. USD ein führender Fachhändler für Heimtierbedarf und -dienstleistungen mit 136 Geschäften in 25 Bundesstaaten übernommen. 

Der erste Tractor Supply Store wurde 1938 in Minot, North Dakota eröffnet. Heute werden 1.923 Tractor Supply Stores in 49 Bundesstaaten und 182 Petsense Stores in 25 Bundesstaaten betrieben. Daneben erfolgt der eCommerce unter den Webseiten tractorsupply.com und petsense.com

Was kann man bei der Tractor Supply Company kaufen?

Anders als es der Name vermuten lässt, alles außer Traktoren. Die Kunden finden alles, was sie für ihre Ranches, Farmen, Häuser sowie Nutz- und Haustiere benötigen. U.a. gibt es dort:

  • Pferde- und Haustierbedarf
  • Geflügel
  • Gartenbedarf
  • Kleidung
  • Zäune
  • Werkzeuge
  • Landmaschinen
  • Rasenmäher
  • Generatoren, Kompressoren
  • Home-Dekor

Die folgende Tabelle zeigt die prozentualen Anteile der Hauptproduktkategorien am Nettoumsatz der letzten 3 Geschäftsjahre:

Anteil Hauptproduktgruppen am Netto-Umsatz 2018-2020
Abb. 1: Prozentualer Anteil der Hauptproduktgruppen am Nettoumsatz der Jahre 2018 bis 2020
Quelle: Annual Report 2020

Ähnlich wie Amazon ist auch die Tractor Supply Company ein Coronagewinner.

Das Unternehmen hat die Situation für sich genutzt und innovative Ideen entwickelt, um seinen Kunden ein kontaktloses Einkaufen zu ermöglichen. So wurde mit Curbside Pickup eine Möglichkeit geschaffen, die es den Kunden gestattet, online die Ware zu bestellen und am Bordstein vor dem Einzelhandelsladen abzuholen, ohne aus dem Auto zu steigen. Daneben wird „same day / next day delivery“ angeboten und die erste mobile Tractor Supply App wurde entwickelt, die den Kunden ein noch angenehmeres Einkaufserlebnis bietet.

Doch bereits lange vor Corona hat die Tractor Supply Company erkannt, wie wichtig eine zufriedene Kundschaft ist. Mit dem Neighbor’s Club verfügt man schon seit langer Zeit über ein Kundenbindungsprogramm. Als Clubmitglied erhält man besondere Angebote, die nur für Mitglieder erhältlich sind, 5% Cashback oder spezielle Finanzierungsangebote.

Tractor Supply bedient mit Leidenschaft seit Jahrzehnten seine einzigartige Nische als One-Stop-Shop für Farmer, Landwirte und alle, die dem ländlichen Lebensstil frönen und fokussiert sich dabei auf eine starke Kundenbindung und -zufriedenheit.


Nach dem Global Industry Classification Standard (GICS) wird die Tractor Supply Company dem zyklischen Konsumgütersektor (=consumer discretionary) zugeordnet.

Die Aktie ist im S&P 500 gelistet und kann mit Hilfe der internationalen Wertpapierkennnummer (ISIN) US8923561067 sowie der Wertpapierkennnummer (WKN) 889826 eindeutig identifiziert werden.

Aktien-Dashboard und Qualitätsfaktoren

Das Geschäftsjahr der Tractor Supply Company beginnt am 01. Januar und endet am 31. Dezember.

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Fiskaljahrs 2020 ergibt sich mit Stand zum 20.03.2021 folgendes Dashboard für die Aktie:

2021-03-20 Dashboard TSCO
Abb. 2: Dashboard zur Tractor Supply Company (Stand: 20.03.2021)

Finanzielle Situation der Tractor Supply Company

Aus finanzieller Sicht ist die Tractor Supply Company mit einer über 3 Jahre gemittelten Eigenkapitalquote von gut 36% meiner Meinung nach bilanziell recht solide aufgestellt.

Zudem betrug der Anteil des Goodwills und anderer immaterieller Vermögenswerte zuletzt (per Ende 2020) lediglich unter 1% der Bilanzsumme bzw. knapp 3% des Eigenkapitals.

Weiterhin nimmt das Eigenkapital absolut betrachtet stetig zu. Das Unternehmen häuft im Großen und Ganzen somit über die Jahre mehr und mehr Vermögen an und erhöht damit beständig seinen (inneren) Wert. Wobei zum Ende des Fiskaljahrs 2020 zudem die „Treasury stock“-Position (=eigene Aktien), welche bekanntlich vom Eigenkapital abgezogen wird, mit einem Wert von 3,36 Mrd. USD bilanziert wurde.

Beim Blick auf das Fremdkapital fällt jedoch auf, dass dieses vom Fiskaljahr 2018 auf das Berichtsjahr 2019 schlagartig um 2,2 Mrd. USD und damit um mehr als 100% im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist.

Das ist jedoch weniger dramatisch, als es auf den ersten Blick scheint:

Der Grund ist schlicht und einfach eine neue Richtlinie für die Bilanzierung von Leasingverhältnissen, weshalb Leasinggegenstände und -verbindlichkeiten 2019 erstmals als Operating lease liabilities erfasst wurden.

Auszug aus der Bilanz zum Fiskaljahr 2020 TSCO
Abb. 3: Ausgewählte Finanzdaten über 5 Jahre
Quelle: Annual Report 2020

Dennoch beträgt die Schuldentilgungsdauer (ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel) bei der Tractor Supply Company lediglich 3,7 Jahre.

D.h. das Unternehmen wäre somit in der Lage, seine gesamten Verbindlichkeiten innerhalb von weniger als 4 Jahren durch den operativen Cashflow zu tilgen.

Profitabilität, Rentabilität und Wachstum der Tractor Supply Company

Die Tractor Supply Company wirtschaftet profitabel und hat seit über 10 Jahren stets operative Gewinne ausgewiesen.

Zudem beträgt die Eigenkapitalrendite, gemittelt über 3 Jahre, mehr als solide 36%.

Im Hinblick auf die jährlichen Wachstumsraten beim Umsatz sowie beim operativen Gewinn fällt die äußerst kontinuierliche Steigerung im oberen 1-stelligen bis unteren 2-stelligen Bereich auf.

Der Gewinne je Aktie (EPS) konnte im Durchschnitt der letzten 10 Jahre (CAGR) sogar um knapp 20% pro Jahr gesteigert werden.

Hierzu zeigt die folgende Grafik ergänzend nochmals Profitabilitäts-, Rentabilitäts- als auch Wachstumskennzahlen über verschiedene Zeiträume.

2021-03-20 Kennzahlenübersicht TSCO
Abb. 4: Kennzahlenübersicht zur Tractor Supply Company über verschiedene Zeiträume

Dividende der Tractor Supply Company

Schließlich zahlt die Tractor Supply Company auch eine Dividende und lässt damit seine Aktionäre direkt am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens teilhaben.

Aktuell schüttet das Unternehmen eine Dividende i.H.v. 0,52 USD pro Quartal aus.

Dies entspricht beim aktuellen Preis der Aktie von etwa 172 USD einer annualisierten Dividendenrendite i.H.v. 1,2%.

Das jährliche Dividendenwachstum (CAGR) über 5 Jahre beträgt zudem 14,6% pro Jahr, was einer Verdopplung der Dividende etwa alle 5 Jahre entspricht.

Zudem liegt die über 3 Jahre gemittelte Ausschüttungsquote bei unter 30% des Netto-Gewinns.

Hier ist also noch genügend Luft für weiteres Wachstum vorhanden – sowohl im Hinblick auf das Geschäft als auch auf die Dividende selbst.

Performance im Vergleich

An dieser Stelle folgt ein Blick auf die Performance der letzten Jahre.

Die Total-Return-Rendite über die letzten 5 Jahre, d.h. Kauf der TSCO-Aktie zum mittleren Kurs des Fiskaljahres 2015 und Verkauf zum mittleren Kurs des Fiskaljahres 2020, beträgt inkl. der gezahlten Dividenden durchschnittlich 7,7% pro Jahr (alle Preise und Dividenden in USD).

Basierend auf den doch recht robusten fundamentalen Kennzahlen hätte ich an dieser Stelle ehrlich gesagt etwas mehr Performance bzw. eine höhere Rendite erwartet.

Ein Grund für die vergleichsweise geringen Performance könnte u.a. sein, dass die Aktie der Tractor Supply Company im Jahr 2015 (Basisjahr für den vorliegenden Vergleich) mit einem vergleichsweise hohen mittleren KGV von knapp 29 bewertet wurde, wohingegen das durchschnittliche Gewinn-Multiple des Fiskaljahres 2020 lediglich bei knapp 19 lag.

An dieser Stelle zeigt sich einmal mehr, dass das „beste Unternehmen“ kein lukratives Investment darstellen wird, wenn man dessen Aktien zu überhöhten Preisen erwirbt. Aber zur Bewertung später noch mehr.

Vergleichen wir zudem den Kursverlauf der TSCO-Aktie mit dem Verlauf des S&P 500 Kurs-Index, so fällt wenig verwunderlich auf, dass diese ihrem amerikanischen Referenz-Index über 5 Jahre nicht ganz das Wasser reichen kann.

chart 5years Tractor Supply Company
Abb. 5: 5-Jahres Kursverlauf – Tractor Supply Company vs. S&P 500 Kurs-Index
Quelle: ariva.de (Stand: 20.03.2021)

Wobei der gleiche Vergleich über 10 Jahre eine ganz andere Sprache spricht. Es kommt also immer auch auf den Betrachtungszeitraum an.

chart 10years Tractor Supply Company
Abb. 6: 10-Jahres Kursverlauf – Tractor Supply Company vs. S&P 500 Kurs-Index
Quelle: ariva.de (Stand: 14.03.2021)

Risiko: Ergebnisse in der letzten Krise

Allgemeinhin wird an der Börse zur Quantifizierung des Risikos die Volatilität verwendet.

Dabei zeigt die Volatilität die Schwankungsintensität des Preises einer Aktie innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Je höher die Volatilität eines Wertpapiers, umso stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus und desto riskanter wird eine Investition in selbiges im Allgemeinen angesehen.

Langfristig orientierten Investoren können Preisschwankungen im Grunde genommen jedoch weitestgehend egal sein, da der Preis letztlich nur beim Kauf, beim Nachkauf oder beim Verkauf eine Rolle spielt.

Das Hauptrisiko für einen Langfristanleger ist meiner Meinung nach dagegen, dass das Unternehmen auf Grund einer langanhaltenden fundamentalen Schwäche irgendwann in ernste Zahlungsschwierigkeiten gerät und infolgedessen Insolvenz anmelden muss.

Daher schaue ich mir zur Beurteilung des Risikos hier noch einmal gezielt die fundamentalen Daten – besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – an.

Dabei konzentriere ich mich vor allem auf die Kennzahl des operativen Gewinns (EBIT).

Wesentliche Fragen sind für mich an dieser Stelle:

  • Musste das Unternehmen in der letzten Krise einen Verlust ausweisen (EBIT < 0)?
  • Betrug der Gewinnrückgang in den Jahren der Krise > 50%?
  • Wie viele Jahre dauerte es nach einem signifikanten Gewinnrückgang, bis der operative Gewinn wieder auf Vorkrisenniveau oder darüber lag?

EBIT

Für den gesamten Zeitraum meiner Betrachtung, d.h. seit dem Geschäftsjahr 2006 hat die Tractor Supply Company stets positive operative Gewinne (EBIT) ausgewiesen.

Obwohl die Aktie dem zyklischen Konsumgütersektor zugeordnet wird, liefert das Geschäftsmodell des Unternehmens äußerst stabile Umsätze, Gewinne und Cashflows. Diese konnten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – sei es zur Weltfinanzkrise 2008/2009 oder in der aktuellen Corona-Pandemie – sogar weiter gesteigert werden. Lediglich im Geschäftsjahr 2017 ist der operative Gewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode einmal zurückgegangen. Und dieser Rückgang ist mit 1,1% nun wirklich nicht der Rede wert.

An dieser Stelle und zur weiteren Unterstreichung der robusten operativen Entwicklung des Unternehmens ergänzend ein Diagramm mit den „Year-over-Year“-Wachstumsraten des Umsatzes und des operativen Gewinns seit 2006.

2021-03-14 Umsatz- und EBIT-Wachstum TSCO
Abb. 7: Jährliches Umsatz- und EBIT-Wachstum der Tractor Supply Company

Drawdown

Zum Schluss werfe nun noch einen Blick auf die Drawdowns der Aktie.

Als Drawdown bezeichnet man den Abstand des Kurses vom vergangenen Höchststand.

Drawdowns werden i.d.R. in Prozent angegeben.

Diese Betrachtung vermittelt einen Eindruck, welche (Buchwert-)Verluste Investoren in der Vergangenheit hinnehmen mussten, worauf man sich gegebenenfalls in Zukunft einstellen sollte und ob es womöglich sogar Muster im Kurs gibt, die unter Umständen typisch für die jeweilige Aktie sind.

Die Drawdowns der Aktie der Tractor Supply Company werden im folgenden Diagramm – auch bekannt als Unterwasser-Chart – dargestellt.

2021-03-20 Drawdown-Chart Tractor Supply Company
Abb. 8: Drawdown-Chart – Tractor Supply Company (Stand: 20.03.2021)

Wie im Drawdown-Chart zu erkennen ist, gab der Kurs der TSCO-Aktie im Rahmen der Weltfinanzkrise 2008/2009 um knapp 60% nach und dass trotz der bereits beschriebenen glänzenden fundamentalen Entwicklung des Unternehmens sowie der fortlaufenden Steigerung der Umsätze und Gewinne.

Meiner Meinung nach ein weiteres Beispiel dafür, dass der Markt zumindest teilweise nicht alle Aktien immer korrekt bewertet

Aber auch im Sommer 2017 und im Zuge der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wurden die Aktien der Tractor Supply Company nochmals mit Abschlägen zwischen 40% und 50% vom vergangenen Höchstkurs gehandelt.

Wie sich diese Rückgänge auf die Bewertung der Aktie ausgewirkt haben, schauen wir uns u.a. im folgenden Kapitel genauer an.

Aktuelle Bewertung in Relation zur historischen Bewertung der Tractor Supply Company

An dieser Stelle werfe ich gern einen Blick auf die aktuelle Bewertung der Aktie.

Basierend auf gängigen Multiples vergleiche ich dabei die momentane Marktbewertung mit der eigenen historischen Bewertung des Wertpapiers – konkret auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses und der Dividendenrendite.

Historisches KGV und dessen Verlauf

Im Durchschnitt der letzten 5 Jahre wurde die Aktie der Tractor Supply Company mit einem KGV von 20,4 bewertet.

Für das laufende Geschäftsjahr 2021 gehen die Analystenschätzungen laut Seeking Alpha im Mittel von einem Gewinn je Aktie i.H.v. 6,72 USD aus. Basierend auf dem aktuellen Preis der Aktie von 172 USD entspricht dies einem KGV21(e) von 25,3.

Damit liegt die aktuelle Bewertung auf KGV-Basis 24% über dem historischen Durchschnitt.

Im KGV-Chart wird ersichtlich, dass die Bewertung seit Ende 2016/Anfang 2017 bis auf kleinere Ausreißer stets im Bereich zwischen dem 15- und dem 25-fachen Gewinn lag. Auch in Anbetracht dessen erscheint die Aktie aktuell vergleichsweise hoch bewertet.

Gut ersichtlich wird im KGV-Chart auch nochmals die vergleichsweise hohe Bewertung im Zeitraum von Mitte 2013 bis Mitte 2016, als die Aktie teilweise sogar mit dem mehr als 30-fachen Gewinn bewertet wurde.

Im Zusammenhang mit den Kursrückgängen im Zuge der Corona-Panik im März 2020 war die Aktie dagegen sogar kurzzeitig zu einem 10er KGV zu haben.

2021-03-20 KGV-Chart Tractor Supply Company
Abb. 9: KGV-Chart – Tractor Supply Company (Stand: 20.03.2021)

Historische Dividendenrendite und deren Verlauf

Mit Blick auf die historische Dividendenrendite zeigt sich, dass Aktionäre der Tractor Supply Company über 5 Jahre eine durchschnittliche Dividendenrendite i.H.v. 1,4% erhalten haben.

Auf Basis der zuletzt ausgeschütteten Quartalsdividende i.H.v. 0,52 USD/Aktie führt dies unter Berücksichtigung des aktuellen Aktienpreises zu einer annualisierten 2021er Dividendenrendite von 1,2%.

Damit liegt die aktuelle Dividendenrendite etwa 14% unter der historischen Dividendenrendite.

Der folgende DivR-Chart zeigt schließlich den Verlauf der Dividendenrendite seit Beginn der Ausschüttung im Jahr 2010. Wie zu sehen ist, betrug die Dividendenrendite anfangs etwa 1%. Mit sinkender Bewertung der Aktie beginnend im Sommer 2016 stieg entgegengesetzt dazu im weiteren Verlauf die Dividendenrendite sukzessive an und erreichte schließlich Werte um die 2% – kurzzeitig sogar leicht darüber. Von diesen Spitzenwerten ist die Aktie heute aufgrund der aktuell höheren Bewertung allerdings erneut etwas weiter entfernt.

2021-03-20 DivR-Chart Tractor Supply Company
Abb. 10: DivR-Chart – Tractor Supply Company (Stand: 20.03.2021)

Zusammenfassung zur Tractor Supply Company

Zusammenfassend lässt sich zur Tractor Supply Company sagen, dass die US-amerikanische Einzelhandelskette für den ländlichen Raum bzw. für den privaten landwirtschaftlichen Bedarf aus fundamental, operativer Sicht einen sehr soliden Eindruck hinterlässt.

Das Unternehmen ist finanziell robust aufgestellt, wirtschaftet äußerst profitabel und steigert kontinuierlich seine Umsätze, Gewinne und Cashflows.

Als vermeintlicher Coronagewinner ist die Aktie der Tractor Supply Company aktuell meiner Meinung nach jedoch bereits sportlich bewertet oder zumindest kein Schnäppchen mehr.

Persönlich erachte ich für die Aktie unter Berücksichtigung der stabilen Wachstumsraten der Vergangenheit ein KGV von etwa 20 als angemessen.

Auf Basis des aktuellen Gewinns je Aktie der letzten 12 Monate (TTM) von 6,44 USD ergibt sich aus meiner Sicht ein interessantes Kursniveau bei etwa 129 USD bzw. etwa 107 EUR. Dies entspricht einem notwendigen Rücksetzer vom aktuellen Kursniveau von etwa 25%.

Was haltet ihr von der Tractor Supply Company? Seid ihr investiert bzw. habt ihr das Unternehmen auf Eurer Watchlist? Oder konnten David, Hermann-Josef und ich Euch möglicherweise sogar ein bisher noch gänzlich unbekanntes Unternehmen näherbringen?

Für weitere Beiträge und Analysen dieser Art schau(t) auch gern mal auf dem Whirlwind-Investing-Blog vorbei.

Disclaimer: Der hier veröffentlichte Gastbeitrag stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Veröffentlicht wurde hier lediglich die persönliche Meinung des Autors. Aktien, ETFs und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Trotz gründlicher Recherche kann für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen keine Haftung übernommen werden.

Transparenzhinweis: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrages befinden sich keine Aktien der Tractor Supply Company in meinem Depot.


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2 Antworten auf „Tractor Supply Company – Der ländliche Lifestyle-Einzelhändler“

  1. Vielen Dank für die Möglichkeit erneut eine meiner kennzahlenbasierten Aktienanalysen mit deiner Community und dir teilen zu dürfen, lieber David.

    Auf dass der Beitrag gefällt und wir Anteile von TSCO demnächst vielleicht auch wieder zu günstigeren Konditionen erwerben können. 😉

    Viele Grüße,
    Daniel.

    1. Ich habe zu danken, Daniel!

      Deine großartigen Analysen sind eine riesen Bereicherung für meinen Blog und ich bin mir sicher, dass viele meiner Leserinnen und Leser sich ebenso sehr über deine Gastbeiträge freuen wie ich.

      Bei einem Punkt gebe ich dir aber recht: Hoffentlich gibt’s die TSCO-Aktie bald wieder zu „vernünftigen“ Preisen 😉

      Lieben Gruß,
      David

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