FOMO – Fear Of Missing Out! Ein fatales Phänomen – nicht nur am Aktienmarkt!

Ein Gastbeitrag von Felix Bloch vom Blog FelixInvestiert.

Bevor ich zur Thematik des Beitrags komme, möchte ich mich gerne bei David bedanken, der es mir ermöglicht, hiermit einen Gastbeitrag auf seiner Website zu verfassen.

Die Anfrage ist dabei von mir ausgegangen, da Davids Blog einer der ersten war, den ich zum Thema Aktien und Finanzen gelesen habe. Unter anderem durch ihn habe ich damit begonnen, mir über meine eigenen Finanzen mal etwas mehr Gedanken zu machen.

Mittlerweile bin ich seit fast einem Jahr an der Börse und sehr dankbar für die Motivation und das Wissen, das in diesem Blog für alle Interessierten gratis zur Verfügung gestellt wird.

Solltest Du Interesse haben, etwas mehr zu mir und meiner „Börsen-Karriere“ zu erfahren, kannst Du gerne auf meiner Website www.felixinvestiert.de vorbeischauen – Ich freue mich auf Dich. 🙂

Nun aber zum eigentlichen Thema des heutigen Gastbeitrags…

Fomo – Definition & Symptome

Definition

Bei „Fomo“ (engl.: Fear of missing out | dt.: Angst, etwas zu verpassen) handelt es sich um ein Phänomen, das die Angst beschreibt, etwas zu verpassen.

Besonders im Zeitalter von Smartphones, Social Media & Co ist diese typische menschliche Verhaltensweise ein immer wichtigerer Bestandteil in unserem sozialen Gefüge.

Eine steigende Anzahl an Menschen hat Probleme damit, bspw. nach dem Job abschalten zu können. Wer offline ist, wird ausgeschlossen.

Der oder diejenige erfährt nichts vom Baby der Arbeitskollegin, hat keine Möglichkeit, den neuesten weltverändernden Tweet Donald Trumps zu teilen und wird auch nicht das neueste virale Video auf YouTube sehen können.

FOMO Definition
Symptome

Das schlimmste daran? Viele bemerken nicht einmal, dass sie womöglich unter der Social Media-Krankheit schlechthin leiden. An welchen Symptomen lässt sich Fomo also identifizieren?

Hier sind einige Anzeichen, die bei den ersten Internetrecherchen von verschiedensten Instanzen als solche deklariert wurden:

  • Die Angst, wichtige Ereignisse zu verpassen
  • Die wiederholte Nutzung der Phrasen „Jeder außer mir…“ sowie „Alle anderen…“
  • Ein obsessives Verlangen, ständig auf sozialen Plattformen aktiv zu sein
  • Das Verlangen nach ständiger Zustimmung von Seiten anderer (auch unbekannter) Menschen
  • Der Wunsch, jederzeit erreichbar und online zu sein
  • Aspiration, mithilfe sozialer Medien stets up to date zu sein
  • Ein Gefühl von Unwohlsein, wenn das Smartphone nicht auffindbar ist
FOMO Symptome

Die Psychologie hinter „Fomo“

Das Zusammenleben der Menschen auf der Erde ist von Gruppen bzw. Gruppierungen geprägt. Demnach hat der überwiegende Teil der Bevölkerung das Bedürfnis, einer Gruppierung anzugehören und sich dieser zugehörig zu fühlen.

Doch das Phänomen Fomo existiert nicht erst seit gestern. Seit jeher verspüren wir den Drang einer gewissen Gruppenzugehörigkeit.

Der psychologische und gesellschaftliche Gedanke hinter Fomo beschreibt eine Beklemmung, Angst oder Besorgnis und das damit einhergehende, zwanghafte Verlangen nach sozialer Interaktion, eine ungewöhnliche Erfahrung, ein befriedigendes Ereignis oder in Bezug auf ein aktuelles Phänomen: nicht mehr auf dem Laufenden zu sein.

Mit dem Aufkommen von Smartphones und Social Media hat sich Fomo genau hier in den Köpfen vieler Menschen noch weiter verstärkt. Durch eine permanente Informationsflut wird man jeglicher Gelegenheit beraubt, einfach mal abzuschalten und sich zu entspannen.

Stattdessen bekommt man ein schlechtes Gewissen, wenn man die Bilder der Geburtstagsparty, die man nicht besuchen konnte, auf Instagram sieht und nicht markiert wurde. Oft werden aufgrund solcher teils einschneidenden Ereignisse grundlegende Entscheidungen infrage gestellt und im Nachhinein kritisch hinterfragt.

Im Vordergrund steht also das Verlangen nach zwischenmenschlicher Interaktion, die für das Selbstwertgefühl essentiell ist. Besonders der Social Media-Aspekt verstärkt das beschriebene Verlangen, da ein unbegrenzter, vermehrt voyeuristischer Zugang zum Leben anderer Menschen ermöglicht wird.

Da es sich bei Davids Blog allerdings um einen Blog rund um das Thema Finanzen handelt, sollten wir das Fomo-Phänomen natürlich auch vor dem Hintergrund der Börse betrachten, denn auch hier spielt das Gefühl, etwas zu verpassen, eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Fomo am Aktienmarkt

Grundlagen

Der wohl erfolgsreichste Investor aller Zeiten hat mal einen Satz gesagt, der wie die Faust aufs Auge zum Thema Fomo passt:

Be fearful when others are greedy and greedy when others are fearful

Warren Buffett

Einerseits predigt der Börsenaltmeister immer wieder, dass Anleger auf lange Sicht ihr Geld an der Börse investieren sollen und nicht auf Sicht von 1-3 Jahre o.ä. Buffett zufolge ist Geduld also wohl das beste psychologische Tool, um sich selbst vor der Angst, etwas zu verpassen, zu schützen.

Besonders in Phasen langanhaltenden Wachstums, wie es aktuell der Fall ist, fallen immer mehr Investoren der „Fear of missing out“ zum Opfer.

Je häufiger sich im Kopf der Gedanke breit macht „So ein Mist, hätte ich doch vor einem Jahr mal Aktie XY gekauft. War doch klar, dass die durch die Decke geht.“, desto höher ist der Druck, den sich Privatanleger selbst aufbinden, bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit dabei zu sein. Welche Folgen das haben kann, erfährst Du etwas weiter unten im Beitrag.

Es häufen sich die Nachrichten mit polarisierenden Schlagzeilen zu utopisch hohen Kursgewinnen einzelner Aktien oder gar in ganzen Branchen. Teilweise finden regelrechte Hypes statt. Passend dazu werden Berichte veröffentlicht, die Aktien zeigen, die in den letzten 10 Jahren mit über 1.000% rentierten. Beliebte Aktien sind in solchen Berichten Unternehmen wie Netflix (+3.767%), Amazon (+1.209%) oder NVIDIA (1.117%).

In die umgekehrte Richtung sieht es ähnlich aus. Obwohl sich die Konjunktur vielleicht schon merklich eingetrübt hat oder bestimmte Anteilsscheine überbewertet sind, überwiegt in vielen Fällen die Angst, Rendite liegen lassen, obwohl es rational betrachtet cleverer wäre, von einer Investition abzusehen.

Fakt ist: Kursgewinne aus vergangenen Börsenjahren lassen sich nicht auf die Zukunft übertragen. Kommt es also zu einer Gegenbewegung oder gar einem Crash, fallen die Preise für Aktien, da eine Vielzahl von Unternehmen deutlich an Wert verliert.

Und als wäre das nicht schon genug, will nach einem Börsencrash niemand mehr etwas mit Aktien zu tun haben. Aktien werden als Teufelszeug und die Börse als Zockerladen bezeichnet. Lediglich Crash-Propheten und diejenigen, die noch nie eine Aktie besessen haben, freuen sich und predigen „Ich hab’s doch noch gesagt“.

Schau Dir die untenstehende Grafik an. Sie zeigt die Ausprägung von Fomo in Anlehnung an den Verlauf eines Aktienkurses:

  • Kurz vor dem Allzeithoch schleichen sich Gedanken ein wie „Alle außer mir investieren gerade und streichen fette Gewinne ein – ich muss dabei sein!“
  • Nur kurze Zeit später sinkt der Kurs wieder etwas, doch das lässt den Fomo-Anleger kalt und er leugnet und sagt: „Kein Grund zur Sorge – nur eine kleine Korrektur, bevor es bald wieder richtig abgeht!“
  • Wieder einige Zeit später hat sich das Sentiment gedreht, der Fomo-Anleger ist panisch und verzweifelt – verkauft im schlimmsten Fall sogar noch am Tiefpunkt, wobei hier eigentlich der beste Zeitpunkt zum Kauf wäre. Naja… bald geht’s wieder von vorne los… „dieses Mal bin ich schlauer“ denkt sich der Fomo-Investor.
  • Du ahnst, was passieren wird…
FOMO Grundlagen
Beispiele

Was die Beispiele für Fomo am Aktienmarkt angeht, muss man nicht lange suchen bis man fündig wird.

Anfang des Jahrtausends wurde alles in den Himmel gelobt, was auch nur im entferntesten Sinne etwas mit dem Internet zu tun hatte. Unzählige Investoren verloren ihr gesamtes Vermögen und nahmen sich teils sogar das Leben, da sie alles verloren hatten.

Andererseits gibt es einige dieser Unternehmen auch heute noch (siehe oben). Und sie gehören zu der absoluten Elite. Microsoft, Amazon, Netflix & Co.

Vor ca. 3 Jahren musste dann auch der Markt für Kryptowährungen dran glauben. Im Jahr 2017 stieg der Kurs von Bitcoin innerhalb von einem halben Jahr von 2.000€ auf 16.000€ an. Ein Plus von 800%!

Alle wollten dabei sein. Niemand wollte es verpassen, das große Geld zu machen, reich zu werden und ausgesorgt zu haben. Einigen ist es auch gelungen.

Doch die Blase, die entstand, platzte. In gerade einmal 3(!) Monaten ging es von 16.000€ zurück auf 3.000€. Das zeigt, wie gefährlich Fomo bei der Geldanlage sein kann. Es kommt nicht selten zu Verzerrungen, Übertreibungen und im schlimmsten Fall sogar zum Crash.

Aktuelles

Auch heute begleitet das Phänomen Fomo sowohl Privatanleger als auch professionelle Investoren. Seit Donald Trump Präsident der USA ist, spielt auch die Politik eine zunehmend größere Rolle.

Was den Handelsstreit zwischen den USA und China angeht, sieht es wie folgt aus: Ein erstes Abkommen zwischen den USA und China zur Beilegung des Handelsstreits scheint in Reichweite zu sein. Vor einigen Tagen hieß es, dass man nun in die finale Phase der Verhandlungen käme. Kurz darauf erfolgte dann die beidseitige Unterschrift der Vereinbarung, keine weiteren Zölle zu erheben. China machte den USA außerdem das Zugeständnis, dass sie in den kommenden Jahren zusätzlich Waren im Wert von $200 Mrd. aus den USA kaufen werden. Das könnte neuen Schwung in die weltweite Wirtschaftsaktivität der bringen – also nicht vergessen: lieber gleich investieren, als den Kursen hinterherlaufen. 😉

Auch Schlagzeilen wie die folgende sind sehr beliebt bei den Redaktionen führender Aktienmagazine und Börsenzeitschriften: „Anleger, die sich wegen der andauernden Unsicherheiten mit Investments zurückgehalten haben, müssen jetzt einsteigen, wenn sie am Aufschwung teilhaben wollen.“

Gleichzeitig warnen viele „Experten“, dass u.a. der amerikanische Aktienmarkt überbewertet ist. Auch der Buffet-Indikator, der die Marktkapitalisierung amerikanischer Unternehmen im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung misst, zeigt eine gravierende Überbewertung amerikanischer Aktien an. Er notiert aktuell bei 140%, nur knapp unter dem Niveau im dritten Quartal 2018. Ab einem Wert von 115% gilt der Markt als überbewertet.

Ob die Wirtschaft der USA nun aktuell wackelt oder nicht, die Stimmung unter Fondsmanagern hat sich massiv aufgehellt, wie eine Studie der Bank of America Merrill Lynch zeigt. Die Umfrage ergab, dass der Cash-Bestand der Fonds um 0,8 Prozentpunkte von 5 auf nun noch 4,2% gesunken ist. Dies ist der größte monatliche Rückgang seit November 2016 und der niedrigste Cash-Bestand seit Juni 2013.

Es scheint so, als dass viele Portfoliomanager Angst haben, die fortlaufende Rallye an den Aktienmärkten zu verpassen. Auch der Anteil am Gesamtvermögen, der in Aktien investiert ist, wurde quer durch die Bank deutlich erhöht – das sieht für mich so aus, als wären auch professionelle Investoren nur Menschen, die der Gier einfach nicht entwischen können.

Auch die Deutschen investierten deutlich mehr als im Vorjahr. Rund 4 Mrd. € mehr flossen in die Fondsbranche und das obwohl Deutschland nicht gerade glänzt, wenn es darum geht, das Geld vom Sparbuch abzuheben.

Meine aktuelle Vorgehensweise: Ich lasse meine monatlichen ETF-Sparpläne laufen. Mit meinem restlichen Geld baue ich meine Cashquote an meinem Gesamtvermögen weiter aus, um für Korrekturen gewappnet zu sein.

Was kannst Du tun, um Fomo nicht zum Opfer zu fallen?

Social Media vs. Aktienmarkt

Die Vorgehensweisen, die wir bzgl. Fomo im Bereich Social Media anwenden könnten, können auch an der Börse hilfreich sein. Ein zentraler Gedanke dessen ist der folgende:

Waren das heute wirklich wichtige Neuigkeiten oder war es eine sinnlose Ablenkung (Social Media) / News, die die Aktienkurse langfristig nicht beeinflussen werden (Börse)?

Anschließend bietet es sich z.B. an, die Notifications auszuschalten, um der Ablenkung zu entgehen (Smartphone). Es bietet sich an, nur 2-3 Mal wöchentlich politische Nachrichten zu lesen bzw. die Nachrichten, die Auswirkungen auf das Geschehen am Aktienmarkt haben könnten, zu überspringen.

Prozesse, wie das Lesen von E-Mails, könnten, in welcher Form auch immer, automatisiert werden. An der Börse könnten Anleger einen Sparplan einrichten. So müssten sie sich, wie bei einem Dauerauftrag, nie wieder darum kümmern, Aktien oder ETFs zu kaufen und könnten sich entspannen. So gibt es keinen Grund mehr, jeden Tag ins Depot oder auf die Märkte zu schauen.

FOMO Social Media vs. Aktienmarkt

Um all diese Maßnahmen erfolgreich durchführen zu können, sind allerdings Erkenntnis und Selbstbeherrschung essentiell.

Lebe nicht in der Vergangenheit!

Was an den Börsen passiert ist, ist für die Zukunft (fast) vollkommen irrelevant. Es wird immer Unternehmen geben, deren Börsenkurse sich besser entwickeln als die anderer.

Wenngleich es natürlich Anspruch eines guten Börsianers ist, dem Optimum sehr nahe zukommen, wird es auch dem besten Anleger nie gelingen, zu jeder Zeit die besten Aktien der Welt im Depot zu haben. Den perfekten Anleger gibt es nicht!

Zudem stiftet es keinen Mehrwert, der Vergangenheit nachzutrauern. Die Chance ist vorbei, aber es werden sich genauso neue Chancen ergeben. Auch Charts können selten eine nützliche Aussage über die langfristige, zukünftige Entwicklung eines Unternehmens und dessen Aktienkurs formulieren.

Handle antizyklisch!

Eine immer wieder gern gesehene Strategie, um dem großen Herdentrieb zu entkommen, ist antizyklisches Vorgehen. D.h. Anleger kaufen dann, wenn alle anderen verkaufen und umgekehrt. Leichter gesagt als getan: Fomo lässt grüßen.

Beim antizyklischen Investieren geht es allerdings viel mehr darum, nur dann zu investieren, wenn das Bewertungsniveau noch vergleichsweise fair ist. Das bedeutet, dass man grundsätzlich investiert sein sollte, wenn die Börsen steigen – allerdings nur solange, wie es faire Bewertungen zulassen.

Dementsprechend darf nicht mehr gekauft werden, wenn sich kein Unternehmen unterhalb der Bewertungsniveaus mehr befindet und jedes Unternehmen verkauft werden, das als überbewertet eingestuft wird.

Halte an Deiner Strategie fest!

Auch teils überdurchschnittlich abschneidende Anlageklassen (z.B. Gold) finden in ihren Hochphasen oft deutlich mehr Anklang bei Anlegern als zuvor. Auch der Einfluss Dritter auf die eigenen Investment-Entscheidungen sollte kritisch betrachtet werden. Bleibe Deiner Strategie treu und lasse Dich nicht bei der nächstbesten Chance davon abbringen.

Sollte sich Deine Anlagestrategie aus irgendwelchen Gründen jedoch als fehlerhaft oder nicht erfolgreich erweisen, solltest Du sie natürlich überarbeiten und nicht zu stur sein und weiterhin daran festhalten, nur um daran festzuhalten.

Fomo & ihre Folgen

Psychische Folgen

Nicht nur in der Tasche kann Fomo so Einiges anrichten. Auch psychische Folgen können auftreten – bis hin zur Depression und Selbstmord. Viele, die mit dem Bitcoin-Hype oder beim Crash 2007-2009 ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, nahmen sich anschließend selbst das Leben.

Doch auch bevor es soweit kommt, kann der Druck, ständig falsche Entscheidungen zu treffen, auch dafür sorgen, dass man letztlich doch nachgibt und einfach nur noch dabei sein will.

Durch den Umstand, dass viele andere ja auch bereits investiert sind, lassen sich Anleger dazu verleiten, sich Investment-Entscheidungen leichter zu machen, da sie ja dann bei potentiellem Verlust nicht alleinige Schuld tragen.

Finanzielle Folgen

Ich denke, Dir ist nur klar, was vermutlich die finanziellen Folgen von Fomo sein können.

Steigt das Bewertungsniveau zu stark an, kommt es früher oder später zu einer Korrektur. Anleger, die aufgrund ihrer Angst, den großen Reichtum zu verpassen, investiert waren, werden bittere Verluste einfahren.

Vermutlich wird es so laufen, dass unerfahrene Anleger dann ängstlich wieder verkaufen, um solange zu warten, bis die Euphorie an den Märkten zurück ist und sie den gleichen Fehler nochmal begehen können.

Fazit

Das Problem von „Fear of Missing Out” liegt tief im Inneren eines jeden von uns. Der Mensch ist darauf getrimmt, in Gruppen zu agieren und nicht aus der Reihe zu tanzen, da dadurch seine Gruppenzugehörigkeit gefährdet werden könnte. An der Börse führt dieses Phänomen dazu, dass sich die Mehrzahl der Anleger ähnlich verhält.

Fomo kann allerdings insofern fatal sein, als dass Fomo auch in die andere Richtung möglich ist. Übertragen auf die letzten Wochen und Monate an den Aktienmärkten könnte das bedeuten, dass nun immer mehr Anleger damit beginnen, ihre Cashquote zu erhöhen, weniger Aktien zu kaufen, komplett auf ETFs oder Gold umzusteigen usw.

Ganz so leicht scheint Fomo dann doch nicht zu sein. Abschließend hier einige Aussagen, die es Dir vielleicht erleichtern werden, der Angst, etwas zu verpassen, zu widerstehen:

  • Laufe nicht blind dem Markt hinterher!
  • Lasse Dich nicht von polarisierenden Schlagzeilen und Meinungen bekannter Personen beeindrucken!
  • Recherchiere deine Investitionen vorher sorgfältig!
  • Überdenke Deine Strategie!
  • Wenn sie Sinn ergibt, bleib dabei!
  • Wenn nicht, überdenke sie ggf.!

Noch eine letzte Frage: Bist Du schonmal der Fomo zum Opfer gefallen? Falls ja, in welchem Kontext?

Sollte Dir mein Gastbeitrag gefallen haben, schau gerne auch auf meiner Website www.felixinvestiert.de vorbei und schau Dir an, wie ich versuche, Herr meiner Finanzen zu werden.

An dieser Stelle möchte ich David nochmal ausdrücklich meinen Dank aussprechen und bin gespannt, wohin uns unsere finanzielle Reise führen wird.


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8 Antworten auf „FOMO – Fear Of Missing Out! Ein fatales Phänomen – nicht nur am Aktienmarkt!“

  1. Hallo Felix,

    Gratulation zu dem sehr gelungenen Gast-Beitrag.

    Während des Lesens habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was ich denn nun mit den Erkenntnissen anfange.

    Das Dumme ist ja, dass man nie so genau weiß, an welchem Punkt des Zyklus man sich befindet.

    Gehe ich von einer Überhitzung aus, sitze ich womöglich jahrelang auf Geld, das entwertet wird.

    Gehe ich davon aus, dass es so weiterläuft, verliere ich womöglich viel Geld, dass ich zu teuer investiert habe.

    Irgendwie fühlt sich das für mich nach Dead Lock an…

    Hat das neben dem psychologischen Aspekt nicht eher auch was mit mangelnder Sorgfalt zu tun? Was ich meine ist, dass FOMO sicher der Antrieb ist zu investieren. Das Gegenteil wäre übertriebene Vorsicht, die verhindert, dass man überhaupt investiert.

    Gefährlich wird es meiner Meinung nach erst dadurch, dass man mehr oder weniger hirnlos in irgendwelche Hype-Unternehmen investiert, ohne sich mit deren Geschäftsmodell oder Finanzdaten auch nur annähernd zu beschäftigen.

    Ich würde für mich nicht reklamieren wollen, dass ich der sogfältigste und blitzgescheiteste Analyst bin, aber immerhin versuche ich mich mit unseren Investments intensiv zu beschäftigen. Ich denke, dass wir durchaus auf einem Peak sind, aber auch auf diesem noch gewinnbringend investiert werden kann. Darüber hinaus investieren wir stur weiter. Kommt die Krise, verbilligen wir unsere Einstiegskurse.

    Sicher wäre die Renditeaussicht größer wenn wir eine besser gefüllte Kriegskasse hätten. Aber mit dieser Überlegung stünden wir wieder am Ausgangspunkt meines Kommentars: wir wissen nicht, wann denn die Krise kommt.

    In diesem Sinne ein schönes Wochenende und viele Grüße in die Nachbarschaft nach MG 🙂

    der Kassenwart von SchwarzGeld.biz

    P.S.: Deine Webseite sieht für mich (evtl. aufgrund diverser Adblocker) ziemlich zerschossen aus.

  2. Lieber Kassenwart,

    erstmal vielen Dank für Deine netten Worte. 🙂

    Du hast natürlich absolut Recht. Wir wissen nie genau, was die Zukunft bringen wird.

    Ich sehe das Ganze sehr ähnlich wie Du. Auch wenn wir historisch betrachtet an einem absoluten Hoch sind, werde ich stur weiter investieren. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass wenige Tage mit guter Rendite den Löwenanteil an der Gesamtrendite ausmachen, die eine Investition erbringt.

    Ich denke auch, dass Sorgfalt eine nicht unwichtige Rolle spielt, wobei ich nicht beurteilen kann, wie man sich im Crash verhält, wenn plötzlich alle Aktien im Depot tief rot gefärbt sind oder was im Kopf vorgeht, wenn man Amazon mal wieder um 10% springen sieht und man eigentlich schon bei 1.100€ einsteigen wollte. Mein Plan ist jedenfalls auch hier, stur weiterzukaufen und mich nicht von Analystenmeinungen oder der breiten Massen manipulieren zu lassen.

    Beste Grüße
    Felix 🙂

    PS: Ja, das Thema ist mir bereits bekannt, trotzdem danke für den Hinweis, vielleicht kann ich hier und da nochmal etwas anpassen. 🙂

    1. Hallo Felix,

      wir haben bei uns zu Hause im Netzwerk einen Raspberry Pi auf dem ein Pi-Hole läuft und sämtliche Werbung ausfiltert. Nachdem ich diesen kurzzeitig deaktiviert habe, wurde Deine Webseite ordentlich dargestellt. Offenbar lieferst Du irgendwelche Bestandteile über Domains aus, die als Werbung oder Tracker oder dergleichen unseriösen Krams gewertet und deshalb geblockt werden.

      Aber zurück zum Thema: wenn alle Aktien im Depot tief rot sind, solltest Du Dich eine Sekunde ärgern und dann Nachkaufen, was Sinn macht. 🙂 So werde ich es zumindest halten. Solange ein Unternehmen weiter Dividende zahlt und keine substanziellen Probleme hat, wird nicht verkauft.

      Amazon zahlt keine Dividende und ist daher in meiner Strategie eigentlich nicht vorgesehen. Uneigentlich besparen wir Amazon in kleinem Umfang per Sparplan. Zugegeben, das ist wahrscheinlich inkonsequent und FOMO. Aber wie gesagt, das beschränkt sich auf sehr geringe Beträge und ist daher für mich okay. 🙂

      Viele Grüße

      1. Lieber Kassenwart,

        da ich absolut keine Ahnung von Technik habe, stell Dir einfach vor, wie ich lächle und winke, da ich kein Wort verstanden habe. 😂 Trotzdem danke für die Erklärung.

        Bei mir ist das auch hier und da der Fall, allerdings genauso wie du es machst: kleine Beträge und nur mit Geld, auf dass ich im Notfall verzichten kann (wenn auch nur ungerne).

        LG

      1. Lieber Andreas,

        das ist sehr nett von Dir. Leider habe ich keine Ahnung, wie sowas funktioniert. Sobald ich etwas mehr Zeit habe, werde ich mich aber mal damit beschäftigen.

        Tausend Dank schonmal für die Vorschusslorbeeren!

        LG

  3. Toller Gastbeitrag, Felix! Gerade in Zeiten des Niedrigzins, beobachte ich immer mehr, dass gerade Neueinsteiger jedem Trend hinterherlaufen. Sie hoffen auf das schnelle Geld. Ihnen fehlt eine Strategie. Diese hilft nämlich ungemein Fehler zu vermeiden. Nicht blind der Masse hinterher, sondern seiner Strategie folgen.

    1. Hi Florian,

      besser hätte ich es nicht sagen können. 🙂

      Die Zeit ist unser Freund bei der Geldanlage und je größer der Anlagezeitraum, desto größer der Wohlstand – lieber etwas konservativer, aber dafür sicherer denken.

      LG
      Felix

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