Methode

Meine Aktienbewertung – Teil 2:
Die Methode

Mein Auswahlverfahren

Eine gute Anlagestrategie zeichnet sich nicht bloß dadurch aus, dass sie allen anderen in der Theorie überlegen ist. Vielmehr muss sie auch zu dir passen, sodass du dich mit dieser rundum wohlfühlt und langfristig – in guten wie in schlechten Börsenzeiten – an ihr festhältst.

Auf meiner Suche nach einer passenden Anlagephilosphie stellte ich dabei schnell fest, dass eine langfristig orientierte Geldanlage genau das richtige für mich ist. Doch um hierfür geeignete Unternehmen zu finden, bedurfte es zunächst eines entsprechenden Auswahlverfahrens.

Daher habe ich in den letzten Jahren mein eigenes Bewertungsmodell entwickelt. Dieses soll vor allem solche Unternehmen identifizieren, die sich durch die folgenden Eigenschaften auszeichnen:

  • einen stabilen Geschäftsverlauf,
  • ein kontinuierliches Gewinnwachstum sowie
  • einen außergewöhnlich niedrigen Preis.

Zu diesem Zweck lassen sich zwar unzählige Kennzahlen heranziehen. Ich vertraue jedoch auf die aus meiner Sicht aussagekräftigsten Variablen:

  • den Aktienkurs,
  • den Gewinn sowie
  • die Dividende.

Diese 3 Größen erhalte ich einfach und kostenlos:

  • von einer Onlinebank (Aktienkurs),
  • aus dem Unternehmensbericht (Gewinn und Dividende) sowie
  • durch geeignete Finanzportale (Gewinn- und Dividendenschätzungen).

Meine Bewertungskriterien

In meinem Bewertungsmodell sind neben den DAX-, MDAX-, TecDAX– und SDAX-Mitgliedern auch viele ausländische Unternehmen aus internationalen Leitindizes (z.B. EURO STOXX, S&P 500, NIKKEI) sowie diverse kleinere Börsentitel aus dem In- und Ausland enthalten. Auf diese Weise kann ich ständig mehr als 500 Einzelaktien im Auge behalten.

Wie attraktiv eine Aktie tatsächlich ist, mache ich sodann anhand der nachfolgenden 4 Bewertungskriterien fest:

Wie günstig ist das Unternehmen?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als das durchschnittliche KGV (seit 2004).

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn das KGV aktuell günstiger (teurer) ist, als es in der Vergangenheit im Durchschnitt der Fall war.

Wie stark ist das Unternehmen?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seine Gewinne sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern konnte. Für meine Bewertung berücksichtige ich dabei ausschließlich die jeweils geringere der beiden Wachstumsraten.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn das Unternehmen sowohl mittel- als auch langfristig ein positives (negatives) Gewinnwachstum aufweist.

Wie robust ist das Unternehmen?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern konnte.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte, wenn das Unternehmen seinen Gewinn Jahr für Jahr ausbauen konnte, und Minuspunkte, falls es zwischenzeitlich zu Gewinneinbußen oder sogar Verlusten gekommen ist.

Ist die Aktie derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn ich dem Unternehmen ein höheres (niedrigeres) KGV zugestehe, als wie es gegenwärtig der Fall ist.

Mein Bewertungsergebnis

Zum Schluss zählt mein Bewertungsmodell die jeweiligen Plus- und Minuspunkte eines Unternehmens zusammen. Hieraus ergibt sich meine persönliche Bewertungskennzahl – der sogenannte „Jung in Rente“-Faktor (JiR-Faktor). Dieser gibt an, ob es sich bei der jeweiligen Aktie gegenwärtig um einen Kaufkandidaten handelt.

Unternehmen mit einem JiR-Faktor von

  • unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf meiner Watchlist
  • zwischen -10 und +10 qualifizieren sich für meine Bewertungsserie
  • über +10 schaffen es wahrscheinlich irgendwann in mein Depot.

Neben dem JiR-Faktor spielt bei meinen Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Daher prüfe ich vor jedem Kauf, wie es um Höhe, Stabilität und Wachstum der Dividende bestellt ist.

Insgesamt stellt meine Bewertungsmethode somit ein sehr selektives Auswahlverfahren dar. Während es bereits kaum ein Unternehmen gibt, welches einen JiR-Faktor von 10 erreicht, kommt es noch seltener vor, dass dieses Unternehmen auch noch eine bemerkenswerte Dividenden-Historie vorzuweisen hat. Über alle Aktien, die es dennoch in mein Depot schaffen, berichte ich regelmäßig im Rahmen unserer Bewertungsserie.


Mehr zum Hintergrund und nähere Einzelheiten zu meiner Art und Weise Aktien zu bewerten, findest du hier:

Volle Transparenz: Die von mir gehandelten Aktien, ETFs, Anleihen und Optionen sind stets mit Risiken behaftet. Auch bin ich kein Finanz- oder Anlageexperte. Meine Aktienbewertung ist daher weder als Anlageberatung noch als Empfehlung zu verstehen und ich übernehme keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage der hier präsentierten Informationen getroffen werden. Mehr Informationen hierzu findest du auch in meinem Disclaimer.