Der große Aktien-Roundup: Tabakindustrie

Dank meines stetig wachsenden Depots aus Aktien, ETFs und festverzinslichen Geldanlagen komme ich der finanziellen Freiheit jeden Tag ein Stückchen näher.

Nachdem ich Anfang 2019 bereits den Schnappschuss der Woche eingeführt hatte, möchte ich meine Bewertungsserie nun um ein weiteres Format ergänzen.

Im Aktien-Roundup werde ich ab sofort ganze Branchen unter die Lupe nehmen und vorstellen, wie sich die zugehörigen Unternehmen in meinem Bewertungsmodell schlagen.

Beginnen möchte ich mit der Tabakindustrie.

Dabei im Fokus: Altria und Philip Morris aus den USA, British American Tobacco (BAT) und Imperial Brands aus Großbritannien sowie Japan Tobacco aus Japan.

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Meine Bewertungsmethode

Vorweg ein paar Worte zu meiner Vorgehensweise, um passende Unternehmen für meine Anlagestrategie zu finden.

Hierzu nutze ich mein eigenes Bewertungsmodell.

Anhand von 4 Bewertungskriterien berechnet dieses meine persönliche Bewertungskennzahl – den sogenannten Jung in Rente-Faktor.


Mehr Informationen zu meiner Art und Weise Aktien zu bewerten, findest du hier:


Unternehmen mit einem Jung in Rente-Faktor von

  • unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf meiner Watchlist
  • zwischen -10 und +10 qualifizieren sich für meine Bewertungsserie
  • über +10 schaffen es wahrscheinlich irgendwann in mein Depot.

Die Tabakindustrie in meinem Bewertungsmodell

Wie sich die 5 großen Tabakunternehmen in meinem Bewertungsmodell schlagen, durchleuchte ich anhand meiner 4 Bewertungskriterien.

Wie günstig sind die großen Tabakunternehmen?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als das durchschnittliche KGV (seit 2004).

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn das KGV aktuell günstiger (teurer) ist, als es in der Vergangenheit im Durchschnitt der Fall war.

Jung in Rente - Bewertungskriterium 1
Jung in Rente – Bewertungskriterium 1

Die Aktien von Imperial Brands und Japan Tobacco sind gegenwärtig deutlich günstiger als üblich.

Auch das KGV von BAT und Altria liegt momentan geringfügig unterm langjährigen Durchschnitt.

Der US-amerikanische Wettbewerber Philip Morris erscheint derweil im direkten Vergleich etwas teurer.

Wie stark sind die großen Tabakunternehmen?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seine Gewinne sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern konnte. Für meine Bewertung berücksichtige ich dabei ausschließlich die jeweils geringere der beiden Wachstumsraten.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn das Unternehmen sowohl mittel- als auch langfristig ein positives (negatives) Gewinnwachstum aufweist.

Jung in Rente - Bewertungskriterium 2
Jung in Rente – Bewertungskriterium 2

Altria weist über beide Bewertungszeiträume hinweg das mit Abstand höchste Gewinnwachstum auf.

Auch Japan Tobacco und BAT können mit einem starken Gewinnwachstum aufwarten.

Philip Morris und Imperial Brands sind zwar ebenfalls gewachsen, weisen im Vergleich aber die niedrigsten Wachstumsraten auf.

Wie robust sind die großen Tabakunternehmen?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern konnte.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte, wenn das Unternehmen seinen Gewinn Jahr für Jahr ausbauen konnte, und Minuspunkte, falls es zwischenzeitlich zu Gewinneinbußen oder sogar Verlusten gekommen ist.

Jung in Rente - Bewertungskriterium 3
Jung in Rente – Bewertungskriterium 3

Altria und Philip Morris sind im Vergleich die mit Abstand robustesten Tabakunternehmen. Der maximale Gewinneinbruch im Bewertungszeitraum betrug gerade einmal 12% (Geschäftsjahr 2007 bei Altria) bzw. 13% (Geschäftsjahr 2014 bei Philip Morris).

Auch BAT und Japan Tobacco hinterlassen einen äußerst stabilen Eindruck.

Lediglich Imperial Brands fällt in dieser Kategorie ein wenig aus der Reihe. Hier betrug der maximale Gewinneinbruch rund 62% (Geschäftsjahr 2012).

Sind großen Tabakunternehmen derzeit ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn ich dem Unternehmen ein höheres (niedrigeres) KGV zugestehe, als wie es gegenwärtig der Fall ist.

Jung in Rente - Bewertungskriterium 4
Jung in Rente – Bewertungskriterium 4

Gegenwärtig scheint mir am ehesten BAT ein Schnäppchen zu sein.

Aber auch Altria, Japan Tobacco und Imperial Brands gehen aktuell noch als Schnäppchen durch.

Philip Morris ist in meinen Augen hingegen fast zu teuer, um als Schnäppchen bezeichnet zu werden.

Mein Bewertungsergebnis

Um zu berechnen, wie sich die großen Tabakunternehmen letztlich geschlagen haben, zählt mein Bewertungsmodell das Ergebnis aller Bewertungskriterien zusammen.

Auf diese Weise ergibt sich für jedes Tabakunternehmen meine Bewertungskennzahl – der Jung in Rente-Faktor.

Jung in Rente - Bewertungsergebnis
Jung in Rente – Bewertungsergebnis

Gegenwärtig nimmt Altria die Spitzenposition in meinem Bewertungsmodell ein.

Dicht dahinter folgen BAT, Japan Tobacco und Imperial Brands.

Lediglich Philip Morris kommt auf einen negativen Jung in Rente-Faktor und übernimmt damit im Vergleich die rote Laterne.

Dividende

Neben dem Bewertungsergebnis spielt bei meinen Kaufentscheidungen auch die Gewinnausschüttung eine wesentliche Rolle.

Daher prüfe ich vor jedem Kauf, wie es um Stabilität, Höhe und Wachstum der Dividende bestellt ist.

Dividendenstabilität

Damit kommen wir zur Paradedisziplin der großen Tabakunternehmen. Denn bekanntermaßen verfolgen diese eine äußerst generöse Dividendenpolitik.

So haben BAT, Japan Tobacco und Philip Morris ihre Dividende über den gesamten Bewertungszeitraum hinweg nicht nur nicht gekürzt oder stabil gehalten, sondern sogar jedes Jahr erhöht.

Auch Imperial Brands kann in meinen Augen als überaus anlegerfreundlich bezeichnet werden. Schließlich hat das britische Tabakunternehmen seit 2004 nur einmal seine Dividende gekürzt (3% im Geschäftsjahr 2007).

Die Ausschüttungshöhe von Altria ist zwischen 2006 ($3,32) und 2009 ($1,32) zwar um fast zwei Drittel gesunken. Dies ist jedoch lediglich eine Folge der Abspaltung der vormaligen Unternehmensbestandteile Kraft Foods und Philip Morris und stellt insofern keine Dividendenkürzung dar.

Dividendenhöhe

Die Dividendenrendite der Tabakunternehmen kann durch die Bank weg als sehr ordentlich bezeichnet werden.

Tabakindustrie - Dividendenrendite
Tabakindustrie – Dividendenrendite

Hier tut sich vor allem Imperial Brands hervor.

Das britische Tabakunternehmen kommt gegenwärtig auf eine Dividendenrendite von gut 9%. Gleichzeitig beträgt die Ausschüttungsquote allerdings auch annähernd 100%.

Tabakindustrie - Ausschüttungsquote
Tabakindustrie – Ausschüttungsquote

Den besten Rendite-/Ausschüttungsmix weisen in meinen Augen Altria, BAT und Japan Tobacco auf. Alle drei bieten aktuell etwa 6,5% Dividendenrendite bei unbedenklichen Ausschüttungsquoten zwischen 70% und 80%.

Im Vergleich dazu bringt es Philip Morris bei einer Ausschüttungsquote von nahezu 90% nur auf etwas mehr als 5% Dividendenrendite.

Dividendenwachstum

In den vergangenen 5 Jahren haben alle großen Tabakunternehmen ihre Ausschüttungen deutlich gesteigert.

Tabakindustrie - Dividendenwachstum
Tabakindustrie – Dividendenwachstum

Allen voran ist dabei wohl Japan Tobacco zu nennen. Das japanische Tabakunternehmen kam im untersuchten Zeitraum auf ein jährliches Dividendenwachstum von sage und schreibe 17%!

Auch Altria und Imperial Brands konnten ihre Ausschüttungen über die letzten 5 Jahre im zweistelligen Prozentbereich erhöhen.

Etwas mickrig wirkt da fast die Steigerungsrate von Philip Morris. Das durchschnittliche Dividendenwachstum des US-amerikanischen Tabakriesen betrug gerade einmal 4-5%.

Fazit: Tabakindustrie landet fast vollständig auf meiner Watchlist

In der Gesamtschau erreicht die Tabakindustrie außerordentlich gute Bewertungsergebnisse in meinem Bewertungsmodell.

Dennoch befindet sich unter den großen Tabakunternehmen derzeit noch kein echter Kaufkandidat.

Mit Altria, Japan Tobacco, BAT und Imperial Brands haben sich aber gleich mehrere Tabakriesen für meine Watchlist qualifiziert.

Da sich Japan Tobacco und BAT bereits in meinem Depot befinden, kämen für mich wohl am ehesten Altria und Imperial Brands für einen Kauf in Frage.

Müsste ich mich für eines der beiden Tabakunternehmen entscheiden, fiel meine Wahl wahrscheinlich auf Altria.

Das US-amerikanische Unternehmen stellt in meinen Augen ein weniger riskantes Investment aus quantitativer Sicht dar.

Allerdings lockt mich zugegebenermaßen auch die sehr hohe Dividendenrendite bei Imperial Brands.

Demgegenüber finde ich Philip Morris momentan wenig attraktiv.

Sowohl das vergleichsweise schlechte Bewertungsergebnis als auch der suboptimale Rendite-/Ausschüttungsmix sprechen gegen den US-amerikanischen Tabakriesen.

Hier müsste schon ein größerer Kursrutsch stattfinden, damit mein Interesse geweckt wird.

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Volle Transparenz: Die von mir gehandelten Aktien, ETFs, Anleihen und Optionen sind stets mit Risiken behaftet. Auch bin ich kein Finanz- oder Anlageexperte. Meine Aktienbewertungen sind daher weder als Anlageberatung noch als Empfehlung zu verstehen und ich übernehme keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage der hier präsentierten Informationen getroffen werden. Mehr Informationen hierzu findest du auch in meinem Disclaimer.

7 Antworten auf „Der große Aktien-Roundup: Tabakindustrie“

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