Nachkauf: Altria

Dank meines stetig wachsenden Depots aus Aktien, ETFs und festverzinslichen Geldanlagen komme ich der finanziellen Freiheit jeden Tag ein Stückchen näher.

Sobald es eine Aktie neu in mein Depot geschafft hat oder ich eine meiner bestehenden Positionen aufstocke, berichte ich hier über meinen Kauf.

Nachdem ich erst kürzlich meinen Nachkauf von Japan Tobacco verkündet habe, steht diesmal erneut ein Tabakkonzern im Fokus:

Der US-amerikanische Tabakriese Altria.

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Mein Nachkauf von Altria

Bereits am 31. Juli 2019 hatte ich eine Einstiegsposition bei Altria eröffnet.

Nicht ganz 2 Monate später habe ich nun am 13. September 2019 meinen ersten Nachkauf getätigt.

Bei einem Aktienkurs von €37,915 ergaben sich für meinen Kauf von 33 Anteilen Anschaffungskosten von €1.251,195.

Den Kauf wickelte ich natürlich wieder über meinen neuen mobilen Online-Broker Trade Republic* ab.

Denn hier ist für jeden Kauf nur ein Pauschalpreis von €1 fällig und das unabhängig vom Ordervolumen.

Auf diese Weise lassen sich auch kleinere Nachkäufe ohne Gewissensbisse tätigen.

Mehr Infos zu Trade Republic findest du auch in meinem ausführlichen Erfahrungsbericht.

Wer ist Altria?

Altria zählt zu den größten Tabakkonzernen der Welt.

Das im US-Bundesstaat Virgina beheimatete Unternehmen firmierte noch bis 2003 unter dem Namen Philip Morris und setzte sich damals aus den Geschäftsbereichen Tabak (Philip Morris), Nahrungsmittel (Kraft Foods) und alkoholhaltige Getränke (SABMiller) zusammen.

Nach diversen Unternehmensverkäufen und Umstrukturierungen versteht sich Altria heute als Holdingunternehmen.

Die wichtigste Beteiligung ist dabei nach wie vor Philip Morris USA, bekannt für die Zigarettenmarke Marlboro, welche in den USA auf einen Markanteil von über 40% kommt.

Altria ist inzwischen aber auch stark in den Bereichen Bier (Anheuser-Busch InBev), E-Zigaretten (Juul) und Cannabis (Cronos) engagiert.

Herausforderungen

Wie alle Zigarettenhersteller hat auch Altria gegenwärtig mit enormen Herausforderungen zu kämpfen.

Insbesondere der Trend hin zu einem immer gesünderen Lebensstil sowie die damit zusammenhängenden Werberestriktionen machen dem Unternehmen stark zu schaffen.

So stecken sich die Menschen im Kernabsatzmarkt USA schon seit 1997 (sog. Peak Tobacco) immer seltener einen Glimmstängel an.

Der Tabakkonsum ist hier also bereits seit über zwei Jahrzehnten rückläufig.

Hinzu kommen aktuell diverse Bestrebungen der US Food and Drug Administration (FDA).

So könnten zum Beispiel E-Zigaretten für Teenager in den USA komplett verboten werden.

Dies setzt Altria besonders stark zu, da sich der Tabakriese erst kürzlich für $12,8 Mrd. bei Juul, dem mit Abstand größten E-Zigaretten-Hersteller der USA, eingekauft hatte.

Chancen

Gleichzeitig bieten sich der Tabakindustrie aber auch diverse Wachstumschancen.

Denn trotz regulatorischer Hemmnisse könnten für Altria nicht nur E-Zigaretten zum nächsten Blockbuster werden.

Auch die zunehmende Legalisierung von Marihuana bietet dem Unternehmen ein ganz neues Wachstumsfeld.

Hier dürfte Altria durch die Beteiligung an Cronos, einem der größten Cannabis-Produzenten Nordamerikas, sehr gut aufgestellt sein.

Darüber hinaus darf man nicht vergessen: Auch wenn sich die verkaufte Zigarettenmenge in den letzten 20 Jahren halbiert hat, ist es dem Unternehmen dank ständig steigender Zigarettenpreise zeitgleich gelungen, den Gewinn zu verdoppeln!

Wiedervereinigung mit Philip Morris

Auch wenn es bereits seit ihrer Trennung Mitte der 2000er Jahre immer wieder Gerüchte über eine potenzielle Wiedervereinigung gab, kam die nun erfolgte Ankündigung über Fusionsgespräche zwischen Altria und Philip Morris doch einigermaßen überraschend.

Falls die Ende August offiziell aufgenommenen Gespräche erfolgreich verlaufen (was nach Unternehmensangaben noch nicht ausgemacht ist), soll es sich beim Zusammenschluss um einen sogenannten Merger of Equals – also eine Fusion unter Gleichen, die als gleichberechtigte Partner in die Verschmelzung gehen – handeln.

Für welche Seite eine Wiedervereinigung vorteilhafter wäre, kann aus heutiger Sicht aufgrund dem Mangel an Details noch nicht abschließend beurteilt werden. In jedem Fall würde eine Fusion den bis heute mit Abstand größten Tabakkonzern der Welt hervorbringen.

Warum Altria?

Hintergrund

Im Rahmen meines kürzlich erschienenen Aktien-Roundups zur Tabakindustrie wurde mir deutlich vor Augen geführt, dass die großen Tabakunternehmen im Augenblick zu den heißesten Kaufkandidaten für dividendenhungrige Langzeitinvestoren wie mich gehören.

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Warum diese Einschätzung insbesondere auch für Altria gilt, werde ich im Folgenden genauer darlegen.

Meine Bewertungsmethode

Vorweg jedoch ein paar Worte dazu, wie ich passende Unternehmen für meine Anlagestrategie finde.

Denn hierzu nutze ich mein eigenes Bewertungsmodell.

Anhand von 4 Bewertungskriterien berechnet dieses meine persönliche Bewertungskennzahl – den Jung in Rente-Faktor.


Mehr Informationen zu meiner Art und Weise Aktien zu bewerten, findest du hier:

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Unternehmen mit einem Jung in Rente-Faktor von

  • unter -10 landen dabei nur äußerst selten auf meiner Watchlist
  • zwischen -10 und +10 qualifizieren sich für meine Bewertungsserie
  • über +10 schaffen es wahrscheinlich irgendwann in mein Depot.

Altria in meinem Bewertungsmodell

Wie also schlug sich Altria zum Zeitpunkt meines Nachkaufs in meinem Bewertungsmodell?

Wie günstig ist Altria?

Ich halte ein Unternehmen für günstig, wenn das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) niedriger ist, als das durchschnittliche KGV (seit 2004).

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn das KGV aktuell günstiger (teurer) ist, als es in der Vergangenheit im Durchschnitt der Fall war.

Altria - Bewertungskriterium 1
Altria – Bewertungskriterium 1

Die Aktie von Altria ist demnach gegenwärtig günstiger zu haben als üblich. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 5,6 Pluspunkte.

Wie stark ist Altria?

Ich halte ein Unternehmen für stark, wenn es seine Gewinne sowohl lang- (seit 2004) als auch mittelfristig (seit 2011) steigern konnte. Für meine Bewertung berücksichtige ich dabei ausschließlich die jeweils geringere der beiden Wachstumsraten.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn das Unternehmen sowohl mittel- als auch langfristig ein positives (negatives) Gewinnwachstum aufweist.

Altria - Bewertungskriterium 2
Altria – Bewertungskriterium 2

Altria scheint demnach ein überaus starkes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür 9,4 Pluspunkte.

Wie robust ist Altria?

Ich halte ein Unternehmen für robust, wenn es seine Gewinne langfristig (seit 2004) kontinuierlich steigern konnte.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte, wenn das Unternehmen seinen Gewinn Jahr für Jahr ausbauen konnte, und Minuspunkte, falls es zwischenzeitlich zu Gewinneinbußen oder sogar Verlusten gekommen ist.

Altria - Bewertungskriterium 3
Altria – Bewertungskriterium 3

Altria scheint demnach ein äußerst robustes Unternehmen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür nur 0,5 Minuspunkte.

Ist Altria ein Schnäppchen?

Ich halte ein Unternehmen für ein Schnäppchen, wenn dessen langfristige Gewinnentwicklung (seit 2004) das gegenwärtige KGV rechtfertigt.

Daher vergebe ich im Rahmen meiner Bewertung Pluspunkte (Minuspunkte), wenn ich dem Unternehmen ein höheres (niedrigeres) KGV zugestehe, als wie es gegenwärtig der Fall ist.

Altria - Bewertungskriterium 4
Altria – Bewertungskriterium 4

Die Aktie von Altria scheint demnach nunmehr ein echtes Schnäppchen zu sein. Im Rahmen meiner Bewertung vergebe ich hierfür lediglich 4,1 Minuspunkte.

Mein Bewertungsergebnis

Abschließend zählt mein Bewertungsmodell sämtliche Plus- und Minuspunkte eines Unternehmens und dessen Aktie zusammen.

Auf diese Weise ergibt sich mein persönliches Bewertungsergebnis – der Jung in Rente-Faktor.

Altria - Bewertungsergebnis
Altria – Bewertungsergebnis

Altria kam so zum Zeitpunkt meines Nachkaufs auf einen positiven Jung in Rente-Faktor von 10,4 Punkten und war somit nun ein waschechter Kaufkandidat.

Der Dividenden-Check

Neben dem Jung in Rente-Faktor spielt bei meinen Kaufentscheidungen aber auch die Gewinnausschüttung eine nicht ganz unerhebliche Rolle.

Daher prüfe ich vor jedem Kauf, wie es um Stabilität, Höhe und Wachstum der Dividende bestellt ist.

Dividendenstabilität

Altria verfolgte bislang eine überaus anlegerfreundliche Ausschüttungspolitik.

Altria - Dividende
Altria – Dividende

Zwar ist die Ausschüttungshöhe zwischen 2006 ($3,32) und 2009 ($1,32) auf dem Papier um fast zwei Drittel gesunken.

Dies ist jedoch lediglich eine Folge der Abspaltung von Kraft Foods und Philip Morris und stellt insofern keine echte Dividendenkürzung dar.

Dividendenhöhe

Im Augenblick kann die Dividendenrendite im gesamten Tabaksektor als sehr ordentlich bezeichnet werden.

Altria - Dividendenrendite
Altria – Dividendenrendite

Altria bildet hiervon keine Ausnahme.

Das US-amerikanische Tabakunternehmen bietet nunmehr eine Dividendenrendite von exakt 8%.

Gleichzeitig beträgt die Ausschüttungsquote etwas mehr als 80%. Dies entspricht auch ziemlich genau dem Zielwert des Unternehmens.

Altria - Ausschüttungsquote
Altria – Ausschüttungsquote
Dividendenwachstum

In den vergangenen 5 Jahren hat Altria seine Ausschüttungen deutlich gesteigert.

Altria - Dividendenwachstum
Altria – Dividendenwachstum

Das US-amerikanische Tabakunternehmen kam im untersuchten Zeitraum auf ein jährliches Dividendenwachstum von über 10%.

Dividendenausblick

Altria schüttet seine Dividende wie die meisten US-amerikanischen Unternehmen 4 Mal im Jahr aus.

Um an der nächsten vierteljährlichen Ausschüttung zu partizipieren, sollte man die Aktie spätestens bis einen Tag vor dem nächsten Ex-Tag, also Mitte Dezember 2019, im Depot haben.

Die letzte vierteljährliche Ausschüttung betrug $0,84 je Aktie. Die nächste Dividendenerhöhung dürfte im September 2020 anstehen.

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Fazit: Altria wird aufgestockt

Aufgrund des äußerst stabilen Geschäftsmodells und der anlegerfreundlichen Ausschüttungspolitik hatte es Altria bereits vor einigen Wochen in mein Depot geschafft.

Nachdem es beim Aktienkurs seither kontinuierlich bergab ging, habe ich die aktuelle Kursschwäche genutzt, um meine bestehende Position aufzustocken und einen ersten Nachkauf zu tätigen.

Der Kauf der zusätzlichen 33 Anteile erhöht mein passives Einkommen um voraussichtlich etwa €100 im Jahr.

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Volle Transparenz: Die von mir gehandelten Aktien, ETFs, Anleihen und Optionen sind stets mit Risiken behaftet. Auch bin ich kein Finanz- oder Anlageexperte. Meine Aktienbewertungen sind daher weder als Anlageberatung noch als Empfehlung zu verstehen und ich übernehme keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage der hier präsentierten Informationen getroffen werden. Mehr Informationen hierzu findest du auch in meinem Disclaimer.

6 Antworten auf „Nachkauf: Altria“

  1. Guten Morgen David,

    Altria habe ich schon etwas länger im Depot. Einstiegskurs um die 57 €.

    Ich werde heute nachlegen um etwas zu glätten.

    Grüße, Nicole

    1. Guten Morgen Nicole,

      oh ja, bei dir macht sich ein Nachschlag natürlich noch deutlich bemerkbarer, als bei mir!

      Du kannst ja bei Gelegenheit mal berichten, wie sich dein Durchschnittskurs durch den Nachkauf verändert hat.

      – David

  2. War das klug deinen Bestand bei Trade Republic zu erhöhen ? Bei ausländischen Dividenden über € 15,00 verlangen die doch bei jeder Dividendenzahlung extra Gebühren. Oder wirst du die Aktien zu einem anderen Broker übertragen ?

  3. Ich hatte Altria vor ein paar Jahren mal für unter 20€ gekauft und habe sie laufen lassen. Bin dann leider bei etwas über 30€ unglücklich ausgestoppt worden. Musste dann zusehen wie sie weiter kräftig zulegte. Hab mich schön geärgert. Habe jetzt vor einiger Zeit BAT gekauft und werde mir auch bald ein paar Stücke ALTRIA ins Depot legen.

  4. Altria ist eine sehr interessant Aktie, steht auch auf meiner Watchlist zum Nachkauf, im Depot ist sie schon. Ich habe am Montag Imperial Brands nachgekauft, British American Tabacco folgt auch noch. Die Anzahl der Raucher nimmt weltweit zu, hinzu kommt der Cannabis Boom, die Tabakkonzerne mischen da auch alle mit.

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